Nur war der Grund der Zusammenkunft freilich keine Sintflut.
Bei prächtigem Sonnenscheinwetter waren die Tierbesitzer gekommen, um am Gedenktag des Heiligen Franziskus, dem Schutzpatron der Tiere, ihre Lieblinge segnen zu lassen. Die 14-jährige Luisa hatte ihre Katze "Blacky" mitgebracht, der fünfjährige Luis und sein Bruder Veit aus Redwitz präsentierten stolz ihre noch kleinen Griechischen Breitrandschildkröten. Ein Hingucker war natürlich auch die "Hochzeitskutsche" von Georg Funk, der mit seinem von zwei prächtigen Rössern gezogenen Gefährt aus Witzmannsberg im Landkreis Coburg angereist war.

Alle Arten kommunizierten

Bevor die kirchliche Feier im Zeichen der Tiere begann, kamen nicht nur die Tierbesitzer miteinander ins Gespräch - auch die Tiere kommunizierten auf ihre Art und Weise, auch artenübergreifend. Mit neugierigem Blick musterte so mancher Hund etwa die Kalbsblutpferde, auf denen zwei Männer aus Königsfeld saßen, und guckten ein wenig verwundert beim Anblick von Kuh "Damy". Die beiden Patres Bernhard Braun und Heribert Arens zelebrierten die Feier. "Wir dürfen Tiere nicht als Dinge, Objekte oder Produktionsgüter betrachten - es sind Mitgeschöpfe. Es liegt in unserer Verantwortung, dass es ihnen gut geht und sie ein würdiges Dasein führen", betonte Pater Arens in seinen Worten.

Die Geistlichen verurteilten es, wenn diese Würde mit Füßen getreten und Tieren zuweilen unsägliches Leid zugefügt werde, wenn Zuchttiere in unerträglicher Enge aufwachsen, Schlachttiere ohne Betäubung sterben müssten und Versuchtiere entsetzlichen Qualen ausgesetzt seien. "Herr erbarme dich dieser Tiere", betete man gemeinsam zu Gott. "Jedes Tier ist einmalig, so wie die Hündin Bella hier", betonte Pater Arens, der hier den kleinen Vierbeiner einer in der ersten Reihe stehenden Frau als Beispiel nannte.
Begleitet von einem vielstimmigen Hundechor sangen die Versammelten "Lobe den Herren" und "Erde singe". Nach Gesang und Gebet zeigten Pater Ahrens und Pater Braun keine Berührungsängste, als sie anschließend auf dem Basilikavorplatz durch die Reihen gingen und den Haustieren, aber auch ihren Herrchen und Frauchen den Segen spendeten.

Stets gelassen

Selbst bei großen Tieren wie Kuh und Pferd blieben die Geistlichen gelassen. Tiere spüren es wohl ja auch - da werden deren Besitzer sicher zustimmen - , wenn es jemand gut mit ihnen meint, ihnen wohlgesonnen ist. Die besondere Segensfeier in Vierzehnheiligen war auch heuer wieder ein schönes Miteinander von Mensch und Tier. Nicht vergessen werden sollten an dieser Stelle die tierischen Hausgenossen der Männer und Frauen, die wegen körperlicher Gebrechen oder anderer Gründe nicht an der Segnung teilnehmen konnten. Auch sie wurden ins Gebet eingeschlossen.