Die Anforderungen in der Arbeitswelt steigen, die Lebensarbeitszeit der Menschen nimmt zu und in vielen Branchen herrscht ein Fachkräftemangel: Umso wichtiger ist es für ein Unternehmen, motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter zu haben. Diesem Thema hat sich nun der Bayerische Heilbäderverband angenommen. Deswegen auch das Motto des 69. Bayerischen Heilbädertages, der in der Obermain-Therme in Bad Staffelstein stattfindet: "Gesunde Mitarbeiter - Garanten des Erfolgs."

In den Firmen sei die Wertschätzung von Mitarbeitern ein wichtiges Thema. "Sich um die Gesundheit der Angestellten zu kümmern wird immer wichtiger", erklärt der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäderverbandes, Klaus Holetschek. Die bayerischen Heilbäder und Kurorte wollen mit eigenen Aktivitäten das betriebliche Gesundheitsmanagement ankurbeln.


Pflegekräfte sind sehr anfällig

Im Fokus stehen die Pflegekräfte. "In der Pflegebranche herrscht ein 36 Prozent höherer Krankheitsstand", erklärt Klaus Holetschek. Psychosomatische Krankheiten wie Burn-Out kommen in diesen Berufsgruppen besonders häufig vor. "Die bayerischen Heilbäder und Kurorte können mit ihrer Kompetenz, ihrer Infrastruktur, ihren ortsgebundenen Heilmitteln und ihrem ganzheitlichen Ansatz einen wertvollen Beitrag zum betrieblichen Gesundheitsmanagement leisten."

Künftig soll es mit dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) eine Kooperation mit Präventionsangeboten geben, die auf die Bedürfnisse von Pflegekräften zugeschnitten sind.

Bald wird es ein Bayerisches Bündnis für Prävention geben. Der bayerische Heilbäderverband will dabei nicht nur Worte, sondern auch Taten sprechen lassen. "Wir geben unserer Gesundheitsministerin als Zeichen zehn Freiaufenthalte in unseren Kurorten, die sie dann an Pflegekräfte verschenkt", erklärt Holetschek. Das Thema Gesundheit ist auch der größte Treiber im Bayerntourismus. "Im Urlaub wollen viele Leute etwas für ihre Gesundheit tun", erklärt Holetschek. Und das zeigen auch die Zahlen: Jede vierte Übernachtung ist in Bayern in einem Kurort. Doch das sei noch ausbaufähig. Die Marke gesundes Bayern soll weiter nach vorne gebracht werden. "Stillstand darf es nicht geben", so Holetschek.


Die Welt der Obermain-Therme im Wandel

So sieht das auch der Werkleiter der Obermain-Therme, Hans-Josef Stich. Momentan prasseln auf die Welt der Obermain-Therme in Bad Staffelstein einige äußere Einflüsse ein, die mit einkalkuliert werden müssen.
Im Juli wurde die Steuer für die Sauna von sieben auf 19 Prozent erhöht. Die Obermain-Therme musste reagieren. "Ab 1. Oktober haben wir die Preise für die Sauna erhöht. Wir haben aber nur das angepasst, was durch die die Mehrwertsteuer-Erhöhung an Mehrkosten auf uns zu gekommen wäre", erklärt der Werkleiter Hans-Josef Stich. Bereits im Vorfeld ist die Thermen-Branche gegen die Erhöhung vorgegangen: Es wurden Abgeordnete informiert und verschiedene Verbände angeschrieben. "Emmi Zeulner war sehr engagiert und hat versucht die Erhöhung in Berlin abzuwenden." Ohne Erfolg. Auch in der Obermain-Therme selbst verändert sich einiges: Die Badehalle 2 wird saniert. Und was die Generalsanierung angeht, stehen laut Stich weitere Projekte an. Doch wann diese angegangen werden, ist noch nicht bekannt. "Wir schließen jetzt erst einmal das Projekt ab. Das hat genug Energie gekostet." Denn der Zeitplan konnte nicht eingehalten werden: Der Estrich musste wider erwartend komplett erneuert werden.

Ab nächstem Jahr rollt eine weitere Schwierigkeit auf die Obermain-Therme zu - besser gesagt es rollt nichts mehr: Die Bahnstrecke zwischen Bamberg und Lichtenfels wird für acht Monate gesperrt. Besucher aus Nürnberg müssten dann auf Busse umsteigen. "Wir wollen ihnen einen Anreiz geben, trotz Widrigkeiten im Schienenersatzverkehr zu uns zu kommen." Wie das aussehen soll, verrät er noch nicht. Nur so viel: "Eine Geschichte geht von der Therme aus und eine in Zusammenarbeit mit der Bahn." Informationen werden mit dem Weihnachtsflyer bekannt gegeben.

Übernachtungszahlen in Bad Staffelstein sind stabil

"Wir sind froh, wenn die Zahlen stabil sind", sagt Anne Maria Schneider, Leiterin des Kur- und Tourismusservices in Bad Staffelstein. In der Branche sei es momentan nicht einfach, sich die Gäste zu halten. Die Zahlen der Kur-Urlauber sind in den letzten Jahren drastisch zurück gegangen. Krankenkassen lehnen die Kur-Anträge ab. "Unsere Therme hat schnell reagiert und von Kur auf Wellness umgerüstet", erzählt Schneider. Dadurch blieben die großen Einbrüche aus - wie sie momentan andere Kurorte erleben. Der große Trend in der Thermen-Branche geht momentan in den Gesundheitstourismus - Gäste, die ihre Anwendungen selbst zahlen. Davon profitiert auch der Tourismus in Bad Staffelstein, der ganzjährig weiter ausgebaut werden soll. "Von Ostern bis Oktober ist die Hauptsaison. Da wird gut gebucht", erklärt Schneider. Besonders die Nebensaison, von November bis März, sei noch ausbaufähig.


Stillstand darf es nicht geben

Wichtig sei es, weiter dran zu bleiben und die themenspezifischen Angebote wie die Genuss-Erlebnisse oder die Brauerei-Wanderwege weiter auszubauen.

In diesem Jahr kam der Wohnmobil-Stellplatz an der Obermain-Therme dazu. Doch eine Konkurrenz für die Ferienwohnungen und Hotelzimmer sieht Schneider darin nicht. "Die Wohnmobilisten - wie wir sie gern nennen - haben ihr Haus dabei. Entweder sie kommen zu uns oder fahren woanders hin. Vorher haben wir diese Zielgruppe verloren." Bereits jetzt sei der Stellplatz gut gebucht. Doch erst im nächsten Jahr wird er sich laut Schneider bemerkbar machen.

"Die letzte Zeit war sehr spannend, weil es viel Nachholbedarf gab", meint Schneider. Sei es der lang geforderte Wohnmobil-Stellplatz oder die neuen Beschilderungen der Rad- und Wanderwege. In und um Bad Staffelstein hat sich in den letzten Jahren in Sachen Tourismus einiges getan. "Ausruhen dürfen wir uns nicht. Wir müssen dran bleiben", so Schneider.