"Das ist schöö, wenn die Kompaniechefin außer Haus ist." Doch die Freude von Schreinermeister Georg Holzmeier ist nur von kurzer Dauer. Seine Frau Renate hatte bereits vor ihrer Abreise Verdacht geschöpft, dass ihr Mann und seine beiden Freunde während ihrer Abwesenheit irgendetwas im Schilde führen und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen.
In diesem Jahr bringt die Theatergruppe der Weismainer Kolpingfamilie das Lustspiel "Endlich sind die Weiber fort" auf die Bühne. Bei der Premiere am Samstagabend durfte sich Theaterleiter Uwe Dück und sein Team über ein volles Haus freuen. Das Premierenpublikum erlebte bestens agierende Schauspieler, die ihre Rollen mit reichlich Komik, Tempo und spürbarer Begeisterung spielten.

Ordentlich Lokalkolorit

Nicht zuletzt lag dies auch an der guten Portion Lokalkolorit als Würze der Geschichte. "Endlich sind die Weiber fort" ist ein herrliches Stück, dass, wie könnte es auch anderes sein, in Weismain spielt.
Die Kolping frauen wollen für ein Wochenende nach Hamburg fahren. "Endlich mal was anderes sehen als Weismain", freut sich Renate Holzmeier (Andrea Dembowski). Sehr zu ihren Unmut muss sie erfahren, dass plötzlich alle anderen Männer mitfahren wollen, nur ihr eigener Gatte Schreinermeister Georg Holzmeier (Frank Eitzenberger) nicht. Sogar sein Freund, Messner Lorenz Hartl (Christian Herold) soll angeblich mit nach Hamburg fahren. Das allerdings will Georg Holzmeier nicht so recht glauben, da ihre Vorbereitungen für einen feurigen Männerabend schon ziemlich weit fortgeschritten sind. Auch Irmi Hartl (Martina Motschenbacher) traut der Zusage ihres Ehemannes nicht so recht. Ist sie am Ende nur vorgetäuscht und planen die Männer ein Saufgelage?
Renate Holzmeier fürchtet nichts mehr als das Gerede im Ort, schließlich sind sie eine angesehene Familie in Weismain. Deshalb beauftragt sie ihren Sohn Simon (Steffen Ziegler), während ihrer Abwesenheit auf seinem Vater aufzupassen. Eine Aufgabe, die sich Simon nicht ganz uneigennützig in barer Münze vergüten lässt. Auch er freut sich, die Mutter endlich los zu haben, da er mit Freundin Eva (Silke Ziegler) eine sturmfreie Bude genießen will. Und was die Moral anbelangt, da verspricht auch die Pfarrköchin Agnes (Tina Lauterbach), ein Auge auf die Männer zu werfen. Als Schwester des Pfarrers ist sie schließlich im Städtchen für Zucht und Ordnung zuständig. Sonst geht es am Ende in Weismain so zu wie in Altenkunstadt ...
Wenn die Agnes Augen und Ohren aufhält, dann können die Kolpingfrauen beruhigt nach Hamburg fahren. Bei der Männerriege, der neben Georg und Lorenz auch Bäckermeister Karl Brezl (Uwe Dück) angehört, ist die Freude über ein freies Wochenende groß. "Ist schoo a gut's Gefühl, wenn die Frauen aus dem Haus sind", findet Karl Brezl. Essen und Trinken ist schnell organisiert, jetzt fehlt nur noch eine Stripperin. Da sich nur Simon mit dem Internet auskennt, streicht er erneut eine saftige Prämie ein. Allerdings nur, wenn das mit der Party überraschung auch klappt.
Zu allem Überfluss hat Renate Holzmeier ihre Schwester Rita (Melanie Mager) gebeten, ihre Männer während ihrer Abwesenheit zu bekochen. Rita passt so gar nicht in den Plan der Männerriege, ebenso wenig wie der Pfarrer (Johannes Russ), der plötzlich auftaucht. Schließlich warten die Männer schon ganz aufgeregt auf den Auftritt der Stripperin. Doch diese sagt ganz unerwartet ab.

Bauchtänzerin springt ein

Jetzt muss Simon handeln, will er nicht das ganze Geld wieder zurückgeben, dass er seinen Vater Georg und dessen Freunde Lorenz und Karl abgeknöpft hat. Da ist guter Rat gefragt. Bevor schließlich als Ersatz eine Bauchtänzerin mit Schleier vor dem Gesicht auftritt, taucht auch noch Agnes auf. Eine besondere Mixtur aus Apfelsaft und Hochprozentigen setzt die Pfarrköchin schließlich außer Gefecht.

Unglaubwürdige Geschichte

Am frühen Sonntagmorgen kommen die Frauen wegen einer Buspanne früher heim als geplant. Der Pfarrer sucht seine Schwester und findet sie schließlich mit einem erheblichen Kater im Hause Holzmeier. Auch die Männer haben einen schweren Kopf und wollen ihren Männerabend nur noch halbwegs unbeschadet überstehen. Die Geschichte, die sie ihren Frauen auftischen, klingt zunächst wenig glaubwürdig. Bis Simon alles aufklärt. Am Ende versprechen die Frauen, so schnell nicht mehr wegzufahren.
Die Besucher erlebten einen spritzigen und unterhaltsamen Abend, bei dem es viel zu lachen gab. Tina Lauterbach gab eine Pfarrköchin, mit der man am Ende beinahe Mitleid haben konnte. Christian Herold, Frank Eitzenberger und Uwe Dück überzeugten mit Wortwitz und vollen Einsatz. Steffen Ziegler begeisterte als Bauchtänzerin. Auch die Frauenrollen waren alle gut besetzt. Weitere Aufführungen des Lustspiels in drei Akten "Endlich sind die Weiber fort" sind am Samstag, 18., und Sonntag, 19. April, im Kolpinghaus in Weismain zu sehen. Einlass ist um 18.30 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.