Zehn Meter ist sie lang, die Brücke über einen Nebenarm der Weismain in der Langheimer Straße. Eigentlich ein unscheinbares Bauwerk, das in knapp sechsmonatiger Bauzeit fertiggestellt wurde. Wie viel aber vorher und währenddessen zu berücksichtigen und zu tun war, wurde bei der offiziellen Verkehrsfreigabe am Montagvormittag deutlich.

"Die Zeiten, dass alle Fahrzeuge über zwölf Tonnen umgeleitet werden mussten, gehören endlich der Vergangenheit an", sagte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU). Die Regierung von Oberfranken habe die dringende Notwendigkeit eines Brückenneubaus anerkannt und mit einem Fördersatz von 65 Prozent rund 232 000 Euro in Aussicht gestellt.

Mit 440 000 Euro Gesamtkosten war gerechnet worden, die Firma Dechant aus Weismain erhielt den Auftrag für ihr Angebot über rund 358 000 Euro - und nun zeichnet sich ab, dass die Kosten sogar unterschritten werden, wie der Bürgermeister bemerkte. Beim Bau sei es zu keinem Unfall gekommen, und so möge es auch künftig bleiben. Hümmer dankte allen Mitwirkenden und den Anliegern für ihre Geduld.

Ingo Jacobsen vom Ingenieurbüro Strunz, Bamberg, erinnerte an die ersten Planungen vor gut zwei Jahren. Ziel war eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und -sicherheit. Mit dem 68 Meter langen Ausbau wurden ein 2,25 Meter breiter Gehweg und ein gesicherter Übergang geschaffen. Die Fahrbahn selbst ist sieben Meter breit. Die Tonnagebeschränkung ist nun weggefallen.

Jacobsen erwähnte auch, dass mit dem Abbruch der alten Brücke eine aufwendige Entsorgung einherging. Das liegt daran, dass beim einstigen Bau noch das Ausbringen von teerhaltigem Asphalt erlaubt war. Teer wurde inzwischen als gesundheitsschädlich eingestuft und wird seit 1984 im Straßenbau durch Bitumen ersetzt.
Als Vertreter der Firma, die das Bauwerk aus Stahlbeton und Asphalt errichtete, sprach Alois Dechant Dankesworte. Vor über 45 Jahren habe das Unternehmen die erste Brücke über die Weismain zum Schulzentrum gebaut. "Es ist schön, wenn man eine Brücke bauen darf", sagte der Seniorchef, denn: "Brücken verbinden Landschaften und Menschen." Der Bach Weismain wiederum verbinde die beiden Orte Weismain und Altenkunstadt. Deren Verbindung wünschte sich Dechant im Hinblick auf interkommunale Zusammenarbeit noch inniger.
Auch unter den Schutz Gottes sollte die Brücke gestellt werden. Pater Kosma und Pfarrer Heinz Geyer hoben in ihren Worten vor der Segnung hervor, was ein Brückenschlag bedeutet. Er sei auch als Mahnung zu verstehen, Gräben zwischen Menschen zu überwinden. Die Sehnsucht des Menschen nach Begegnung sei eine Ursehnsucht, sagte Pfarrer Geyer, der dann auch Bezug auf die Terroranschläge von Paris nahm. Gerade in einer Zeit, in der es Fanatiker gibt, die die Verbundenheit von Menschen zerbomben möchten, sollten Menschen verschiedener Herkunft und Nationalität miteinander verbunden sein.


Geschichtliches: Die Brücke führt über den Mühlbach, einen Nebenarm der Weismain. Die Weismain mündet in Altenkunstadt in den Main. Sie war früher ein enormer Wirtschaftsfaktor. An ihr entlang, auf 18 Kilometern, reihten sich im Mittelalter 22 Mühlen. Die denkmalgeschützte Neumühle (Ursprung: 14. Jhdt.) befindet sich in der Nachbarschaft der Brücke in der Langheimer Straße. Sie war eine Getreide- und Sägemühle.