Zwei wegweisende Entscheidungen für die Schullandschaft im Landkreis hat der Kreisausschuss am Montag getroffen: Die Viktor-von-Scheffel-Realschule in Bad Staffelstein wird grundlegend saniert. Das Schulzentrum in Burgkunstadt - mit Gymnasium und Realschule - erhält eine neue Schulsportanlage.


Nägel mit Köpfen

Nach jahrelangem Tauziehen machte der Ausschuss nun Nägel mit Köpfen: Der Bau der neuen Schulsportanlage wird nun nicht mehr - wie bislang propagiert - mit dem Bau eines neuen Lehrschwimmbeckens in Burgkunstadt verknüpft. "Wir müssen weiterkommen", sagte Landrat Christian Meißner (CSU). 13 Jahre sei es nun her, dass die Stadt Burgkunstadt das inzwischen abgerissene Lehrschwimmbecken im Schulzentrum geschlossen habe. Seitdem sei immer wieder mit den Kommunen im östlichen Landkreis darüber diskutiert worden, wie eine kombinierte Lösung aus neuem Lehrschwimmbecken und neuer Freisportanlage finanziell und baulich auf den Weg gebracht werden könne. Beide Projekte hingen deshalb voneinander ab, da die Bezirksregierung die Größe der Sportanlage und damit auch die Höhe des Zuschusses vom Bau oder Nichtbau des Hallenbades abhängig machte. Für den Bau der Sportanlagen ist der Landkreis zuständig. Den Bau des Hallenbades müssen die Kommunen stemmen.
Der Landkreis würde mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Zuschuss leisten. Ende November vergangenen Jahres hatte die Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU) dem Landratsamt mitgeteilt, so der Landrat, dass die Stadt wegen eines laufenden städtebaulichen Ideenwettbewerbs für den Schulberg nicht vor Herbst/Winter dieses Jahres konkret sagen könne, wie es mit dem geplanten Hallenbadbau weitergehen soll.
Der Landkreis gerät allmählich unter Zeitdruck. Seit der Übernahme der Schulen durch den Kreis 2005 gibt es eine so genannte Bauverpflichtung für das vorgesehene Gelände nahe der Schule, die der Landkreis nach derzeitigem Stand bis 13. Dezember 2019 erfüllen muss. Tut er dies nicht, fallen die derzeit dem Kreis kostenlos zur Verfügung gestellten Grundstücke an die Kommune zurück. Wegen dieser Verpflichtung habe der Landkreis nun die Planungen für die neue Freisportanlage in die Wege geleitet. Nun muss noch entschieden werden, wie groß und wie teuer die Sportanlagen werden. Die kleine Lösung sehe zum Beispiel sechs Laufbahnen und einen Umkleideraum weniger als bei der großen Lösung vor, bei der acht Laufbahnen gebaut werden würden.
Der Landkreis werde noch bis Ende März erneut mit den Schulvertretern in Burgkunstadt sprechen. Dabei müsse endlich festgeklopft werden, wie groß die Anlage nach pädagogischer Einschätzung werden muss. "Ich möchte die Sportanlagen jetzt bauen. Das Warten darf nicht mehr weitergehen", so Meißner.
Noch nicht geklärt ist auch, ob die neuen Sportstätten direkt an den Schulgebäuden oder jenseits der Straße gebaut werden sollen. Um nicht in zeitlichen Verzug zu kommen, wird die Stadt Burgkunstadt ihre Bauverpflichtung mit dem Landkreis bis zum 13. Dezember 2024 verlängern. Dies hatte Bürgermeisterin Frieß dem Landrat angeboten. Der Baubeginn für die neue Schulsportanlage hängt zudem auch noch von der Bezirksregierung ab. Der Landkreis wird, wie der Landrat auf einen Einwand von Kreisrat Heinz Petterich (FW) zusicherte, vorher klären, ob die Bezirksregierung die große und die kleine Sportanlagen-Lösung bezuschusst.
Die Viktor-von-Scheffel-Realschule in Bad Staffelstein soll einer grundlegenden Sanierung und Modernisierung unterzogen werden. Schulleiter Heinz Zech vernahm als Gast den einstimmigen Grundsatz-Beschluss des Gremiums mit Freude. Kämmerer Holger Stingl hatte zuvor etliche Mängel des jetzigen Innenlebens und des äußerlichen Zustandes des Gebäudes beschrieben, das der Landkreis im Zuge der Gebietsreform 1972 übernommen hatte. Dabei ging es um zugige Schwingfenster mit Alurahmen in Klassenzimmern, um alte Eingangstüren, durch die der Wind pfeift oder um eine aus dem Jahre 1993 stammende Heizungsanlage, die häufiger ausfällt und für die es immer schwerer Ersatzteile gibt. Es ging um Risse in der Außenfassade und um eindringendes Wasser nach starkem Regen, das die Elektrik gefährdet. Es ging weiter um fehlende WC-Sitze in Toiletten und um die Lautsprecheranlage der Schule, die ebenfalls hin und wieder ausfällt. Ein bislang fehlender Personenaufzug soll im Zuge einer Sanierung ebenfalls eingebaut werden, um die Schule barrierefrei zu machen. Stingl sagte weiter, dass es verschieden teure Möglichkeiten gebe, die Mängel zu beseitigen und die Schule baulich auf einen Stand zu bringen, der den heutigen Anforderungen entspricht:
• Gebäude-Unterhalt aus dem laufenden Verwaltungshaushalt (ohne Kredit): 1,05 Millionen Euro
• Energetische Sanierung mit Bau einer Bio-Heizanlage: 3,05 Millionen Euro (altes Leitungsnetz und Heizkörper nicht im Förderprogramm)
• Teilgeneralsanierung (inklusive aller Heizkörper): 5,05 Millionen Euro
• Neubau: 5,63 Millionen Euro.
Der Landrat hatte eingangs betont, solche Investitionen seien nur möglich, wenn der Klinik-Neubau weiter so wie bisher finanziell vonstatten gehe. "Danach sieht es im Moment aus", so Meißner weiter. Zudem stehe in allernächster Zeit auch die Sanierung der staatlichen Berufsschule in Lichtenfels an. "Wir wollen das Projekt Realschule Bad Staffelstein nicht auf die lange Bank schieben", so Meißner.