Alle Jahre wieder", ertönt es mitten im Sommer aus dem Munde von Bürgermeister Udo Dauer (CSU). Das Stadtoberhaupt meint damit das Konsolidierungsprogramm des Freistaates Bayern, das für die hochverschuldete Kommune am Tor zum Jura wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk ist. Im vergangenen Jahr flossen Stabilisierungshilfen in Höhe von einer Millionen Euro, in diesem Jahr wurden sogar 2,5 Millionen Euro beantragt.
Eine Summe, bei der Jochen Schäfer vom Bürgerblock (BB) große Augen machte: "Wie hoch sind die Chancen, dass wir die Summe auch bekommen?", hakte er beim Bürgermeister nach. "Sehr hoch", erwiderte Dauer. Woher nahm er die Gewissheit? Als Grund für seine Zuversicht führte der Bürgermeister das Umschuldungskonzept der Stadt Weismain an, mit dem diese den Sprung aus der Schuldenfalle wagen will: "Es führt zu einer Sondertilgung von 1,3 Millionen Euro, die damit deutlich höher ausfällt als im vergangenen Jahr. Dafür gibt es auch mehr staatliche Unterstützung." Er rief auch in Erinnerung, was es mit dem Haushaltssicherungskonzept auf sich hat: "Es ist die Grundlage dafür, dass wir wieder Stabilisierungshilfen beantragen dürfen. Damit sollen Kommunen unterstützt werden, die wie Weismain unverschuldet in eine finanzielle Schräglage gekommen sind." Nach Einschätzung Dauers werde Weismain auch in den nächsten drei Jahren in den Genuss von Stabilisierungshilfen kommen.

"Lehrschwimmbecken nicht drin"

Der Bürgermeister sah sogar eine Gemeinsamkeit zur Griechenlandkrise. Wer Hilfen in Anspruch nehmen wolle, müsse bestimmte Spielregeln einhalten. Das gelte sowohl in der europäischen als auch in der bayerischen Politik, stellte er klar. "Konkret bedeutet das für Weismain: freiwillige Leistungen, wie der Bau eines Lehrschwimmbeckens, das obendrein noch eine defizitäre Einrichtung wäre, sind nicht drin."
Anschließend wurde das Haushaltssicherungskonzept für das laufende Jahr einstimmig verabschiedet.
Auch in einer anderen Angelegenheit fließen Gelder: Die Bayerische Landesstiftung unterstützt die Sanierung der Wallersberger St.-Katharina-Kapelle mit 19 500 Euro. "Das entspricht zehn Prozent des denkmalpflegerischen Mehraufwandes von 195 000 Euro", teilte Dauer mit. Die Baukosten werden auf insgesamt 222 000 Euro geschätzt. Die Landesstiftung ist nicht der einzige Förderer: Zuvor hatten sich bereits das Erzbistum Bamberg (65 000 Euro), die Oberfrankenstiftung (50 000 Euro) und die Stiftung der Sparkasse Coburg-Lichtenfels (5000 Euro) bereit erklärt, ihre Füllhörner über das Projekt auszuschütten.
Die Naturstrom AG will bei Wattendorf und Stadelhofen einen elf Windräder umfassenden Windpark bauen. Zwei der modernen Windmühlen sollen einen Kilometer entfernt von Großziegenfeld errichtet werden. Das ist eigentlich nicht vereinbar mit der Zehn-H-Abstandsregelung. Sie besagt, dass solche Anlagen einen Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden einhalten müssen. Bei einer Höhe von 200 Metern wären das im Falle des Weismainer Ortsteiles zwei Kilometer. In diesem Falle greift die Regelung jedoch nicht: "Unsere zwei Anlagen genießen noch Bestandsschutz, da das Genehmigungsverfahren bereits weitgehend abgeschlossen ist", hatte bei einer Bauausschusssitzung im Mai dieses Jahres Projektleiter Max Wackwitz von der Firma Naturstrom erklärt.

Schreitet das Landratsamt ein?

Während man im Weismainer Stadtrat nur das gemeindliche Einvernehmen versagt hatte, beschritt die Nachbarkommune Stadelhofen den Rechtsweg und klagte gegen die Genehmigung, die das Landratsamt Bamberg dem Unternehmen erteilt hatte. "Dabei musste Stadelhofen eine Niederlage einstecken. Das Urteil wiederum hat auch Auswirkungen auf uns: Das Landratsamt Lichtenfels hat der Stadt Weismain mitgeteilt, dass das Einvernehmen zu Unrecht versagt wurde", teilte der Bürgermeister dem Gremium mit.
Die Räte standen nun vor der Frage: "Sollen wir den Beschluss aufheben oder alles beim Alten belassen?" Sie entschieden sich für Letzteres, weil es der Wille der Bürger gewesen sei, dass die zwei Anlagen nicht gebaut werden. Das letzte Wort in der Angelegenheit hat somit das Landratsamt, das nun die geeigneten Schritte ergreifen muss, den Beschluss des Stadtrates wieder aufzuheben.
Mit der Schließung der Friedrich-Baur-Mittelschule in Burgkunstadt sind auch die Tage des Burgkunstadt Jugendtreffs gezählt, der sich im selben Gebäude befindet: Am 25. Juli um 17 Uhr findet eine große Abschlussfeier statt, zu der Dauer alle Interessierten einlud. Zugleich sprach er an, dass es bereits Überlegungen für einen neuen Jugendtreff gebe, der für Teens und Twens aus Alten- und Burgkunstadt sowie Weismain gedacht sei. "Als Standort ist Altenkunstadt im Gespräch", sagte er.
Der Bürgermeister betonte, dass es in Weismain in jüngster Zeit keinen Bedarf mehr für einen Jugendtreff gegeben habe. Allerdings hatte in Weismain lange Jahre eine solche Einrichtung existiert. Sie musste mangels Interesse vor ein paar Jahren ihre Pforten schließen. Zugleich hob Dauer die vorzügliche Jugendarbeit der Vereine hervor. "Die Bedürfnisse haben sich geändert", stimmte ihm Janine Brunecker von der Gemeinschaft Unabhängiger Bürger (GUB) zu. Einer Absage an das neue Vorhaben kamen die beiden Äußerungen aber nicht gleich. Sowohl Brunecker als auch Dauer plädierten dafür, in allen drei Kommunen in einer Umfrage den Bedarf nach einer solchen, unter professioneller Trägerschaft geführten Einrichtung zu ermitteln. Den Jugendtreff in Burgkunstadt hatte die Geschwister-Gummi-Stiftung geleitet.
Ein neuer Flyer informiert Einheimische und Gäste über die Geschichte von Weismain und regt dazu an, sich vor Ort ein Bild zu machen. "Was kannst Du auf der Eisentafel über das Obere Tor lernen?" oder "Überlege dir, woher die Kreuzkapelle ihren Namen hat?", lauten zwei der insgesamt fünf Mitmachfragen. Das "Du" in den Fragen lässt es bereits erahnen: Die Informationsbroschüre wurde erarbeitet und gestaltet von einer Grundschulklasse und ihrer Lehrerin. "Mein Dank für die tolle Idee mit dem ,learning by doing' geht an die Klasse 4a der Abt-Knauer-Grundschule in Weismain und ihre Referendarin Christine Metzke", sagte Dauer.