Es sind viele Einzelposten, die sich summieren. Unterm Strich sind jetzt, knapp drei Monate vor der geplanten Fertigstellung, Mehrkosten von 225 000 Euro für die Generalsanierung der Obermainhalle Burgkunstadt festgestellt. Kreisbaumeister Stefan Weisser legte die Gründe dafür dar. Bei bisherigen Vergaben und Abrechnungen der Handwerker glichen Einsparungen Verteuerungen weitgehend aus. Zusätzliche 55 000 Euro sind laut Weisser hauptsächlich auf die Änderung der Honorarordnung für Architekten- und Ingenieurleistungen zurückzuführen.


Außenanlagen und Sportgeräte

Der größte Teil der zusätzlichen Summe errechnet sich allerdings aus Maßnahmen, die bislang überhaupt nicht oder mit wesentlich geringerem Aufwand einkalkuliert wurden. Die Außenanlagen beispielsweise. Die 100-Meter-Bahn, die aufgeschottert als Baustellenzufahrt dient, muss möglicherweise abschließend saniert werden. Außerdem müsse eine neue Ringleitung für den Blitzschutz eingegraben werden, wie der Kreisbaumeister anführte. Was die Sportgeräte betrifft, räumte er einen "etwas blauäugigen" Ansatz ein. Man habe die bisherige, qualitativ hochwertige Ausstattung wiederverwenden wollen und für den Ab- und Wiederaufbau rund 25 000 Euro vorgesehen. Aus optischen wie auch Sicherheitsaspekten stehe jetzt jedoch eine Instandsetzung dieser Geräte an. Sandstrahlen, neu lackieren und montieren - für insgesamt etwa 80 000 Euro, aber immer noch günstiger und keinesfalls schlechter als eine Neuanschaffung, wie Stefan Weisser betonte.

Der höhere Aufwand für die Dacharbeiten, vor allem Unterbau und Wärmedämmung (20 000 Euro), sei erst nach Demontage des Blechdaches erkennbar gewesen.
Dem Brandschutzgutachten geschuldet ist eine Unterkonstruktion der Schalldämmung an Decken und Wänden (plus 25 000 Euro), und dies, weil die Halle auch als Versammlungsstätte genutzt wird. Eine veränderte Konstruktion an der Tribüne und Prallwand inklusive zweier Fluchttüren wird mit zusätzlichen 15 000 Euro angegeben.

Der Kreisausschuss genehmigte die Mehrkosten - verbunden aber mit dem Appell des Landrates Christian Meißner (CSU) an alle beteiligten Firmen, den Zeitplan einzuhalten. "Zum Schuljahresbeginn wollen wir rein." Dies scheine erreichbar.
Das Vorhaben hatte 2012 erstmals dieses Gremium beschäftigt. Die Gesamtbaukosten belaufen sich nunmehr auf rund 4,87 Mio. Euro. Vom Freistaat wird eine Förderung von etwa zwei Millionen erwartet.


Weiteres Thema: IC-Halt

In den nächsten Wochen finden die entscheidenden Gespräche für eine künftige Intercity-Anbindung des Landkreises Lichtenfels auf der Strecke Bamberg-Jena statt. Landrat Christian Meißner (CSU) wird diese Forderung in einem Gespräch mit dem Konzernbeauftragten der Deutschen Bahn in Bayern, Klaus-Dieter Josel, erneut vorbringen. Nach einem Wegfall des bestehenden ICE-Haltes durch die Neubaustrecke ist eine umgehende, leistungsfähige Anbindung an das überregionale Schienennetz für den Landkreis von größter Bedeutung, wie der Kreisausschuss mit einem einstimmigen Beschluss untermauerte. Dass die Bahn dies erst ab 2023 in Aussicht stellt, "kann kein Mensch verstehen", so der Landrat. Auch IHK und Handwerkskammer setzen sich entsprechend ein.


Fifty-Fifty-Taxi-Projekt

Warum sind die Kosten bei dieser freiwilligen Leistung des Landkreises so stark gestiegen? Dem will ein vom Landratsamt initiierter Arbeitskreis auf den Grund gehen und das Angebot überarbeiten. Wie Sprecher Helmut Kurz erklärte, gibt es Überlegungen zur Einführung einer technischen Lösung für die Erfassung im Taxi. Außerdem wurde vorgeschlagen, den Mindestfahrpreis (6 €) zu erhöhen und das Höchstalter für Nutzer von 27 auf 24 Jahre zu senken. Auch gebe es Pläne für ein Anrufsammelsystem. Das Projekt für vergünstigte Taxi-Fahrten war eingeführt worden, um risikoreiche ("Disco"-) Fahrten junger Leute am Wochenende zu vermeiden.


Ausgaben und Ideen im Tourismus

Die Sonderausgabe des Tourismusmagazins in Sachen "500 Jahre Reinheitsgebot" ist gut angekommen. Dies zumindest ist die Einschätzung, die man im Landratsamt zu der Veröffentlichung mit 40 000 Exemplaren hat. Andrea Musiol, die das Magazin weiterhin betreut, legte dem Kreisausschuss in dessen Sitzung am Montag die Ein- und Ausgaben dar. Demnach gab es für diese Sonderausgabe einen Fehlbetrag von 28 578 Euro, da sich die Ausgaben für journalistische und grafische Arbeit sowie Druck auf rund 32 800 Euro beliefen. Aus dem Anzeigenverkauf wurden 4220 Euro eingenommen.

Das Tourismusmagazin Obermain-Jura ist im vergangenen Jahr erstmals erschienen, und zwar mit drei Heften. Die nächste Ausgabe soll im Sommer in kleinerer Auflage von 25 000 herauskommen. Sie plane künftig ein Sonderheft pro Jahr, sagte Andrea Musiol. Man werde versuchen, die Einnahmen durch Anzeigen zu steigern.

Mit knapp 10 000 Euro beteiligt sich der Landkreis Lichtenfels an dem EU-geförderten Projekt "Wasserwanderweg Main - Gelbe Welle am Obermain". Dafür gab der Kreisausschuss grünes Licht. Der Fluss-Abschnitt von Hochstadt bis Unterbrunn wird mit einem einheitlichen Informationssystem zur besseren Orientierung für Kanufahrer ausgestattet. Darauf werden auch Hinweise auf Gastronomie, Übernachtungs- und Einkaufsmöglichkeiten gegeben. Ein Zählsystem mit Lichtschranke soll ferner ermitteln, wie stark der Wasserwanderweg frequentiert wird. Außerdem wird der bereits vergriffene Werbe-Flyer neu aufgelegt.

Das Projekt ist insgesamt mit rund 32 800 Euro veranschlagt. Von der Europäischen Union werden aus dem LEADER-Programm 19 500 Euro erwartet, Aus dem Etat "Flussparadies Franken" kommt ein Anteil von 3500 Euro.