Nach dem "Höllenfest" ist vor der Stadtmauersanierung: Zum Abschluss des städtischen Jubiläumsjahres geben die Organisatoren der einzigartigen Feier, deren Planung und Ausgestaltung ausschließlich in privater Hand lag, das Ergebnis bekannt: Nach Abzug der Unkosten und dank zusätzlicher Spenden kamen 5000 Euro für die Sanierung der historischen Stadtmauer in der "Hölle" zusammen.
"Mit diesem Erfolg hätte ich nicht gerechnet", gesteht Initiatorin Dagmar Dietz. Die ehrenamtlich engagierte Bürgerin, die bereits 2012 während der Planungen zum zweifachen Stadtjubiläum (700 Jahre Stadtrechte, 400. Geburtstag von Abt Mauritius Knauer) den Gedanken für eine Veranstaltung mit Mittelalter-Bezug rund um ihr Wohnhaus hatte, dankt "allen Besuchern, die ordentlich Hunger und Durst mitgebracht" hatten.

Idee wird verwirklicht

Nicht unerwähnt lassen möchten sie zudem die Spender und das 30-köpfige Helferteam, bestehend aus weiteren "Höllenbewohnern", Verwandten, Freunden und dem ehrenamtlichen "Rentertrupp". Ohne dessen Unterstützung wäre "es niemals gelungen, aus der Idee Wirklichkeit werden zu lassen". Und im namensgebenden früheren Gewerbegebiet eine der gelungensten Jubeljahr-Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, das im August mit uriger Atmosphäre, mittelalterlichen Handwerksvorführungen und Auftritten von Franz Besold als Abt Knauer mehr als 1000 Besucher anlockte.
Wie im Vorfeld angekündigt, wollen die Organisatoren den Erlös komplett in den Erhalt der Stadtmauer investieren, die den hinteren Teil der "Hölle" umgibt, um so einen Beitrag zur Bewahrung eines der idyllischsten Fleckchen der Jurastadt zu leisten.
Hierfür hat Dagmar Dietz' Sohn Jürgen Kontakt mit Behörden aufgenommen - und dabei erfahren, dass es gar nicht so einfach ist, dem Geld dem speziellen Zweck zukommen zu lassen.
"Zuerst war geplant, den Erlös an das Landratsamt zur Sanierung des Stadtmauerbereichs in der Hölle zu übergeben. Leider wollte niemand spontan die zweckgebundene Spende entgegen nehmen", berichtet Jürgen Dietz. Nach mehreren Telefonaten konnte er eine Genehmigung für die Stadt Weismain erwirken, die Eigentümerin des denkmalgeschützten Bauwerks ist.
Nun ist ein fachkundiger Blick der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt auf das Gemäuer notwendig, damit bei den Arbeiten keine schützenswerte Fauna vernichtet wird. Gesucht wird zudem ein Handwerksbetrieb, der die Fugen ausbessert, wetterfest verputzt und darüber hinaus die gerade im Bereich der Fenster einsturzgefährdete Mauer stabilisiert. Stadtbaumeister Markus Endres habe seine Unterstützung durch die Bereitstellung eines Gerüst zugesagt, auch die Höllenbewohner wollen bei Bedarf mit anpacken, um die Maßnahme möglichst zeitnah zu verwirklichen.

Wehrgang steht auch auf der Liste

Da noch keine Kostenschätzung vorliegt und noch auf die Antwort möglicher Zuschussgeber gewartet werden muss, ist derzeit unklar, was mit einem weiteren Wunsch der Veranstalter passiert: Falls nämlich noch Geld übrig ist, möchte Dagmar Dietz gerne auch den Wehrgang oberhalb der Stadtmauer instand setzen lassen. Dieser ist die einzige aus früheren Tagen noch erhaltene Passage, kann aber aufgrund des schlechten Zustands nicht betreten werden.
"Es wäre ein Traum, wenn ich Führungen künftig mit einem Spaziergang auf der Mauer krönen könnte", meint Dagmar Dietz, die bekanntlich ehrenamtlich Stadtführungen für Besuchergruppen veranstaltet. Sie ließ durchblicken, dass für eine Wehrgang-Instandsetzung, die die Schaffung eines sicheren Aufgangs beinhalten müsste, noch weitere Behördengänge - und vermutlich zusätzliche Spenden - notwenig wären.