Zur Bildreportage: Sperrmüll in Ebensfeld



Es sind Klänge, die von ungeheurer Kraft erzählen. Das Geräusch von zerberstenden Trümmern wechselt sich ab mit diesem grellen Ton, der an eine schwere, sich langsam und quietschend schließende Eisentür erinnert.
"Wenn die Müllpresse Krach macht, ist es gut. Dann ist alles okay und wir kommen schnell voran", sagt Michael Hönninger. Für ihn und seinen Sperrmüllfahrerkollegen Helmut Wich ist der Lärm Alltag.

Der 44-jährige Lichtenfelser Hönninger, der auch bei bei niedrigen Temperaturen T-Shirt trägt und dessen Oberarme einen Umfang haben wie bei manch anderen Menschen die Beine, arbeitet seit 24 Jahren als Müllwerker. Der Michelauer Helmut Wich, 45, seit 2011. Die beiden wissen, was hinein kommt in den Laster, der acht bis neun Tonnen schluckt. "Altmetall", sagt Wich, "bleibt genauso stehen wie Elektroschrott und Sondermüll".


Zerstören bis der Laster voll ist

Die zwei Männer, die in Ebensfeld aufräumen, sind in ihrem Element. Konzentriert fassen sie die sperrigen Gegenstände an. Jeder wird noch einmal mit den Augen fixiert und dann hinein geworfen - in die Presse, die alles zermalmt.

Einen ganzen Vormittag geht das so. Dann ist das Auto voll und der Müll verlässt den Ort. Das Ziel: Die Umladestation Seubelsdorf, wo Michael Hönninger seine Fahrkünste zeigt. Rückwärts steuert er den Lkw in die Halle, der gepresste Müll wird in eine tiefe Grube gekippt. Dort unten ist er nur noch ein kleiner Teil eines riesigen Haufens. Insgesamt kommen täglich knapp 100 Tonnen Müll hier an - normaler und sperriger. Helmut Wich fegt letzte Teile zusammen, Michael Hönninger sitzt im Führerhaus, erzählt von Frau und Kind. Und in Ebensfeld, da haben sie jetzt wieder Platz für Neues.