"Ist das eine Milka-Kuh?" Mit der Kuh aus der Schokoladenwerbung hat Schwarzvieh Relitta nicht viel gemeinsam, allerhöchstens die Flecken auf ihrem Rücken. "Die Milka-Kuh wird nur angemalt", klärt Landwirt Jürgen Hornung schmunzelnd den Fragesteller auf. Doch so ganz ernst hat Max seine Frage ohnehin nicht gemeint. Nur die Flecken haben ihn ganz stark an die lila Kuh der Werbebranche erinnert.

Seit über zehn Jahren erklären Bayerns Bäuerinnen mit dem Projekt "Landfrauen machen Schule" dem Nachwuchs, wo sein Essen herkommt, und erläutern den Zusammenhang zwischen landwirtschaftlichem Erzeugnis und gutem, genussvollem Essen. Am Donnerstag hatten die Mädchen und Jungen der zweiten Jahrgangsstufe an der Dr.-Roßbach-Grundschule in Lichtenfels mit ihren Lehrern Reinhold Mahr und Willi Gutgesell die Gelegenheit, auf dem Hof der Familie Hornung mehr über die Nahrungsmittelproduktion und die Arbeit auf einem Bauernhof zu erfahren.

130 Tiere

Bewirtschaftet wird der Vollerwerbsbetrieb von Jürgen und Ulrike Hornung. Mit dem Jungvieh stehen rund 130 Tiere im Stall, darunter 55 Milchkühe. Im Vorfeld ihres Besuches auf dem Bauernhof haben die Grundschüler im Unterricht schon einiges über Kühe und die Landwirtschaft erfahren.

"Die Kuh ist ein Wiederkäuer", weiß Christoph. Doch was bekommen die Kühe auf dem Hof der Familie Hornung zu fressen? "Eine Mischung aus Mais- und Grassilage, Getreideschrott, Heu und Mineralstoffe", erklärt Bäuerin Ulrike Hornung. Alle Bestandteile werden in einem sogenannten Futtermischwagen gut durchgemischt. "Wie wenn man einen Teig knetet oder einen Salat anmacht", erklärt Hornung. Nach einer knappen halben Stunde ist die Mischung fertig und kann an die Tiere verfüttert werden. Das Kraftfutter erhalten die Milchkühe an einer eigenen Station. Die Menge richtet sich nach ihrer Milchleistung und wird über einen Chip am Hals gesteuert.
Die trockene Witterung bereitet Landwirt Jürgen Hornung langsam Sorgen. "Wenn es nicht bald regnet, wird das Futter knapp", sagt er. Beim Getreide hat es bereits die ersten Dürreschäden gegeben. Jetzt hofft er auf Regen, damit wenigstens der Mais wächst.

Auf dem Bauernhof der Familie Hornung gibt es viel zu sehen. Manch eine Kuh lässt sich sogar streicheln. Auch für die Güllegrube interessieren sich einige Kinder. "Wie schwer ist ein Mähdrescher?", will ein Junge wissen. "Vier Tonnen", antwortet Landwirt Jürgen Hornung.

Auch die großen Maschinen, die auf dem Bauernhof die Arbeit erleichtern, werden ausgiebig bestaunt. Schließlich wartet noch eine gesunde Brotzeit auf die Grundschüler und ihre Lehrer. Es gibt drei verschiedene Sorten Käse, frisches Brot und einen großen Topf mit heißer Milch. "Der Käse schmeckt aber gut", stellen Nelly und Maya fest.

In Unnersdorf besuchte die Grundschule Grundfeld den Hof von Georg und Gertrud Zahn.