Die Bezirkshauptversammlung des Bezirks 3 fand beim Fanclub "Frankenstolz Redwitz 07" statt. Von den 620 Fanclubs des 1.FCN sind 85 im Bezirk 3 organisiert, der etwa mit den Grenzen Oberfrankens identisch ist. Bevor die gut besuchte Versammlung in der Schulturnhalle eine umfangreiche Tagesordnung abarbeitete, gab Bürgermeister Christian Mrosek (CSU) für die Clubführung und den Vorstand des Redwitzer Fanclubs einen Empfang im Rathaus.

Scheer verabschiedet

Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Schramm zeichnete den Bürgermeister mit der goldenen Ehrennadel des Clubs aus. Es folgte der Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde. Im Mittelpunkt der anschließenden Hauptversammlung stand die Verabschiedung des langjährigen Bezirkskoordinators Otto Scheer, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte. Der Ehrenvorsitzende des Fanverbands, Karl Teplitzky, hielt die Laudatio. Vor 35 Jahren, also 15 Jahre nach Gründung der Bundesliga, hätten Scheer und er die Fanbetreuung organisiert. Sie hätten mit dem engen Kontakt zum Vorstand Strukturen geschaffen, die bis heute gültig seien. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende würdigte das langjährige und erfolgreiche Wirken des Koordinators. Er erinnerte an den Trainerwechsel am Ende des vergangenen Jahres und an ein neues Clubgebäude. Auch griff er das brisante Thema der Stadion umbenennung von "Frankenstadion" zu "Grundig-Stadion" auf. Er wisse, dass die Fans lieber den Namen "Max- Morlock-Stadion" wünschten - in Erinnerung an den Weltmeister von Bern, der in 900 Spielen für die Rot-Schwarzen etwa 700 Tore erzielt hatte. Schramm machte deutlich, dass die Arena der Stadt Nürnberg gehöre und diese erhebliche Mittel für die Modernisierung vor der Europameisterschaft 2012 aufgewendet habe. Die Rückzahlung sei nur durch großzügige Sponsoren möglich.
Einer der Fans in Redwitz ist der elfjährige Paul Panzer. "Die Besuche im Stadion beeindrucken mich am meisten", sagte der Mittelschüler am Rande der Veranstaltung unserer Zeitung. Seine Verehrung gelte in erster Linie dem Torwart des Clubs, Raphael Schäfer. Auch seine Eltern seien überzeugte Clubberer. Sein schönstes Erlebnis sei es, wenn der Club wieder gewonnen habe. Den Trainerwechsel nimmt der junge Fußballfan gelassen. "Jetzt wird es aufwärts gehen", sagte er siegessicher vor dem Spiel gegen Hannover 96 am kommenden Sonntag.
Aufsichtsrat Ralf Preisl erläuterte das Konzept "Sicheres Stadion". Er ist Mitglied der "Arbeitsgemeinschaft Fan anwälte", ein Zusammenschluss von Rechtsanwälten, die Fußballfans vertreten. Preisl widmete einen großen Teil seines Vortrags dem verbotenen Abbrennen von Pyrotechnik in Stadien. Wie einige Fans meinten, ging es in der Diskussion um nicht ausreichende Kartenkontingente bei Auswärtsspielen.