Wenn die "Jingle Bells" in den Gehörgängen dröhnen, ein beschwipster Nikolaus "I'm Dreaming Of A White Christmas" krächzt und ein deutscher Klassiker zum Fest der Liebe laut statt leise rieselnd daherkommt, dann liegt das an den "Restless Cats" aus Bad Staffelstein und Kronach. Getreu dem Motto "rockiger die Glocken nie klingen" beweisen die Musiker auf ihrem aktuellen Album "‘ne gute Zeit", dass Weihnachtsweisen nicht zwangsläufig weichgespült und kitschig klingen müssen. Mit einem Augenzwinkern wurden diese in ein fetziges Rockabilly-Gewand gekleidet.
Am heutigen Samstag gibt es im "Blueberry Hill Pub" in Kronach ab 20 Uhr die passende Weihnachtsfeier dazu.
Die Tolle steht. Sie ist das Erkennungszeichen von Sänger und Bassist Andreas Mainz sowie Gitarrist Rainer Heil, die zusammen mit Schlagzeuger Erwin Speigel seit einem Vierteljahrhundert die "Restless Cats" bilden.
Seit ein paar Jahren weihnachtet es regelmäßig bei der Gruppe, wird die Rockabillylocke von roten Zipfelmützen verdeckt. "Angefangen hatte alles 2008. Damals spielten wir im Advent in der Burgkunstadter Kleinkunstkneipe ‚Rösla‘ ein ganz normales Programm. Als Gag hatten wir den Fans rote Bommelmützen spendiert. Das animierte uns dazu, ein Jahr später, ebenfalls im ‚Rösla‘, Weihnachtssongs im Rock'n'Roll-Stil zu spielen", erinnert sich Mainz. Der Grundstein für die alljährlichen Weihnachtskonzerte war gelegt, die in den darauffolgenden Jahren ihre Fortsetzung im Kronacher "Blueberry Hill Pub" fanden.
In diesem Jahre beschlossen die Musiker, die ihrer Meinung nach besten Songs aus ihrem Strauß bunter Weihnachtsmelodien auf CD zu bannen. Mainz drückt mit seiner markanten Stimme, die klingt als würde ein Rabe krächzen oder ein alter Dielenboden knarzen, so manchem Song seinen unverkennbaren Stempel auf. "Das war von uns auch so beabsichtigt. Dem Klassiker ‚Felice Navidad‘ aus der Feder von Jose Feliciano wollten wir ganz bewusst das brave Image rauben. Unsere Version klingt theatralischer, übertriebener, so als würde ‚Tom Waits‘ den Evergreen singen."
Stoßen die Musiker damit nicht andere Leute vor den Kopf? "Mag sein", erwidert Mainz. "Aber gerade unsere Fans waren es, die sich immer wieder dieses Lied von uns wünschten." Man sehe die ganze Weihnachtszeit nicht so bierernst, sondern betrachte sie durch die ironische Brille, so Mainz. Die Musiker schmücken sich auf ihrem Album eifrig mit fremden Federn, wie "Winter Wonderland", "White Christmas" oder "Rudolph, The Red-Nosed Reindeer", haben aber in letzter Sekunde noch eine Eigenkomposition eingespielt, die dem Album ihren Titel gab: "‘ne gute Zeit."

Heitere Vorweihnachtszeit

"Die Studioaufnahmen waren schon fast beendet, da kam mir nachts um 2 Uhr noch ein eigenes Lied in den Sinn. Am nächsten Tag spielte ich es den anderen vor, die begeistert waren." Darin wird die Vorweihnachtszeit als eine besinnliche und zugleich heitere Zeit beschrieben: "Ja sie beginnt die ruhige Zeit ... wir lassen uns treiben mit besinnlicher Heiterkeit", trällern die Musiker frohgemut. Für Mainz ist das Lied aber auch ein Plädoyer, die freien Tage zwischen den Jahren zum Nachdenken zu nutzen: "Ich nehme mir nicht nur Zeit für meine Familie, sondern mache mir auch Gedanken, wie es musikalisch weitergehen soll. Dabei ist schon so manch kreative Idee entstanden."
Derzeit drehen sich die Gedanken der Musiker um das Weihnachtskonzert in Kronach. Was erwartet die Fans? "Man wird nicht nur klanglich, sondern auch optisch merken, dass es sich um einen Auftritt handelt, bei dem unsere Lieder zum Fest der Liebe im Mittelpunkt stehen. Dem Titel unseres Albums folgend wollen wir eine schöne Zeit mit unseren Fans verleben", verspricht Mainz.