Großeinsatz am Baggersee: Rund zehn Feuerwehren rückten am Montagmorgen aus, um zu retten, was zu retten war, nachdem ein alarmierend niedriger Sauerstoffgehalt festgestellt worden war. Zander und andere eingesetzte Fische drohten einzugehen - ihr Gesamtwert dürfte im sechsstelligen Bereich liegen. Vor diesem Hintergrund entschied Kreisbrandrat Timm Vogler, sofort Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Mit mehreren Booten wurde der See befahren, um Bewegung ins Wasser zu bringen. Gleichzeitig pumpten Feuerwehrleute sauerstoffreicheres Flusswasser aus dem Main in den See. Die eigene Pumpe der Hochstadt-Marktzeulner Sportfischer, die 3600 Liter in der Minute umwälzt, konnte alleine nichts mehr bewirken. Ein großer Kompressor der Firma Dechant wurde zusätzlich herangeschafft.


Verein muss dafür aufkommen

Vorsitzender Dieter Geyer rechnete schon gestern Mittag damit, dass die konzertierte Aktion den Verein eine vierstellige Summe kosten wird. Denn dafür muss der Verein mit seinen rund 270 Mitgliedern aufkommen. Das genaue Ausmaß des Schadens werde aber wohl erst gegen Ende dieser Woche feststellbar sein. Tote Fische, die jetzt noch am Grund liegen, würden dann emporkommen.

Vor 15 Jahren habe es schon einmal eine ähnliche Misere gegeben, erinnert sich Geyer. Seit dieser Erfahrung führen die Sportfischer an ihrem Angelgewässer regelmäßig Messungen durch. In der zurückliegenden heißen Woche habe man jeden Tag früh, mittags und abends kontrolliert, berichtet Gewässerwart Michael Geyer. Bis zum Sonntag sei alles noch im grünen Bereich gewesen.

Durch den krassen Wetterumschwung mit massiver Abkühlung und kaum Sonnenschein wurde dann aber ein kritischer Prozess in Gang gesetzt. Es kam zu einer Durchmischung mit den sehr sauerstoffarmen Wasserschichten vom Grund des Sees. Am Montagmorgen wurde ein Sauerstoffgehalt von unter zwei Milligramm pro Liter Wasser gemessen. Ein alarmierender Wert: Zander beispielsweise brauchen vier Milligramm pro Liter zum Überleben.

Kreisbrandrat Timm Vogler zeigte sich zuversichtlich: "Ich denke, wir kriegen das hin." Mindestens bis 18 Uhr sollte der Einsatz am Montag auf dem rund zehn Hektar großen Gewässer zwischen Hochstadt und Zettlitz andauern.