Auf einer Koppel an der "Steinernen Hochzeit" hält Elisabeth Göring ihre Ponys. Eines davon, "Blümchen", vermisste sie am 5. Oktober. Alles Suchen half nichts. Das Tier blieb verschwunden. Bis zum vergangenen Sonntag.
Elisabeth Göring hatte das Suchen nicht aufgegeben. Als sie am Sonntagvormittag erneut das Gelände um die "Steinerne Hochzeit" durchstreifte, fand sie das tote Tier einige Hundert Meter von der Koppel entfernt. Es lag tot in einem Waldstück - an einer Stelle, an der sie, wie sie sagt, zuvor schon mehrmals gewesen ist und an der das tote Tier vorher "definitiv nicht gelegen hat".

Elisabeth Göring ist sehr traurig, weil sie das Tier sehr liebte. Ihre Ponys hält sie in einem offenen Stall, so dass die Tiere jederzeit hinaus auf die Koppel laufen können. "Am Dienstagabend war Blümchen noch da, und am Mittwoch war's spurlos verschwunden", erzählt sie. In den folgenden Tagen sei das Tier nicht mehr aufgetaucht. So oft sie auch nach ihm Ausschau hielt, es blieb verschwunden.

Bis zum Sonntag, 16. Oktober. Elisabeth Göring hatte sich wieder auf die Suche nach "Blümchen" gemacht. Sie fand das tote Tier an einer Stelle, an der sie schon mehrmals nachgesehen hatte: "Wie sie dort gelegen hat, war nicht natürlich." Ihre Worte lassen den Schluss zu, dass jemand das rund 100 Kilogramm schwere tote Tier hingebracht haben muss.

Der Verlust des etwa 18 Jahre alten Tiers trifft Elisabeth Göring sehr. "So ein Pony kann locker 40 werden", sagt sie. Ihre Tiere seien wie Partner für sie. Nun fürchtet sie um ihre anderen drei Pferdchen, darunter ein Mini-Shetlandpony. "So ein Tier kann einem ans Herz wachsen", beschreibt sie den Verlust, "und jedes Tier hat seine Geschichte". Als ihre Nichten noch jünger waren, hätten sie auf diesen Ponys das Reiten gelernt. Erinnerungen werden wach.

Überhaupt hatten viele Kinder, die zur "Steinernen Hochzeit" kamen, ihren Spaß mit den Tieren. Die Kinder durften die Ponys herumführen und ihnen Zöpfchen flechten. An Kindergeburtstagen wurden die gutmütigen Tiere für Rallyes eingesetzt.

Dass "Blümchen" so plötzlich verschwunden ist, hat Elisabeth Göring nicht verstanden. Das Pony sei nie ausgebüxt oder gar mit Fremden mitgegangen, auch wenn es sehr zahm und zutraulich gewesen sei. Das Bild des toten Tiers geht ihr nicht aus dem Kopf. "Des hat des Pferdla weiß Gott ned verdient", kommentiert sie die Auffindesituation und fügt hinzu: "Ich werde alles versuchen, um herauszufinden, was passiert ist."

Die Lichtenfelser Polizei bestätigt, dass das Tier tot aufgefunden wurde und dass die Ermittlungen laufen. Zu näheren Details wollte sich die Polizei derzeit nicht äußern, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Wie das Pony gestorben ist, soll nun ein Tierarzt herausfinden.