"Der Fitnesslauf ist ein zentraler Punkt in unserem Jahreskreis, da er Begegnung zwischen Bewohnern, Angehörigen und anderen Burgkunstadtern ermöglicht." Die Einschätzung des stellvertretenden Gesamtleiters, Christian Behner, bezüglich des Stellenwerts der Sportveranstaltung für Menschen mit Behinderung diente zugleich als Fazit der achten Auflage am vergangenen Samstag.
Denn während die Starter in drei Kategorien mehr oder weniger flott unterwegs waren, war in ihren Gesichtern abwechselnd Anstrengung und strahlende Freude abzulesen. Dies lag daran, dass das an einen Sommertag erinnernde Wetter viele Zuschauer angelockt hatte, darunter nicht nur Bewohner, Personal und Angehörige der Regens-Wagner-Einrichtung, sondern auch Dutzende von Bürgern, die ihre Verbundenheit mit der Einrichtung unterstrichen.
Nachdem sich Wolfgang Sievert, Vorsitzender des veranstaltenden Fördervereins, während der Begrüßung vor dem Start über die Resonanz gefreut und gemeinsam mit Gesamtleiterin Sabine Schubert bei Helfern und Sponsoren bedankt hatte, erwies sich der Austragungsort einmal mehr als Glücksgriff: Vom Gutshof an den ehemaligen Landwirtschaftsgebäuden begaben sich die Sportler auf die 500 Meter lange Strecke durch das Freizeit- und Gartengelände von Regens Wagner. Da der Rundkurs fünfmal bewältigt und folglich der Start-/Zielbereich ebenso oft passiert werden musste, war quasi pausenloses Anfeuern durch das Publikum angesagt.
Am meisten profitierte Peter Franz davon. Der Burgkunstadter landete mit knapp über 25 Minuten einen souveränen Sieg und war im Ziel erst einmal "einfach nur happy". Zu verdanken hatte der 24-Jährige seinen Erfolg einer intensiven Vorbereitung: Für seine erstmalige Teilnahme seit 2008 hatte er ein halbes Jahr lang trainiert, zuletzt sogar dreimal pro Woche.
Dass zum ersten Mal seit langem auch die weiteren Podiumsplätze an "Lokalmatadore" gingen, war nicht verwunderlich. Schließlich befanden sich diesmal keine auswärtigen Einrichtungen im Feld der Läufer, weshalb ausschließlich Regens-Wagner-Sportler ihren Runden drehten.
Hochzufrieden über Ablauf und Beteiligung zeigte sich Stephan Westhäuser. Als Regens-Wagner-Mitarbeiter gehörte er zum Organisationsteam des Fitnesslaufs, der aus dem seit 2002 bestehenden "Lauftreff" hervorging, bei denen behinderte und nichtbehinderte Laufbegeisterte gemeinsam ihrer Leidenschaft nachgehen; zugleich ist er Mitglied des ASC Marktrodach, der die Veranstaltung mit zehn Helfer unterstützte.

80-jährige Agnes Eck am Start

Westhäuser zollte den Teilnehmern größten Respekt für ihre Leistung: "Eigentlich dürfen sich alle als Gewinner fühlen. Gerade wenn man sieht, wie die Läufer schon eine Viertelstunde vor dem Start bereit stehen und sich freuen." Beides galt auch für die mit 50 Teilnehmern beliebteste Kategorie, das Walking.
Unter denjenigen, die es mit oder ohne Stockunterstützung auf der 2,5-Kilometer-Strecke etwas ruhiger angehen wollten, befand sich mit der 80-jährigen Agnes Eck auch die älteste Teilnehmerin. Der Jüngste war der siebenjährige Felix Kremer.
43 Menschen mit Behinderung, die auf Grund seines Handicaps nicht zu Ausdauerleistungen fähig sind, beteiligten sich stattdessen am Bewegungsparcours, der unter anderem aus Geschicklichkeits-, Balancierübungen, Dosenwerfen, Malen und dem Eisstockschießen "im Trockenen" bestand.
Bei derPreisverleihung erhielten die Sieger ebenso Pokale wie die Gruppen "Felix" und "Lisa", die die meisten Sportler stellten. Einen Sonderapplaus gab es für die Gruppe, die den achten Regens-Wagner-Fitnesslauf durch den gesonderten "Sponsorenlauf" auch finanziell zu einem Erfolg verhalfen. 13 von einem Beagle begleitete Athleten aus der Region hatten sich bereit erklärt, so viele Runden zu absolvieren, wie es ihre Kräfte zuließen, und für jede Etappe einen bestimmten Betrag zu spenden. Sie legten gemeinsam 107 Kilometer zurück, wodurch 442 Euro zusammen kamen, die der Förderverein zur Unterstützung der Einrichtung verwendet.