Rund 700 Gläubige kamen zur feierlichen Abschlussmesse von Pater Christoph Kreitmeir in die Basilika Vierzehnheiligen. Der Geistliche verlässt das Franziskanerkloster am Obermain, um mit neuen Mitbrüdern im Kloster Frauenberg in Fulda ein spirituelles Zentrum aufzubauen.

Seine letzte Predigt bewegte die Gottesdienstbesucher, die sich so manche Träne aus den Augen wischten. Keine Frage, der Seelsorger war und ist beliebt, nicht nur im Gottesgarten am Obermain. Die Besucher kamen aus allen Himmelsrichtungen, aus der Diözese Bamberg und aus den benachbarten Kirchenkreisen.


Altar mit Erntegaben geschmückt


Zu Beginn der Messe überbrachten Kinder der Obst- und Gartenbauvereine aus Grundfeld und Wolfsdorf Erntegaben, die sie vor dem reich geschmückten Hauptaltar niederlegten. Früchte des Gartens, mächtige Kürbisse, viele Brote und Getreideähren hatten sie zusammengetragen. Darüber schwebte die kunstvoll geflochtene Erntekrone. Mit der Gestaltung des Altars brachten die Gläubigen zum Ausdruck, dass sie dem Schöpfer der Welt die Grundlage ihres Lebens verdanken.

Dicht gedrängt standen die Menschen vor dem Gnadenaltar und in den Gängen und lauschten den Worten ihres Paters. Der unbeirrbare Glaubensverkünder war für sie elf Jahre lang Vikar, Hausökonom, Leiter des Wallfahrtsbüros, Lebensberater und Seelsorgerr. Zur Predigt stieg der Geistliche die Stufen zur Kanzel empor, von der nur bei besonderen Festtagen das Wort Gottes verkündigt wird. So konnten ihn alle sehen und er die große Schar der Gläubigen.

Pater Christoph erinnerte sich an seine erste Predigt vor elf Jahren, die er dem Matthäus-Evangelium entnommen hatte. Und auch zum Abschied wählte er das Wort: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war."


"Viele Äcker durchpflügt"


Der Seelsorger schilderte seine ersten Eindrücke von Vierzehnheiligen. Als er mit Freunden den Staffelberg erwanderte, habe er erlebt, wie ein Landwirt mit seinem Traktor ein abgeerntetes Feld bearbeitet habe. Obwohl seine Maschine viel Kraft besessen habe, habe sie sich beim Umpflügen des Ackers richtig schwer getan.
Danach, so Christoph Kreitmeir, habe er die schwarze aufgerissene Scholle mit dem untergepflügten Stroh gesehen und den kühlen Duft von frischer Erde gerochen.

Wenn er in diesem Gottesdienst zurückschaue, dann könne er sich nur wundern, was aus seinen anfänglich zaghaften Schritten geworden sei. "Ich habe viele Äcker durchpflügt, hatte auch mit vielen Steinen und Unkraut zu tun, ich fand aber einen echt wertvollen Schatz: die brüderlich spirituelle Seelsorge mit psychologischen Kenntnissen, die ich in all den Jahren vergrößern durfte", zog der Seelsorger Bilanz.

Er habe erlebt, wie der Alltag ihn mürbe machen wollte, habe wie jeder Mensch Enttäuschungen, Ernüchterung, Schmerzen, Krankheit und so manche Durststrecke erfahren. "Aber durch das Wissen, dass es einen Schatz gibt, durfte ich viele andere Schätze entdecken und heben. Ich schulte meinen positiven Blick und fand so viel Schönes hier am Obermain. Eine große Dankbarkeit durchströmt meine Seele und gibt mir Kraft, nun an einem anderen Ort nochmals neu zu beginnen."


Dank an seine Begleiter


Pater Christoph richtete seinen Dank an alle, die ihn in Vierzehnheiligen begleitet hatten und fügte hinzu: "Ich bin dankbar für meine Seele, die sich im Laufe der Jahre immer mehr zu dem herausgebildet hat, wofür sie hier auf Erden ist: Hoffnung leben, Positives sehen und benennen, Gutes tun, sich für andere einsetzen und sich dabei selbst nicht zu vergessen, an einen tieferen Sinn des Lebens zu glauben und aus dieser Kraft heraus zu leben und sich freudig zu engagieren."

Nach dem Gottesdienst durfte er vor dem Franziskusaltar viele Gläubige persönlich verabschieden. Pater Christoph kam ihnen entgegen und näherte sich dabei immer mehr dem Antoniusaltar. Menschen, die etwas verloren haben, rufen diesen Heiligen an. Sie verlieren Pater Christoph, doch haben sie Vertrauen, einen Seelsorger wie ihn wiederzufinden.