Pater Christoph Kreitmeir verlässt nach elf Jahren das Franziskanerkloster in Vierzehnheiligen im September. Mit einem Nebensatz kündigte der bekannte Pater die weitreichende Entscheidung der Deutschen Franziskanerprovinz bei der Andacht zur Fahrzeugweihe am Sonntag in der Basilika an.
Die Provinz tagte im Mai dieses Jahres in Hofheim bei Frankfurt. Gegenüber unserer Zeitung deutete er bereits vor einiger Zeit an, dass sich Veränderungen abzeichneten. Bei einem Gespräch gab Pater Christoph bekannt, dass sein neues Betätigungsfeld im Kloster Frauenberg in Fulda sei. Das Kloster der Franziskaner auf dem gleichnamigen Berg war die Zentrale der Thüringischen Franziskanerprovinz, die 2010 mit den drei anderen Provinzen zur Deutschen Franziskanerprovinz vereint wurde. Das Kloster wird zurzeit total neu aufgestellt und reduziert sich von 25 auf neun Franziskaner, deren Aufgabe es sein wird, ein spirituelles Zentrum aufzubauen.


Bis September in Vierzehnheiligen

Der beliebte Pater wird noch bis Ende September in Vierzehnheiligen bleiben, um die Patres bei den Wallfahrten zu unterstützen. Umziehen wird er aber schon bis Ende August. Am Erntedanktag, 2. Oktober, wird er vier Abschiedsmessen in der Basilika halten, bei denen er predigen wird. Mitte Oktober folgt ein Abschiedsfest für geladenen Gäste. Seit Juni 2005 ist Pater Christoph im Franziskanerkloster Vierzehnheiligen tätig. Seine Aufgaben sind: Wallfahrtsseelsorger, Hausvikar, Hausökonom, Leiter des Wallfahrtsbüros, Betreuer von Informationszentrum und der Homepages www.vierzehnheiligen.de und www.christoph-kreitmeir.de sowie Öffentlichkeitsarbeit. Er führt psycho-spirituelle Lebensberatung durch und hält Vorträge in der Erwachsenenbildung, bei denen er imstande ist, große Säle zu füllen. Schließlich erarbeitet er mit Pater Heribert immer wieder die Zeitschrift "Basilika". Innerhalb der deutschen Franziskanerprovinz engagiert sich Pater Christoph im "Web-Team" und der Kommission für Öffentlichkeitsarbeit. Im Laufe der Zeit veröffentlichte er vier Bücher. Das fünfte wird Ende September erschienen.
Mit Pater Christoph verliert die Region einen beliebten Geistlichen. Seit 1984 ist er Franziskaner und im Laufe der Zeit zeigte sich, dass ihm zwei Bereiche in seinem Leben sehr wichtig geworden sind: Spiritualität und das Engagement für Menschen in seelischer und materieller Not. Beide Bereiche hängen eng zusammen und ergänzen einander, davon ist er überzeugt. Reine Sozialarbeit könne jeder machen, auch der Humanist oder sogar der Atheist. "Christliche Sozialarbeit entspringt aber einer christlichen Spiritualität, die in einer lebendigen Gottesbeziehung wurzelt", unterstreicht der Ordensmann.
Für Pater Christoph werden Pater Alexander Weissenberger (77) und Pater Stanislaus Wentowski (45) nach Vierzehnheiligen umziehen und in der Wallfahrtsseelsorge mitarbeiten, , teilte der Guardian des Klosters, Pater Heribert Arens, mit. Pater Alexander hat die letzten Jahre in Dettelbach als Hausvikar und Pfarrseelsorger gewirkt, Pater Stanislaus kommt vom Kreuzberg in der Rhön, wo er als Seelsorger für Menschen auf der Suche, für die Wallfahrer und die letzten zwei Jahre als Guardian der Gemeinschaft tätig war. awe