Mit einer Feierstunde erhielt die Grundschule von Burgkunstadt ihren neuen Namen: Sie heißt nach der prägenden, sozial engagierten Unternehmerpersönlichkeit Dr. h.c. Friedrich Baur, dem gleichnamigen Gründer des Versandhauses Baur.

Konrektorin und kommissarische Schulleiterin der Grundschule, Susi Krauß, richtete gleich zu Beginn besonders an die Schulkinder die Frage, wer dieser Friedrich Baur oder die Baur-Familie gewesen seien.



Auf die Bühne gebracht

Die Spielszenen der Schüler der Klasse 3 b verdeutlichten die besondere Persönlichkeit des Unternehmers, nach dem die Schule nun benannt wird. Sie erinnerten an Baurs unternehmerische Tätigkeit, aus der im Lauf der Zeit eines der bedeutsamsten Versandhäuser Deutschlands wurde.

Der Firmenchef habe sich aber auch im besondere Maße für Burgkunstadt, die Feuerwehr, das Rote Kreuz und seine Belegschaftsmitglieder eingesetzt. Wollte man eine Verbindung zur heutigen Zeit herstellten, sagte die Schulleiterin zu den Mädchen und Jungen, wäre Friedrich Baur wahrscheinlich eine Art "Amazon" oder "Zalando" geworden.

An das Zitat Friedrich Baurs "Im Mittelpunkt des Denkens und Handels muss stets der Mensch stehen" knüpfte Konrektorin Susi Krauß ihre Festansprache an. Mit Blick auf die Tätigkeit der Lehrkräfte meinte sie, dass es für sie ebenfalls einen Mittelpunkt gebe: das einzelne Schulkind mit seinen Begabungen, mitunter aber auch Sorgen. Das sorge für ein harmonisches Miteinander im Schulleben. Auch die Eltern mit ihren Erwartungen, Hoffnungen und Ängste gehörten dazu.


Gräben zuschütten

Durch die Schließung des Schulhauses in Mainroth wurde der Schulsprengel geändert, womit sich auch die Notwendigkeit einer Namensänderung der Schule gab. Für manche sei es sicher sehr traurig, da der Name Mainroth nun endgültig nicht mehr mit der Grundschule in Verbindung gebracht werde.

Dennoch glaube sie, so die derzeitige Schulleiterin, dass es zu schaffen sei. Krauß freut sich, dass die Schule künftig den Namen eines Mannes trage, der als zentrale Aussage das Schaffen und Wirken der Menschen in den Mittelpunkt stellte.

Sehr gelungen fanden die Gäste dann den Schustertanz, der daran erinnerte, dass es der Handel mit Schuhen war, mit dem Friedrich Baur seine unternehmerische Tätigkeit startete.


Wandel bestimmt das Leben

Landrat Christian Meißner nannte Kathi und Friedrich Baur eine markante Unternehmerfamilie Burgkunstadts, deren Leben und unternehmerische Tätigkeit auch vielfach vom Wandel bestimmt gewesen sei. Mitunter habe es tief Einschnitte gegeben, es musste auf wirtschaftliche Entwicklungen reagiert werden, Neuorientierungen wurden erforderlich, und nur durch diesen Wandel, den es mitunter auch im Schulwesen gebe, konnte ein bedeutsames Versandhandelsunternehmen erfolgreich geführt werden.

Er hoffe, dass durch diese Veränderungen dennoch die Betroffenen wieder stärker zueinanderfinden, denn schließlich gehe es um die Schulkinder.

Bürgermeisterin Christine Frieß überbrachte die Grüße der Stadt und des Stadtrats. Gisela Rohde vom Staatlichen Schulamt in Lichtenfels vertrat die Auffassung, dass die namensgebende Person zugleich auch etwas über die Schule selbst aus sage.Erfreut darüber, dass gleichsam das Lebensmotto von Friedrich Baur aufgegriffen wurde, zeigte sich der Geschäftsführer der Friedrich Baur-Stiftung, Bernhard Betz.


Gedenktafel

Als offizielle Besieglung der Namensgebung wurde an der Friedrich-Baur-Grundschule von Burgkunstadt eine Tafel enthüllt und in Erinnerung an den denkwürdigen Tag ein Baum gepflanzt.