Er hatte wohl keinen Strom mehr, und dann ging er zur Nachbarin. Das Haus brenne, sie solle die Feuerwehr rufen. Später steht der 53-jährige Hausbesitzer im Hof und schaut bei den Löscharbeiten zu.

17 Wehren aus den Landkreisen Lichtenfels und Coburg rücken an, dazu THW und BRK, ein vorbildlich verlaufender Einsatz, wenn man den Bericht liest, den Kreisbrandrat Timm Vogler als Einsatzleiter abgab. "Ich stand gerade vor der Obermain-Therme, wir hatten eine Besprechung wegen Brandschutz in der Saunaanlage."

Ein Routinetermin. Um 8.17 Uhr am Montag erreicht ihn die Alarmmeldung, gegen 8.31 Uhr stuft Vogler den Alarm auf die Stufe B6 hoch, "den zweithöchsten, B7 hatten wir beim Brand bei Metob". Denn die Flammen schlagen durch das Dach. Das Feuer im Wohnhaus, mitten im Ort gelegen, droht auf angrenzende Scheunen überzugreifen. Um 8.47 Uhr ist das Feuer unter Kontrolle. 220 Einsatzkräfte sind vor Ort, bis hin zur Feuerwehr Coburg mit ihrer Drehleiter, die aber wieder abrücken kann. Die landkreisübergreifende Zusammenarbeit funktioniere seit der Einrichtung der Integrierten Leitstelle in Ebersdorf gut, ist Vogler zufrieden.

Doch damit ist die Geschichte nicht erzählt. Brandursache unklar, 150 000 Euro Schaden, der Hauseigentümer konnte sich mit leichten Verletzungen retten und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, fasst das Polizeipräsidium Oberfranken zusammen, es werde ermittelt. Doch es ist kein gewöhnliches Krankenhaus, der 53-Jährige wurde nach Kutzenberg eingeliefert, bestätigen inoffizielle Quellen. Nachbarn erzählen, 15 Jahre habe er sie nicht gegrüßt, "plötzlich stand er vor uns und fragte nach Geld für Benzin". Wovon er gelebt hat? Gearbeitet habe er nicht, wohl vom Vermögen, vermuten die Nachbarn. Er war ein Mann aus dem Ort, lebte im Elternhaus.

Es soll eine Freundin gegeben haben, aber wohl auch eine Trennung von ihr, die erst wenige Wochen zurückliegt. Er sei insgesamt merkwürdig aufgetreten: "Man hatte ja Angst, seine Kinder im Hof spielen zu lassen", sagt eine Nachbarin. Brandstiftung im eigenen Haus als mögliche Ursache für das Feuer macht unter Einsatzkräften und Nachbarn die Runde.