Das Kundenportfolio des Batterieherstellers Moll ist nun um einen Premium-Markennamen reicher: Ab sofort werden Mercedes-Fahrzeuge der A- und B-Klasse mit den Start-Stop-Batterien einer speziellen Technologie aus Bad Staffelstein ausgerüstet. Dabei geht es nach Aussage von Moll-Vertriebsleiter Martin Mantel um ein beachtliches Volumen.

Vorausgegangen waren langjährige Geschäftsbeziehungen und ein groß angelegter Feldversuch, der die Verantwortlichen bei der Daimler AG überzeugte. Die ersten Start-Stop-Batterien wurden vor wenigen Tagen ins ungarische Mercedes-Werk nach Kecskemét geliefert; gefolgt von weiteren Lieferungen an die Daimler-Standorte Sindelfingen, Rastatt und Valmet Automotive in Finnland.


Entwicklung war Teamleistung

"Wir sind stolz, dass auch Daimler zu unseren Kunden zählt und wir dazu beitragen dürfen, dass die Autos mit dem prägnanten Stern mit der Moll-Batteriekompetenz Made in Germany fahren werden", sagt Martin Mantel. "Dieser Erfolg ist der Teamleistung unserer gesamten Mannschaft in einem wettbewerbsträchtigen Umfeld zuzuschreiben. Die hohen Qualitätsansprüche, die wir an uns selbst stellen, entsprechen somit auch den Anforderungen der großen Premium-Markenhersteller. Erfahrung, Kompetenz, technisches Know-how und Innovationsbereitschaft gepaart mit der Flexibilität eines Mittelständlers machen uns zu einem verlässlichen Partner der deutschen Automobilindustrie."

Glücklich über den nun getroffenen Geschäftsabschluss ist auch Geschäftsführerin Gertrud Moll-Möhrstedt: "Es war eine Super-Gemeinschaftsleistung unserer Entwicklungsabteilung. Viele Prozesse waren zu durchlaufen, und wir werden da auf jeden Fall dranbleiben."

Diese vielen Prozesse, die Gertrud Moll-Möhrstedt anspricht, hatten eine jahrelange Vorarbeit erforderlich gemacht. "Die deutschen Automobilbauer haben die höchsten Qualitätsstandards auf der Welt", sagt Martin Mantel. Und das sei noch getoppt worden: "Mit dem Ziel, Daimler-Benz als Kunden zu akquirieren, erfüllen wir nun die höchsten Qualitätsanforderungen, die es in der Branche gibt."


Drei Jahre Entwicklungsarbeit

In der Summe, fährt Mantel fort, habe das Moll-Entwicklungsteam in Bad Staffelstein rund drei Jahre an der Start-Stop-Batterie für Mercedes-Fahrzeuge gearbeitet. Diese EFB-Technologie (Enhanced Flooded Battery) erhöhe die Zyklenfestigkeit im Vergleich zu traditionellen Batterien und die Batterie bleibe auch bei starken Belastungen einsatzbereit. Im Prinzip handle es sich um eine verbesserte Nassbatterie.


Labortests und Alltagsbetrieb

Vorausgegangen seien umfangreiche Labortests, bei denen spätere Anforderungen im Alltagsbetrieb simuliert wurden. Anschließend seien Tests im daimlereigenen Fuhrpark absolviert worden. Auf die einjährige Testphase folgte ein Feldversuch mit mehreren Tausend ausgewählten Fahrzeugen. Herausgekommen sei ein Premiumprodukt, das gut zu Daimler-Benz passe.

Für Start-Stop-Batterien werde in den kommenden Jahren weiterhin starker Bedarf bestehen, fährt Martin Mantel fort. Grund dafür sei, dass eine Autobatterie heute nicht mehr allein zum Starten des Motors benötigt werde, sondern zahlreiche Versorgungsfunktionen übernehmen müsse. Moll sei mit der Weiterentwicklung dieser Batterie auf dem richtigen Weg, was in unterschiedlichen Evolutionsstufen geschehe.

Seit mehr als 70 Jahren gilt die Staffelsteiner Firma Moll als Spezialist für Batterietechnik. Eigene patentierte Lösungen machen das Unternehmen zu einem führenden Anbieter dieser Technologie. Moll produziert ausschließlich in Bad Staffelstein und setzt von dort aus weltweite Standards. Neben der nun abgeschlossenen Kooperation mit der Daimler-Benz AG liefert Moll die Batterien für Audi-, VW-, Skoda-, Seat- und Porsche-Fahrzeuge. Die Geschäftsbeziehung zu Audi reichen sogar bis ins Jahr 1949 zurück; damals hieß dieses Unternehmen noch Zweirad-Union.

Das mittelständische Unternehmen Moll, das mehrheitlich in Familienbesitz ist, beliefert nicht nur die Automobilindustrie, sondern auch Nutzfahrzeughersteller und im Ersatzgeschäft Fachhandel, Großverbraucher und Industrie. Darüber hinaus vergibt Moll weltweit Lizenzen und liefert Batteriekomponenten. Insgesamt sind rund 280 Mitarbeiter in Bad Staffelstein beschäftigt.


Fachkräfte gesucht

Für die Fertigung der Batterien - aber nicht ausschließlich aufgrund der Kooperation mit Mercedes - brauche die Firma Moll mehr Fachkräfte, sagt Martin Mantel im Gespräch mit unserer Zeitung. Er prognostizierte, dass sich die Kapazität in Bad Staffelstein bis 2017 verdoppeln werde.

Dabei achte man bei Moll darauf, langfristige Arbeitsverträge abzuschließen. "Wir freuen uns über das Interesse interessierter Menschen, die einen Arbeitsplatz suchen", ergänzt der Vertriebsleiter. Elektriker seien derzeit besonders gesucht. "Ebenso suchen wir Techniker mit Schwerpunkt Elektronik, Softwareprogrammierer, Qualitätsbeauftragte und Chemiker."

Was das Joint-Venture der Firma Moll mit dem chinesischen Hersteller Chaowei betreffe, sei man zuversichtlich, "den asiatischen Markt in den nächsten Jahren mit der Start-Stop-Batterie zu versorgen", urteilt Martin Mantel.