Abzüglich des höchstmöglichen Zuschusses der Regierung sowie einer Zuwendung der Bahn muss die Stadt dafür etwa 131 000 Euro aufbringen.

Container neben dem Bahnhof

Der Stadtrat entschied sich für eine moderne Container-Variante mit drei getrennten Kabinen für Damen, Herren und Behinderte, inklusive automatischer Sitzbrillenreinigung nach jeder Benutzung. Er musste zuvor seinen Beschluss aus dem Jahr 2010 aufheben. Damals war die Errichtung von Toiletten am oder im Bahnhof abgelehnt worden. Jetzt werden Angebote eingeholt und Fördermittel beantragt. Die Preissteigerung seither bezifferte Stadtbaumeister Jürgen Graßinger auf sieben bis zehn Prozent. Die gewählte Dreier-Kabine kostet seinen Ausführungen zufolge rund 184 000 Euro. Von der Regierung kann man maximal 37 500 Euro als Zuschuss zu einer öffentlichen Toilette im Zusammenhang mit Öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) erhalten. Die Bahn sagte einen Beitrag von 15 000 Euro zu. Sie wird die Stellfläche auf Erbpacht zur Verfügung stellen und die Wasser- und Stromkosten tragen.

Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) vertrat die Meinung, die vielen Gespräche mit Vertretern der Bahn hätten sich vor diesem Hintergrund gelohnt. Er ging auch auf die von vielen bevorzugte Variante eines Toiletteneinbaues im Bahnhofsgebäude ein. Diese sei mit einem erhöhten baulichen Aufwand verbunden, da sämtliche Leitungen getrennt werden müssten. Die bisherige Installation müsse zunächst komplett herausgerissen werden, ergänzte der Stadtbaumeister. Dies in einem denkmalgeschützten Gebäude, das der Stadt nicht gehört. Für diese Vorarbeiten müsste man mit zusätzlichen Kosten von etwa 30 000 Euro rechnen.
Den Zuschuss aus ÖPNV-Fördermitteln gäbe es dann nicht. Er wird nämlich unter dem Aspekt gegeben, dass an einem zentralen Omnibus-Bahnhof eine öffentliche Toilette geschaffen wird. Diesen Gesichtspunkt hob der Bürgermeister auch hervor. Der Bahnhofsplatz sei ein Eingangsportal in die Stadt, wo Menschen kommen, gehen und umsteigen. An diesem Platz sollte eine Toilette sein.

"Man kann es drehen so und so - es ist und bleibt ein Bahnhofsklo!", entgegnete Helmar Zipp, der als einziger bei seiner ablehnenden Haltung gegenüber dieser Investition blieb, weil dies eine Aufgabe der Bahn wäre, die man sich nicht aufdrücken lassen dürfe.

Auch unter den CSU-Stadträten werde diese Haltung im Prinzip immer noch geteilt, wie Frank Rubner einräumte. Doch nachdem "die Bahn sich aus ihrer Verantwortung stiehlt" sehe man in der Fraktion eine Lösung des Problems als vordringlich an. Stefan Hofmann (Freie Wähler) wollte die Entscheidung des Stadtrates ebenfalls so verstanden wissen: "Wir bauen der Bahn kein Klo, sondern unserer Bevölkerung und den Pendlern." Mathias Söllner (Grüne) sah nach den vielen Diskussionen der Vergangenheit Entschlossenheit geboten: Wenn man nicht endlich zu einer Lösung komme, werde man zur Lachnummer.
Seitens der Jungen Bürger wurde der Wunsch nach einer flechterischen Verkleidung des Containers angemerkt - passend zur Deutschen Korbstadt.


Monatliche Kosten

Mit der auf den Weg gebrachten Investition allein ist es jedoch für die Stadt nicht getan. Die Unterhaltungskosten gab Stadtbaumeister Jürgen Graßinger mit rund 2000 Euro im Monat gemäß eines zu dem Objekt angebotenen Service-Vertrages an. So viel wird das für die Benutzung verlangte Münzgeld kaum einbringen.