Der vermehrte Einsatz von Multikoptern ("Drohnen") und bereits aufgetretene Gefährdungen lassen dem Gesetzgeber ein Einschreiten notwendig erscheinen. Eine Höhenbegrenzung wird in Erwägung gezogen - die allerdings sehen Modellflieger als Problem an. Die Modellfluggruppe Phoenix aus dem Landkreis Lichtenfels hat sich aus diesem Grund, wie berichtet, an Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) gewandt. "Wir sind der Meinung, dass die bestehenden Regeln völlig ausreichen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten", betont Vereinsvorsitzender Jürgen Christ. Diese Regeln müssten aber auch angewandt und kontrolliert werden. Hier sehen die Modellflieger ein Manko - und eine Ungleichbehandlung von Drohnen-Piloten im Vergleich zu Modellfliegern.

Zwischenzeitlich hat Jürgen Christ Antworten auf seine Anfragen beim Luftamt Nordbayern und bei der Regierung von Oberfranken bekommen. Er hatte auf konkrete, mittels Drohnen aufgenommene Videos im Internet hingewiesen und nachgefragt, ob hierzu Genehmigungen erteilt worden waren beziehungsweise ob Vergehen gegen die Auflagen bekannt sind und geahndet werden. Die Antworten empfindet er als "haarsträubend". Beispiel: "Ob für die vielen im Internet und bei Youtube einsehbaren Videos Genehmigungen beantragt und erteilt wurden, lässt sich vom Luftamt Nordbayern nicht beurteilen. (...) Werden hinreichend konkrete Tatsachen bekannt, die einen Verstoß gegen luftrechtliche Vorschriften darstellen, wird der jeweilige Sachverhalt geprüft und gegebenenfalls ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet." So der Wortlaut in dem Schreiben, das ihn erreichte. Über Vergehen lägen keine Erkenntnisse vor.

Beim Luftamt habe man sich wohl nichteinmal die Mühe gemacht, die von ihm genannten Quellen zu veröffentlichten Videos zu verfolgen, meint Jürgen Christ. Die Regierung habe sich erst mal bei Luftamt erkundigt, wofür sie zuständig ist! Kopfschüttelnd merkt der Vorsitzende der Modellfluggruppe an, was sein Verein alles hatte belegen müssen, ehe das erste Mal ein Modell im Außenbereich bei Zeublitz überhaupt gestartet werden durfte: "Da musste zuvor die Polizeiinspektion Lichtenfels prüfen, ob die Wege zum Gelände für Einsatz- und Rettungskräfte befahrbar sind, die Untere Naturschutzbehörde prüfte, ob seltene oder gefährdete Pflanzen oder Tiere in diesem Bereich leben. Das Landratsamt musste die Einhaltung der Lärmschutzverordnung, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung prüfen, Tabellen für Entfernungen, Emmission und Immission wurden verglichen und und und. Ein Gutachten zur Einsehbarkeit der Umgebung und des Flugbereichs durch alle Jahreszeiten hindurch wurde erstellt."

Wer hingegen einen Antrag stelle, um mit Drohnen über Orte, Straßen, Baustellen, Veranstaltungen etc. zu fliegen und zu filmen, könne nach der geltenden Regelung davon ausgehen, dass drei Tage nach Absenden seiner Unterlagen, die wahrscheinlich noch nicht einmal einer angeschaut habe, er alles tun darf, was Modellflieger nicht ansatzweise dürfen - "und auch nicht wollen", wie Jürgen Christ betont. "Da stimmt doch was nicht!"

Unter den Mitgliedern im Verein gehen die Meinungen fast einstimmig in eine Richtung: Diese Art Flugbetrieb durch Personen, die sich nicht über Jahre Fähigkeiten angeeignet haben, um ihre Modelle sicher starten, fliegen und landen zu können, müsse - wenn nicht ganz verboten - stark eingeschränkt, überwacht und gegebenenfalls bestraft werden. "Wer glaubt, ein solches Gerät zu beherrschen, überschätzt sich selbst und bringt andere bewusst in Gefahr, wenn er damit über Ortschaften, Baustellen, Wege oder gar Autobahnen fliegt", findet Jürgen Christ. Für gewerbliche oder private Zwecke dürften keine verschiedenen Maßstäbe gelten.