Lobende, humorvolle und zum Nachdenken anregende Worte, klangvoll untermalt mit musikalischen Darbietungen, die aufhorchen ließen: Schöner und abwechslungsreicher hätte die Verabschiedung von 66 Neunt- und Zehntklässlern der Mittelschule Altenkunstadt nicht sein können. Im Mittelpunkt der Entlassfeier stand die Ehrung der erfolgreichsten Absolventen. Schulbeste wurde Tamara Mahr aus der 10bM mit einem Notendurchschnitt von 1,33. Sie erhielt den von Otto Schuhmann gestifteten Ehrenpreis.


Leben besteht aus einem Auf und Ab

"Conquest of Paradise" tönte aus den Boxen, als die Schüler unter dem Beifall von Eltern, Lehrern und Ehrengästen in die Aula zogen. Rektor Manfred Heinbuch hatte seiner Ansprache den Song "Zeit zu gehen" der Gruppe "Unheilig" zu Grunde gelegt. Lehrer Wolfgang Schnabel trug nicht nur das Lied mit ausdrucksstarker Stimme vor, er begleitete sich auch am Klavier. Dem Schulleiter zufolge lassen sich viele Textstellen auf das Schulleben wie auch das Leben generell übertragen. "Doch nichts im Leben ist unendlich. Der Abgrund folgt nach dem Zenit", zitierte er aus der zweiten Strophe. Die beiden Zeilen machten deutlich, dass es im Leben immer ein Auf und Ab gebe. Dies hätten die Jugendlichen sicherlich auch in ihrer Schulzeit erlebt.


Mehr Eigenverantwortung

"Aber Schule ist Schonraum. Lehrer und Eltern hielten ihre schützende Hand über euch. Euch konnte eigentlich nicht wirklich etwas passieren", erklärte Heinbuch. Nun aber beginne ein neuer Lebensabschnitt mit deutlich mehr Eigenverantwortung: "Jetzt müsst ihr euren Kopf selbst hinhalten. Ihr müsst Entscheidungen treffen, deren Konsequenzen nicht immer absehbar sind und die dazu führen, dass ein Leben nicht immer geradlinig verläuft". Mit dem erlernten Wissen und den erworbenen sozialen Kompetenzen sollten die jungen Leute aber in der Lage sein, Höhen und Tiefen im weiteren Lebensweg zu meistern. "Das Leben wird jetzt anders sein", heißt es in dem Lied von "Unheilig". Das sei sicher jedem der Absolventen klar. "Heute aber soll zunächst die Freude dominieren - über die bestandene Prüfung und den hoffentlich richtig gewählten Beruf beziehungsweise die weitere Ausbildung und über die Aussicht, bald sein eigenes Geld zu verdienen", betonte der Rektor. Seitens der Mittelschule hoffe man, dass - wie es im Lied heißt - "kein Augenblick je verloren war", den die Schüler in der "Penne" verbracht hätten.


Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft

"Lasst unsere Schule in euren Herzen weiterleben. Und wenn auch jetzt jeder seinen eigenen Weg geht, so solltet ihr euch doch nicht gänzlich aus den Augen verlieren", appellierte Heinbuch an die Entlassschüler. "Nach der Schule ist mitten im Leben. Und dieses will gemeistert werden", sagte Bürgermeister Robert Hümmer.
Der Vorsitzende des Schulverbandes Altenkunstadt/Burgkunstadt/Weismain wünschte den Jugendlichen, dass sie mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft blicken, "egal, wie die konkreten Planungen und Perspektiven auch aussehen mögen". Unabhängigkeit von den Eltern bedeute immer auch Eigenverantwortung, dessen müsse sich jeder im Klaren sein. "Wer etwas vermeiden will, sucht Gründe. Wer etwas erreichen will, sucht Wege", zitierte Hümmer den Unternehmer Harald Kostial. "Ich hoffe, dass ihr immer die richtigen Wege beschreitet, egal, wie steinig sie auch sein mögen, und dass ihr euer Ziel niemals aus den Augen verliert", so der Wunsch des Bürgermeisters. Namens des Elternbeirats gratulierte Vorsitzende Ramona Herbst den Absolventen zum erreichten Etappenziel. Für den weiteren Lebensweg wünschte sie viel Erfolg. Herbst dankte ihren Gremiumskollegen sowie den Lehrern und dem Personal der Schule für die harmonische Zusammenarbeit.

Mit Geschenken verabschiedet wurden die ausscheidenden Elternbeiratsmitglieder Karin Taubald und Ludwig Schrempf. Dankbarkeit und ein bisschen Wehmut klang aus den Beiträgen, mit denen sich die Klassen 9aG, 9b, 10aM und 10bM von "ihrer" Schule verabschiedeten. Ihr Dank galt den Lehrkräften, allen voran den Klassenleitern Sabine Reuther, Rita Hetzelt, Wolfgang Schnabel und Jürgen Dressel: "Sie haben uns unterstützt und waren immer für uns da. Wir haben uns hier wohlgefühlt". Geschenke gab es für die Musiker, die die Schulband "The Enemy Heroes" verlassen, die Tutoren aus den zehnten Klassen sowie für die aus dem Catering-Team ausscheidenden Schülerinnen. Nach der Zeugnisübergabe ehrten Rektor Manfred Heinbuch, Bürgermeister Robert Hümmer, seine Burgkunstadter Kollegin Christine Frieß und Weismains Zweiter Bürgermeister Hans Schott die Schüler mit den besten Noten.

Vom Schulverband mit Geldgeschenken ausgezeichnet wurden bei den Mittlere-Reife-Absolventen Tamara Mahr (1,33), Lukas Bienlein, Lisa Scherer, Andrea Scherer (alle 1,56), Natalie Dirscherl, Anja Herold, Florian Herold, Lisa-Marie Raab (alle 1,67), Anastasia Fendel, Denise Lessard und Damaris Wolff (alle 2,11). Beim "Quali" schnitten besonders gut ab: Christina Hümmer (2,2), Marcel Jacob, Christian Rittweger, Nico Schott (alle 2,5), Patrick Schwarz (2,55) und Leon Müller (2,94). Schulbeste Tamara Mahr erhielt den von Otto Schuhmann gestifteten Ehrenpreis in Form einer Uhr. Der pensionierte Berufsschullehrer und frühere Gemeinderat freute sich über die vielfältigen Aktivitäten an der Mittelschule: "Hier herrscht ein guter Geist". Die Schulband "The Enemy Heroes" und Sängerin Anastasia Fendel bestritten den musikalischen Teil des Abends. Die "Catering-Girls" unter Leitung der Hauswirtschaftslehrerinnen Waltraud Fischer, Karin Schülein und Christine Buchta sowie der Elternbeirat bewirteten die Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten. Bernd Kleinert