Rettungswagen auf dem Parkplatz und Rettungsschwimmer im Kino, knapp zwei Säle voll. Der Grund: Baywatch. Die neueste amerikanische Filmkomödie über die "Rettungsschwimmer von Malibu" zog am Samstagabend Rettungsschwimmer und Helfer der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.) auf die Sitze in Saal 2 - und das in voller Montur!
Laura Rull hat Glück gehabt. Die Bad Staffelsteinerin ist 13 und damit ein Jahr älter als das zulässige Alter für das Betrachten des Films. Auf diesen Streifen hat sich die Realschülerin, die sich ehrenamtlich bei der DLRG am Badesee in Bad Staffelstein einbringt, schon lange gefreut. "Ich wollte den Film immer schon sehen", sagt sie. Jetzt saß sie neben Nele Dümmlein und Sarah Kokok als kleines Dankeschön, das ihnen Michael Lüders in Absprache mit der Theaterleitung der Neuen Filmbühne bescherte.
Rückblende ins Jahr 2016: Gerüchte kommen auf, wonach die einstige populäre TV-Rettungsschwimmer-Serie "Baywatch" verfilmt werden soll. Sie kommen auch Martin Lüders zu Ohren. Der Geschäftsführer der Freizeit GmbH, die unter anderem das Aqua-Riese-Bad und den Badesee in Bad Staffelstein betreibt, hat eine Idee: Kino-Abend für die Rettungsschwimmer und Helfer am Badesee, eben für all die DLRG-Mitglieder, die sich ehrenamtlich einbringen, ausbilden, in Booten auf dem Wasser patrouillieren, ihre Freizeit opfern. Aber auch für die eigenen Schwimmeister und das Personal. "Das Dankeschön war der erste Gedanke", erklärt Lüders. Also suchte er Kontakt zum Lichtenfelser Kino, anfragend, was ginge. "Ich bin hingegangen und habe gesagt: Wir möchten gerne kommen."
Bei der Geschäftsleitung des Kinos rannte er damit offene Türen ein. Das Lichtspielhaus um Theaterleiter Bernd Hidding zeigte sich spendabel, die Freizeit GmbH auch. "Wir haben sie (zu gleichen Teilen) eingeladen", so Lüders zu den insgesamt 48 Kinogängern, die an diesem Abend ihre Karten für "Baywatch" bekamen.


Flagge fürs Ehrenamt zeigen

"Ich hab' mich gefreut", erklärt Laura Rull wenig später, in einer Mittelreihe des Kinos sitzend. "Ja, cool" sei die allererste Reaktion sogar gewesen. Die alten Original-Folgen von "Baywatch" kennt sie nicht, aber sie "wusste, dass es die gab". Auch in ihrem Fall war die Karte ein echtes Geschenk, denn: "Ja, wahrscheinlich hätte ich mir den Film sowieso angeschaut." Von der Idee, Flagge bzw. Ehrenamt zu zeigen und sich diesbezüglich in Montur zu werfen, waren die zumeist Teenager begeistert. Manche brachten unterm Arm sogar ihre Schwimmbojen mit.
Der Andrang war groß, letztlich mussten die Eingeladenen sogar in zwei Gruppen das heißt auf zwei Filme verteilt werden. "Der gruppenbildenden Maßnahme", wie René Michel, Pressearbeiter für die Freizeit GmbH, es nannte, dürfte diese Splittung keinen Abbruch getan haben. "Wir wollten der Gruppe was zurückgeben, eine Maßnahme für Zusammenhalt und Gemeinschaft."