Den Erntedank mit Abschluss des Erntejahres in Gemeinschaft zu feiern, genießt bei den Landwirten eine lange Tradition. Bei einem Erntedankgottesdienstes in der Wiesener St. Andreas Kirche und anschließendem gemütlichen Beisammensein in der Theaterscheune der Gastwirtschaft wahrte man diese Tradition. Fröhliche Kinderherzen, zahlreiche Besucher, welche der kirchlichen und weltlichen Feier beiwohnten, drückten der Veranstaltung eine besondere Note auf. Kreisobmann Michael Bienlein und die weiteren Redner wussten dies auch zu würdigen.

Zum Einzug in die unter anderem mit Erntegaben geschmückte Dorfkirche unter musikalischer Begleitung der Musikkapelle Döringstadt formierte man sich vor dem Jugendheim. Pfarrvikar Grinn freute sich besonders über die zahlreichen Kindern mit ihren Erntekörben.
Zum Einzug in die Kirche spielte Organist Peter Schober das Lied "Nun danket all und bringet Ehr". Der Landfrauenchor unter Leitung der Dirigentin Hella Glumb untermalte zusammen mit der Orgelbegleitung die kirchliche Feier.

Ein Dank an Gott

Zur Einführung meinte der Geistliche, Erntedank zu feiern ist ein Dank an Gott. Ernte und Leben sind so eng verbunden. Unsere Schöpfung zu bewahren geht als Menschen alle an. Die Landwirte treten hier in besonderer Verantwortung.
In seiner Predigt bewertete Grinn das "Danke". In ihm liegt der Anfang zum Beten. Das Vertrauen in Gott wächst so und Gott meint es gut mit den Menschen. Wenn uns vieles locker von der Hand geht, klopfen wir uns oft selbst auf die Schulter und vergessen allzu oft zu danken, meinte der Geistliche. Erntedank ist wichtig und soll auch darauf aufmerksam machen, was Gott für uns tut.

Fürbitten für Kriegsgebiete

Nach der Gabensegnung trug Kreisbäuerin Marion Warmuth und Verantwortliche des Orts- und Kreisverbandes die Fürbitten vor. Ein besonderer Stellenwert bei den Fürbitten betraf die Menschen in den Kriegs- und Krisenregionen der Erde.
Mit Abschluss des Gottesdienstes dankte die Kreisbäuerin den Mitwirkenden. Ein besonderer Dank ging an den Ortsverband Wiesen, an der Spitze Ortsbäuerin Hedwig Schober und Ortsobmann Engelbert Lieb sowie der Chorbeauftragten Elisabeth Elflein.
Landwirtschaft ist Heimat, Heimat ist verwachsen mit Tradition und gute Feldfrüchte Gesundheit, meinte die Kreisbäuerin und bedankte sich gleichzeitig bei der großen Christengemeinde für die Teilnahme.
In einem festlichen Zug marschierte man zur Gastwirtschaft Hellmuth. In der herrlich dekorierten Scheune hieß der Kreisobmann besonders den Vertreter des Landrats, Helmut Fischer, Dr. Grinn, Hermann Greif, Präsident des Bezirksverbandes Oberfranken, den Ersten Bürgermeister des Marktes Ebensfeld sowie weitere Vertreter von Behörden, Institutionen und Vereinen willkommen.

Bienlein berichtete von einer guten Ernte. "Danke zu sagen gilt es nicht nur für eine gute Ernte, sondern auch für unfallfreies Arbeiten in den Betrieben", so Bienlein.
Mit Hinweis auf die Bewirtung der Gäste meinte der Obmann: Essen und Trinken, die beste und angenehmste Unterstützung für die Landwirtschaft, hilft nicht nur den Bäuerinnen und Bauern. Sie respektieren den Auftrag des Herr "unseren Leib - den Tempel des Herrn" in einen guten Zustand zu erhalten.
Im Landkreis, so Bienlein, hängen rund 6000 Arbeitsplätze an der Landwirtschaft und dem vor- und nachgelagerten Gewerbe. Heimische Lebensmittel zu kaufen, stärkt somit diese Arbeitsplätze.

Bestandteil des Bauernstandes

Hermann Greif, Präsident des Bezirksverbandes Oberfranken betonte, dass das Erntedankfest zum Bauernstand dazu gehört. Nahrungsmittel sind uns von Gott gegeben meinte er. Die Bauern hätten die Verpflichtung den Menschen diese Bodenschätze mit guter Qualität anzubieten, was sie auch gerne in vielfältiger Weise tun.
Greif freute sich am schönen Obermain sein zu dürfen und sagte: "Essen und Trinken ist die beste Agrarpolitik." Stellvertretender Landrat Helmut Fischer bekundete sein Wertschätzung für die Bauern im Landkreis. "Eine gute Ernte wie in diesem Jahr, so Fischer, bedeutet für die Bauern auch viel Aufwand und leider auch Neider. Leider greift der Neidfaktor allzu oft in Deutschland um sich." Die Musikkapelle Döringstadt verstand es, die Gäste zu unterhalten. Am Ende der Veranstaltung gab es zufriedene Gesichter bei den Verantwortlichen und den Gästen.