Die Absage des "Legacy open air"-Festivals im Weismainer Waldstadion und der damit in Verbindung stehende Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens der Gesellschafter der gleichnamigen GmbH beim Coburger Amtsgericht liegt erst wenige Tage zurück.

Als Grund gaben die Veranstalter auf ihrer Facebook-Seite (1. April) folgendes an: "Das Festival wurde abgesagt, nachdem abzusehen war, dass eine Kostendeckung nicht mehr erreichbar sein wird und fällige Anzahlungen nicht geleistet werden können. Aus diesem Grund musste Insolvenzantrag gestellt werden." Bereits im Dezember, beziehungsweise im Oktober, waren sowohl das Legacy-Magazin als auch die Firma "Rock in Concert" als Beteiligte des Festivals ausgestiegen.

Unmut auf Facebook

Die weitere Entwicklungen nach der Absage kommentieren potenzielle Festivalbesucher seit Tagen auf der Facebook-Seite des Festivals. Die Reaktionen im sozialen Netz reichen vom mutmaßlichen Aprilscherz über die Verärgerung wegen des rausgeschmissenen Ticket-Geldes - rund 130 Euro - bis hin zu wüsten Beschimpfungen.
Darauf haben die Veranstalter mehrfach mit Stellungnahmen reagiert und am Mittwoch in einem Eintrag verkündet, dass sie am Donnerstag ein Gespräch mit einem Insolvenzverwalter haben. Dabei werde über das weitere Verfahren und eine eventuelle Möglichkeit der Sanierung gesprochen. Sogar eine mögliche Durchführung des Festivals werde diskutiert.

Insolvenzverwalter: "Oberstes Ziel ist es, mögliche Optionen zu finden, um die Veranstaltung durchzuführen."

Das bestätigt auch Christian Stunz. Am Telefon teilte der Jurist mit, dass er am Nachmittag vom Coburger Amtsgericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt worden sei. Am Donnerstagmorgen habe es erste Gespräche mit allen Beteiligten und "strategischen Partnern" gegeben. "Oberstes Ziel ist es, mögliche Optionen zu finden, um die Veranstaltung durchzuführen", betonte Stunz. Ob es glücke, sei von von verschiedenen Faktoren abhängig. Auch wenn er erst seit wenigen Stunden mit dem Fall vertraut sei und sich noch einen genauen Überblick verschaffen müsse, sei der Antrag auf das Insolvenzverfahren der Gesellschafter aus seiner Sicht der richtige Schritt gewesen. "Ein professioneller Prozess kann nun beginnen", sagte Stunz. Die Kanzlei hww, für die Stunz arbeitet, ist auf Sanierungen und Restrukturierungen spezialisiert.