Die Umstellung auf Fernwasser (FWO) der Marktgemeinde Marktzeuln und ihrer Ortsteilen wird 1,03 Millionen Euro kosten. Doppelt so viel wie erste Schätzungen ergaben. Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech (CSU) begründete die Mehrkosten bei der Sitzung des Gemeinderats am vergangenen Montag mit einer dringend erforderlichen neuen Leitung von Zettlitz nach Horb, die mit rund 330.000 Euro und 62.000 Euro für technische Einrichtungen zu Buche schlagen werde.

Gegen die Stimmen von Markus Püls und Erwin Grünbeck (beide CSU) wurde die Erneuerung der Verbindungsleitung Zettlitz-Horb beschlossen. Die beiden argumentierten mit hohen zusätzlichen Kosten, die bei einer Bürgerversammlung im Juli vergangenen Jahres nicht genannt worden seien.

Momentane Druckverhältnisse reichen nicht aus

Bei der Prüfung der bestehenden Leitung durch das Ingenieurbüro Kittner & Weber aus Bamberg sei festgestellt worden, dass die Druckverhältnisse nicht ausreichten, um unter anderem den Feuerschutz zu gewährleisten, erläuterte der Bürgermeister. Der Rohrquerschnitt sei verkrustet und mit 125 Millimetern zu gering. Überdies müsse die 60 Jahre alte Leitung in naher Zukunft ohnehin ersetzt werden. Eine Druckerhöhung würde das Problem nicht lösen. Diese Erkenntnisse seien bei der Kostenschätzung für den FWO-Anschluss nicht bekannt gewesen.

Zweite Bürgermeisterin Petra Niechziol (SPD) erinnerte an die Bürgerversammlung im Juli, bei der die Sanierung der Eigenwasserversorgung für rund zwei Millionen Euro oder der Fernwasseranschluss mit 500.000 Euro zur Diskussion standen. Die Einwohner hätten sich bei einer Umfrage mit großer Mehrheit für den FWO-Anschluss ausgesprochen. Im August folgte der Gemeinderat dem Votum der Bevölkerung. Die Erneuerung der Leitung nach Horb hätte damals zwar nicht zur Diskussion gestanden, aber: "Die Leitung hätte in jedem Fall ausgewechselt werden müssen."

Bau neuer Leitung

Udo Weber vom gleichnamigen Ingenieurbüro erläuterte die gesamte Maßnahme. Zunächst erfolge der Anschluss an das Fernwassernetz, dann die Sanierung des Versorgungsystems in Marktzeuln. Eine neue Leitung werde mittels gesteuerter Spülbohrung unter dem Bachbett der Rodach in Richtung Zettlitz gebaut. Von dort werde sie unter den Flutmulden und Hochwasserschutzdeichen in den Ort geführt.

Abweichend von der bestehenden Leitung wolle man das Gelände der Tankstelle Leikeim so weit wie möglich umgehen und dicht an die Bundesstraße 173 rücken. Nach Unterquerung dieser werden die Rohre gradlinig bis nach Horb verlegt.

Mündliche Genehmigungen liegen vor

Die Genehmigungen durch das Wasserwirtschaftsamt, das Staatliche Bauamt, die Deutsche Bahn und den Stromversorger Eon-Bayernwerke seien bereits mündlich zugesagt worden, ergänzte der Bürgermeister. Die Kosten bezifferte er für Marktzeuln auf 550.000 Euro, einschließlich von 117.000 Euro für den Einkauf in das FWO-Netz. Die Ingenieurkosten seien mit 83.000 Euro veranschlagt. "Wir hoffen, den ersten Bauabschnitt Marktzeuln Mitte 2015 fertigzustellen", kündigte Friedlein-Zech an.

Der Bürgermeister verteilte die ersten Exemplare der neuen Gemeindebroschüre, die unter den Leitsatz "Verantwortung übernehmen - Unsere Geschichte erhalten" steht. Das 44-seitige Heft in DIN A 4-Format informiert über die umfassende Sanierung des Rathauses und beleuchtet dessen Geschichte mit vielen historischen Bildern. Von der Turmspitze bis zum Untergeschoss werden die Sanierungsarbeiten dokumentiert. Wappen und historische Einrichtungsgegenstände, wie das Lüsterweibchen im mittelalterlichen Geweih- oder Figurenleichter, werden mit viel Liebe zum Detail beschrieben.

Regierungspräsident Wilhelm Wenning fasst in seinem Grußwort zusammen: "Die Sanierung des Rathauses soll Vorbildcharakter haben, das Mögliche zeigen, als lebendiges Denkmal begeistern und zur Nachahmung motivieren." Das Heft wurde von der Städtebauförderung, dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, der Oberfrankenstiftung und der Bayerischen Landesstiftung gefördert.
Bürgermeister Friedlein-Zech gab bekannt, dass ab sofort kleine Schulmöbel gegen ein geringes Entgelt zu erwerben sind. Im vergangenen Jahr wurden neue Schulmöbel angeschafft. Sie stehen in der Aula der Schule von 7 bis 13 Uhr zum Verkauf. Interessierte können sich bei der Hausmeisterin Ulrike Stark (Telefon: 09574/9193) melden.