Seit fast 40 Jahren kämpft der Markt Marktzeuln gegen den Schwerlastverkehr, der mitten durch den Ort führt. Jetzt ist das lang ersehnte Ziel erreicht: Etwa drei Wochen nachdem die Sanierung der Mauer gegenüber dem Rathaus abgeschlossen und die Vollsperrung aufgehoben ist, dürfen Lkw über zwölf Tonnen nicht mehr durch die Marktgemeinde fahren. Das gab gestern Landrat Christian Meißner (CSU) im Sitzungssaal des Rathauses bekannt.
Die örtlichen Buslinien und der landwirtschaftliche Verkehr seien davon ausgeschlossen. "Bei der Sperrung der Ortsdurchfahrt geht es besonders um die Erhöhung der Sicherheit entlang der Strecke, da die Passage innerorts sehr eng ist", betonte der Landrat. Doch nicht nur verkehrstechnische Probleme wolle man in den Griff bekommen, sondern auch die Bewahrung der historischen Bausubstanz im Ortskern, die durch Erschütterungen der schweren Fahrzeuge gefährdet sei. Hier nannte er das kürzlich generalsanierte Rathaus und weitere Bürgerhäuser mit ihrem kunstvollen fränkischen Fachwerk.
Landrat Meißner dankte dem Logistikunternehmen Baur in Altenkunstadt für sein Entgegenkommen. Das Unternehmen müsse für seine Transporte von den Auslieferungslagern eine längere Fahrzeit einplanen, um Marktzeuln zu umfahren. Es sei möglich, dass es auf anderen Strecken zu Verkehrsverlagerungen komme, da sich nicht alle an die ausgeschilderte Umfahrung halten werden, befürchtete der Landkreischef. "Deshalb gilt auch den umliegenden Gemeinden, insbesondere Michelau, besonderer Dank. "


Hangrutsch verhindert

Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech (FW) erinnerte daran, dass bereits 1978 durch die Zunahme vom Schwerlastverkehr die Sperrung per Gutachten empfohlen wurde. Nach der Grenzöffnung erfolgte eine weitere Verkehrsbelastung.
Seit vielen Jahren hofften die Anlieger auf eine Lösung, die jetzt erreicht sei. Er fügte einen weiteren Grund für das Lkw-Verbot hinzu: Bei den Bauarbeiten an der Mauer seien Erschütterungen festgestellt worden, die zum Abrutschen des Hangs gegenüber dem Rathaus führen könnten. Dies werde nun verhindert.
Thomas Neunberger vom Staatlichen Bauamt Bamberg erläuterte die Umleitungen, die überregional über die A 73 und die B 173 und B 303 erfolgen werden. Es würden acht Vorwegweiser installiert. Die Beschilderung werde rund 20 000 Euro kosten. Fahrzeuge, die von Kronach auf der B 173 über Redwitz nach Sonnefeld bisher durch Marktzeuln fuhren, werden über die A 73 in Lichtenfels nach Ebersdorf bei Coburg und auf die B 303 umgeleitet. Das gleiche gilt für Lkw, die von Kulmbach auf der B 289 nach Ebersdorf oder Coburg wollen. Fahrzeuge, die bisher zwischen der B 303 in Sonnefeld zur B 173 ihren Weg durch Marktzeuln wählten, müssen auch über die A 73 nach Lichtenfels und dann weiter auf die B 173 in Richtung Kronach fahren. Der kurze Weg zwischen den beiden Bundesstraßen über Marktzeuln bleibt in Zukunft für den Schwerlastverkehr gesperrt.
Harald Weis, zuständig für Verkehrsrecht im Landratsamt, machte deutlich, dass Marktzeuln weiträumig umfahren werden müsse. Dies geschehe auch in Abstimmung mit den Nachbarlandkreisen Coburg und Kronach. Er kündigte an, dass nach dem Aufstellen der Schilder das Landratsamt die neue Streckenführung auch in den "Navstar GPS" beantragen werde, damit Lkw-Fahrer die Sperrung und Umfahrung auf ihrem Navi erkennen könnten.