Wenn es um die Breitbandversorgung ihrer Bürger geht, wollen die Verantwortlichen der Marktgemeinde viel Geld in die Hand nehmen. Rund 20 000 bis 25 000 Euro dürfte es die Marktgemeinde kosten, die rund 26 Anwesen, die bisher mit weniger als 30 Mbit/s versorgt sind, an ein schnelles Netz anzuschließen. Profitieren von dieser Maßnahme können jedoch auch Internetnutzer, die sich generell ein schnelleres Netz wünschen.

Ausführlich referierte Siegbert Reuther von der Staffelsteiner Firma Net-Consulting über die momentanen Gegebenheiten und das Bayerische Förderprogramm. Es besitzt ein Fördervolumen von 1,5 Milliarden Euro und wird von den Kommunen im ländlichen Bereich sehr gut angenommen.

Die Fördergelder der Staatsregierung gehen an den Provider, der das Netz zur Verfügung stellt. Der Provider ist, unabhängig von der Förderung, Eigentümer des Netzes. Wettbewerber um die Erweiterung der Breitbandversorgung in Marktgraitz wären Kabel Deutschland, die Telekom und die SÜC Coburg.

Siegbert Reuther erläuterte auch die Breitbandtechnik angefangen vom Kupfer- über das Koaxkabel bis hin zur Glasfaser. Wenn es um ein schnelles Netz geht, gilt heute Glasfaser als Mittel der Wahl.

Generell geht man heute von einem Grundbedarf von mindestens 30 Mbit/s pro Anschluss aus. Der Kernbereich der Marktgemeinde gilt als gut versorgt, sodass hier das Förderprogramm der Bayerischen Staatsregierung nicht greift. Allerdings gibt es in den Randbereichen der Marktgemeinde vier Zonen, in denen diese Grundversorgung momentan nicht gewährleistet ist.

Als besonders aufwändig erscheint dabei die Erschließung der etwas abgelegenen Schneidmühle im Süden der Marktgemeinde. Ihre Anbindung ist, wie auch die der übrigen Gebiete, mit erheblichen Kosten verbunden, wobei diese insbesondere durch Tiefbauarbeiten entstehen. Was die Deckungslücke anbelangt ging der Diplomingenieur für Marktgraitz von rund 200 000 bis 250 000 Euro aus von denen letztlich, auf Grund des Fördersatzes von 90 Prozent, die Marktgemeinde 20 000 bis 25 000 Euro zu tragen hätte.

Allerdings, und darauf machte Bürgermeister Jochen Partheymüller ausdrücklich aufmerksam, könnten auch die Nutzer entlang der Glasfaser trasse profitieren, die für sich einen sehr schnellen Breitbandanschluss wünschen. Der einzelne Hausanschluss würde dabei (laut Siegbert Reuther) erfahrungsgemäß mit einmalig rund 900 bis 1000 Euro zu Buche schlagen, die der jeweilige private Nutzer zu tragen hätte.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Breitbandversorgung der Marktgemeinde weiter voranzutreiben und die nötigen Maßnahmen (Antragstellung, Ausschreibungen) einzuleiten.


Gemeinderat kurz notiert

Seniorenbus "Für viele unserer älteren Mitbürger wird es zunehmend schwieriger, die alltäglichen Besorgungen zu erledigen." Mit diesen Worten informierte der Bürgermeister über eine Initiative, die zur Verbesserung der Lebensqualität der Senioren einen Seniorenbus einführen möchte. Die Initiative geht von Redwitz aus. Die Redwitzer möchten bei Bedarf einen Seniorenbus einsetzen. Der wird gerade unter den älteren Mitbürgern ermittelt. Als Bürgermeister Partheymüller davon erfuhr, entschloss er sich dass sich die Gemeinde Marktgraitz auf Grund der vergleichbaren Situation ebenfalls an der Umfrage beteiligt. Es ist daran gedacht, einen Kleinbus für acht Fahrgäste ein- bis zweimal in der Woche in Marktgraitz und Redwitz einzusetzen, der die älteren Mitbürger zu festgelegten Zeiten nach telefonischer Anmeldung zu Hause abholt und für einen bis drei Euro nach Redwitz zum Arzt, zur Apotheke oder zum Einkaufen bringt.Abgabetermin für den Fragebogen ist der 19. Juli.


Spenden
Die Annahme größerer Spenden muss neuerdings vom Gemeinderat genehmigt werden. Das taten die Marktgraitzer Räte für: das Seifenkistenrennen am Kirchweihsonntag, das wie im letzten Jahr von der Raiffeisen-Volksbank Lichtenfels mit 250 Euro unterstützt wird; die Firma Fressnapf Lichtenfels hat als Sachspende eine Sitzgarnitur für den Spielplatz an der Schule im Wert von 900 Euro zur Verfügung gestellt; in der Johannesstraße wurde von den Bürgern wieder ein Straßenfest veranstaltet und der "Gewinn" wird alljährlich der Gemeinde für die Nepomuk-Statue gespendet (soll im Falle einer Restauration verwendet werden): es gab diesmal 37 Euro, die Rücklagen betragen mittlerweile 837,65 Euro.