Zur momentanen Beschaffenheit des Gebäudes hatte Markus Pülz vom Bauamt Burgkunstadt einen Bildervortrag zusammengestellt. Er teilte mit, dass an dem um 1730 errichtete Gebäude der Zahn der Zeit nage. Beim Holzfachwerk wurde festgestellt, dass bei den sogenannten Nadelholzständern ebenso wie beim Schwelholz mehlartige Zersetzungen eingetreten sind. Der ursprünglich aufgetragene Putz wurde zu späterer Zeit schon öfters überputzt und platzt nun weg. Das Mansardendach wölbt sich durch. Die starke Verformung des Gesimses ist mit bloßem Auge zu erkennen. Der Dachreiter wurde zwar vor 35 Jahren saniert, jedoch ist es so, dass sich die Schieferverkleidung löst. Dies habe dazu geführt, dass herunterfallender Schiefer den äußeren Bereich Gehweg und die Straße stark gefährdet. Durch Wassereintritt ist es im oberen Bereich des Gebäudes zu Feuchtigkeitsschäden gekommen. Kurzum: "Der Putz bröckelt." Nach Prüfung durch ein Ingenieurbüro wurde dringend geraten, eine Notsicherung vorzunehmen und eine momentane Nutzung egal welcher Art zu unterlassen. Von einer nur optischen Verbesserung des Erscheinungsbildes sei abzuraten.
Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU) erklärte, dass ab Freitag der Gehweg wieder benutzt werden könne. Stadtrat Marco Hennemann (CSU) erklärte augenzwinkernd, dass Mainroth eine sehr gute Infrastruktur habe. So liege die Ortschaft an einer Bahnstrecke fast direkt am Main und an der Bundestrasse B 289. Dies habe zur Folge das an einem Tag wahrscheinlich mehr "Gäste" am alten Schul-und Brauhaus vorbeikommen als in einem halben Jahr am Burgkunstadter Marktplatz. Hennemann machte deutlich, dass dieses Gebäude für die Mainrother einen sehr hohen Wert habe. So habe man ein Konzept erstellt, in dem das Gebäude als Ort für Gesangs- und Musikproben, als Jugendtreff und Vereinshaus für alle Generationen geplant ist. Da die Weiterführung der Gastronomie und der Vereinslokale mittelfristig nicht sicher sei, hätten bereits neun Ortsvereine ihre Beteiligung an diesem Vorhaben bekundet. Die Voraussetzung, dass die Stadt Burgkunstadt als Bauherr Auftritt, sei natürlich eine maximale Zuschusshöhe. Diese dürfte bei rund 85 Prozent liegen. Am Ende seiner Ausführungen bekam Marco Hennemann einen lange anhaltenden Applaus. Auf Nachfrage, wie die Stadt zu diesem Projekt stehe, erklärte die Bürgermeisterin Christine Frieß: "Ich und die Stadt wären heute nicht hier, wenn wir kein Interesse am alten Schul-und Brauhaus hätten." Ulrich Kahle vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege zeigte sich beeindruckt von der Präsentation Hennemanns. Wenn sich die Bürger so dafür interessierten und stark machten, sollte die Stadt mit ihren Gremien das Ganze auf den Weg bringen. Auch habe die Stadt größere Aussichten auf Fördergelder. Die gegebenen baulichen Probleme seien allemal in den Griff zu bekommen. Die Vereine müssten jedoch mitarbeiten und Vorschläge machen, wie die genaue Nutzung aussehen soll. Berthold Girschke von der unteren Denkmalschutzbehörde erklärte, dass es aus Städtebaulicher Sicht ein riesiger Verlust wäre wenn es das Gebäude nicht mehr geben würde.