Am Ende gibt es viel Applaus für den schauspielerischen und musikalischen Nachwuchs an der Dr.-Roßbach-Grundschule. Nein, Lampenfieber haben sie nicht, sagen Mädchen und Jungen rund eine halbe Stunde vor der Aufführung ihres Dornröschenspiels übereinstimmend.
Die Vorstellung am Mittwochabend vor Eltern, Geschwistern, Omas und Opas war nicht ihre erste. Davor haben sie ihr Stück bereits dreimal aufgeführt. "Die dritte und vierte Klasse hat um eine Zugabe gebettelt", erinnert sich Kiara Hoffmann, die in dem Stück einen Boten spielt. Darüber hat sich ihre Mitspielerin Jasmin Bergmann so sehr gefreut, dass ihr sogar die Tränen kamen. Auch die Kinder aus der ersten und zweiten Jahrgangsstufe haben sich über die Aufführung gefreut, nur war deren Art dies zu zeigen eine andere. "Die haben vor Freude gelacht", erinnert sich Konrektorin Pia Löffler, die mit den Schülern das Stück einstudierte und auch Regie führte. Natürlich waren einige der jungen Schauspieler zunächst einmal etwas irritiert. "Wir haben uns schon gefragt, ob vielleicht einer von uns sein Kostüm nicht richtig angezogen hat", berichtet Kiara Hoffmann. Aber das war nicht der Fall.
Vor ihrem letzten Auftritt, hatte zwar kaum einer richtiges Lampenfieber, dennoch war fast jeder ein klein bisschen aufgeregt. Dabei hätte die Vorstellung durchaus noch ins Wasser fallen können. Toni Bauersfeld, der den König spielt, hatte sich am Vormittag verletzt. Eine Platzwunde am Kopf, die ziemlich schlimm blutete. "Da habe ich schon gedacht, ich kann nicht mehr auftreten", berichtet der Junge. Zum Glück stellte sich heraus, dass alles nur halb so schlimm war. Und damit auch alle Kinder bei Stimme blieben, hat Pia Löffler massenweise Salbeibonbons verteilt.

Sechs Monate geprobt

Rund ein halbes Jahr haben die Mädchen und Jungen fleißig geprobt. Unterstützt wurden sie dabei von acht Musikanten unter der Leitung von Larissa von Glasenapp. Auch beim Bühnenbild haben die Kinder fleißig mitgearbeitet. Es zeigt eine Burg mit zwei Türmen und einen großen Torbogen, durch den der König und die Königin (Julia Rosenstock) sowie der ganze Hofstaat die Bühne betreten. "Man kann sogar auf den Turm hinauf", berichtet Jasmin Bergmann. Über die Zinnen des Turmes gebeugt, spricht sie in der Rolle der bösen Fee Donatella jenen Fluch aus, nach dem Dornröschen an ihren 15. Geburtstag von einer Nadel gestochen tot umfallen soll. Die Szene wird von einem ohrenbetäubenden Lärm der Musikanten begleitet. Die gute Fee Isabella (Emelie Hofmann) mildert schließlich den Fluch in einen hundertjährigen Schlaf ab, in dem Dornröschen und der ganze Hofstaat fallen soll. "Ich habe mir die Rolle der guten Fee gewünscht", berichtet Emelie Hofmann. Zum einen weil es eine schöne Rolle ist und weil nicht so viel Text zu lernen war", erklärt das Mädchen.
Amelie Kraus spielt die Großmutter. Eine Großmutter in Dornröschen? Die Antwort ist einfach. Als Großmutter erzählt sie die Rahmenhandlung, in der es ihren beiden Enkeln (Monika Bätz und Linda Gack) fürchterlich langweilig wird und sie sich gemeinsam auf eine Reise durch das Märchen begeben. Für die perfekte Illusion vom rosenumrankten Märchenschloss sorgt echter Rosenduft "Den haben wir und aus dem Bioladen besorgt", berichtet Konrektorin Pia Löffler. Am Ende geht das Märchen bekanntlich gut aus. Der Prinz (Tina Krauß) heiratet sein Dornröschen (Luisa Subat) und der Küchenjunge (Katharina Hofmann) erhält die Ohrfeige, zu der der Koch (Chiara Mikulovic) vor 100 Jahren angesetzt hat.