Zeitgleich, und nur einige hundert Meter voneinander entfernt, hielten am Samstagabend die beiden größten Lichtenfelser Vereine, die Turnerschaft und die Königlich-privilegierte Scharfschützengesellschaft, ihre Faschingsveranstaltungen ab. Trotz des ansprechenden Besuchs hielt sich die Begeisterung der beiden Vorsitzenden in Grenzen.
"Die Zeiten, in denen 1500 Besucher zu einer Faschingsveranstaltung in die Stadthalle kommen, sind vorbei", stellte der Vorsitzende der Turnerschaft, Winfred Bogdahn fest. Und der Vorsitzende der königlich-privilegierten Scharfschützen, Siegfried Jäkel, sprach gar davon, dass dies wohl der letzte derartige Fasching im Schützenhaus gewesen sei. Das Besucherinteresse stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand.
Dabei waren beide Veranstaltungen so angelegt, dass sie sich gegenseitig kaum Konkurrenz machten: Während die Schützen mit ihrem Motto "Auf der Alm, da gibt's ka Sünd" auf die Ü 30-Generation setzten, war der Turnerfasching in der Stadthalle erstmals als reine Faschingssession für die Jugend gedacht.
Zuckende Laser und der Dauereinsatz der Nebelmaschinen passten hervorragend zum Partysound der beiden DJs, die die Jugend super in Stimmung brachten. Und den rund 800 Besuchern war auch nach Fasching zumute: Es gab kaum einen, der nicht irgendwie maskiert war. Während die Jungs mehr die harten Typen verkörperten, setzten die Girls auf die bunte Vielfalt, und die reichte von Schneewittchen mit den sieben Zwergen bis hin zum Boxer mit Veilchen. So richtig in Schwung kam die Disco-Party erst kurz vor Mitternacht. Vorher verlor man sich auf der Tanzfläche. Doch der Partyspaß sollte erst um 4 Uhr morgens zu Ende sein.

Auf der Tanzfläche kein Gedränge

Ganz anders präsentierte sich die Faschingsfete im Schützenhaus: Man hatte den Saal aufwändig mit roten und weißen Bahnen dekoriert, Hunderte Luftballons hingen wie eine Riesentraube von der Decke, eine Schnee-Bar lockte mit "Feuerwasser", und auf der Bühne mühte sich die Fünf-Mann-Band "Give Me Five" mit ihrer Sängerin nach Kräften. Zusätzlich zum Stammpublikum aus den Reihen der Schützen hatten etliche Besucher den Weg ins Schützenhaus gefunden. Viele waren originell maskiert, die Speisen mundeten, und bei den Getränken war stets für Nachschub gesorgt. Eigentlich war es ein Fasching, wie er sein sollte, und dennoch herrschte bei geschätzten 100 Besuchern auf der Tanzfläche keinerlei Gedränge.
Da auch der Kinderfasching im Schützenhaus am Faschingsdienstag nach 46 Jahren der letzte seiner Art sein soll, muss man sich ernsthaft fragen, wie es mit dem Fasching in der Deutschen Korbstadt weitergehen wird.