Der Kulturverein stellte am vergangenen Mittwoch während seiner Hauptversammlung im großen Rathaussaal das Programm 2013 vor. Vorsitzender Bürgermeister Georg Vonbrunn kündigte attraktive Veranstaltungen an, die jedem Geschmack Rechnung tragen sollen. Auch an die Jüngsten wurde gedacht: Sie werden mit Regisseur Jan Burdinskis "Werkstatt der Schmetterlinge" im Rahmen des Fränkischen Theatersommers bedient.
Gespannt kann man auf eine Ausstellung in der ehemaligen Synagoge sein. Schriftstücke, Gebetsriemen, Buchfragmente und weitere Gegenstände jüdischen religiösen Lebens werden erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt, erläuterte Josef Motschmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Synagoge Altenkunstadt. Die Objekte stammten aus der "Genisa", die auf dem Dachboden gefunden wurden. Die "Genisa" sei ein verborgener Ort und diente der Aufbewahrung von Gegenständen des religiösen Lebens, die beschädigt oder verschmutzt sind und deshalb nicht mehr benutzt werden können.
Der Fund bedeutet nach Motsch manns Worten einen entscheidenden Schritt der Geschichtsforschung, die sich nun genauer mit den Lebensgewohnheiten der Juden in Altenkunstadt beschäftigen könne. Eine Genisa sei ein Ort, an dem Dinge abgelegt werden, die man aus religiösen Gründen nicht vernichten dürfe. Es handele sich um Texte, die in Hebräisch geschrieben sind, die einen Gottesnamen enthalten, oder die vielleicht auch aus irgendwelchen anderen Gründen für den Besitzer von Bedeutung sind. In Altenkunstadt seien auch Objekte gefunden worden, die auf den ersten Blick keine religiösen Inhalte haben.

"Genisa-Projekt"

Der Altenkunstadter Fund werde jetzt im Rahmen des sogenannten "Genisa-Projektes" in Veitshöchheim genauer unter die Lupe genommen und erforscht. Die zentrale Auswertungsstelle in Franken sei Forschungsgrundlage für Wissenschaftler auf der ganzen Welt, betonte Motschmann.
Das Programm des Kulturvereins Altenkunstadt, der eng mit der Interessengemeinschaft der Synagoge zusammenarbeitet, beginnt bereits in diesem Jahr, am Sonntag, 16. Dezember, um 11 Uhr mit einer Matinee, die Mitglieder des Coburger Landestheaters gestalten. Es werden Lieder und Texte zur Weihnacht aus Opern und Operetten präsentiert, Geschichten verlesen und getanzt.
Im Januar oder Februar wird Professor Dr. h.c. Dietmar Kummer die traditionelle chinesische Naturheilkunde vorstellen. Ende April bis Anfang Mai findet eine Kunstausstellung "Irene Flach" statt, die Peter Riedel, ehemaliger Weismainer Bürgermeister, zusammenstellt.

"Werkstatt der Schmetterlinge"

Ein Höhepunkt nicht nur für jüngere Zuschauer ist die "Werkstatt der Schmetterlinge" im Rahmen des "Fränkischen Theatersommers" mit Stephan Bach aus Bamberg als Rodolfo.
Am 17. März lesen in der Synagoge Hanna Schuster und Josef Motschmann Gedichte. Geplant ist ein Ortsrundgang mit Otto Schuhmann mit dem Thema "Industrielle Entwicklung Altenkunstadts im 19. und 20. Jahrhundert". Josef Motschmann wird die frühere Geschichte beleuchten. Im Juli steigt wieder der Frühschoppen am Main. Das Fränkische Theater führt "Die Magd als Herrin" oder "Schiller ja, oder gar nicht" auf. Auch dieser Termin steht noch nicht fest. Zur Diskussion stehen Kabarett-Aufführungen von Mac Härder, "TBC" und Pfarrer Buck.
Am 7. September feiert Altenkunstadt sein traditionelles Straßenfest mit zahlreichen Attraktionen. Am 27. September findet in der Gaststätte Reichen stein in Strössendorf das Wirtshaussingen statt. Am 1. Dezember werden ab 19 Uhr im Gemeindehaus in Zeublitz Geschichte und Geschichten zur Weihnachtszeit von Martini bis Lichtmess vorgetragen. Am 15. Dezember kommenden Jahres ist wieder eine Matinee in der Synagoge geplant.