Was nach einem schlimmen Alptraum für sämtliche Eltern klingt, ereignete sich am Sonntagnachmittag in Redwitz in der Zettlitzer Straße wirklich: Ein 42-jähriger Mann traf mit einer selbst gebauten Kanone beinahe einen zweijährigen Jungen, der in einem benachbarten Garten spielte. Die Kugeln verfehlten den kleinen Jungen um etwa einen Meter und trafen lediglich einen Gartenzwerg.

Bei Schießübungen in seinem eigenen Garten hatte der Mann einen Farbeimer und einen Styroporblock anvisiert. Die Ziele waren etwa zwei bis drei Meter von der Schusswaffe entfernt. Der Feuerkraft der Kanone konnten die Ziele jedoch nicht standhalten und wurden von den Kugeln durchschlagen. Die Geschosse flogen durch eine Hecke etwa 50 Meter über ein angrenzendes Grundstück und trafen nach Durchdringen einer weiteren Hecke schließlich den Gartenzwerg, der sich direkt neben dem Jungen befand. Der zweijährige Bub blieb unverletzt.
"Der Täter hätte eigentlich wissen müssen, dass diese Objekte als Schutz nicht ausreichen", sagt Ralf Fenderl, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Lichtenfels.

Dass sich hinter den Hecken ein kleiner Junge aufhielt, wäre für den Schützen jedoch nicht einsehbar gewesen. Nachdem ein Anwohner die Polizei alarmierte, konnte die Schusswaffe und die dazugehörige Munition auf dem Anwesen des 42-Jährigen sichergestellt werden. Der Täter zeigte sich bei der Übergabe einsichtig und reumütig.
Ein derartiger Vorfall ist für die Polizei Lichtenfels beileibe kein Alltag. "Gaspistolen kennt man ja, aber dass man selbst sowas Kunstvolles baut und abfeuert, habe ich noch nicht erlebt", sagt Ralf Fenderl.
Nach Angaben der Polizei erwartet den 42-Jährigen eine Anzeige aufgrund waffenrechtlicher Verstöße.