Es war die Stunde der kleinen Ortschaften: In der 26. Runde des Bundeswettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" stachen bei den diese Woche stattgefundenen Begehungen zwei Ortschaften mit jeweils weniger als 50 Einwohnern besonders hervor: Kümmel und Tauschendorf.
Letztenendes konnte sich der Ebensfelder Gemeindeteil mit seiner agilen Dorfgemeinschaft bei der Bewertung durch eine achtköpfige Jury durchsetzen und wurde Kreissieger. Kümmel ist vor allem durch seinen alljährlichen Apfelmarkt bekannt und zeichnet sich durch eine starke Verwurzelung der Bewohner mit ihrem Ort und der umgebenden Landschaft aus. So konnte sich der Ort seine kleinteilige Dorf- und Hofstruktur bewahren und ist dennoch attraktiv für die Bewohner, was aktuell der Zuzug einer jungen Familie belegt.


Gemeinschaftshaus gebaut

Sehr stolz ist das Dorf auf die letztjährige Erfüllung eines lang gehegten Wunsches: Den Bau eines Gemeinschaftshauses, das mittlerweile bereits sehr rege genutzt wird. Auch beim Thema Trinkwasser zeigt sich der starke Gemeinschaftssinn: Das Votum des Ebensfelder Gemeinderates für den Anschluss an die gemeindliche Wasserversorgung und gegen die Versorgung aus den eigenen Brunnen wird mit einem "leider" kommentiert.
Der Altenkunstadter Ortsteil Tauschendorf belegt bei dem Wettbewerb den zweite Platz. Der Jury fielen hier vor allem die gekonnt gestalteten und gepflegten Grünflächen und die sich sehr schön integrierenden neuen Stallungen mit großen Koppelanlagen für Pferde auf, wodurch sich die Ortschaft in den letzten Jahren stark verändert und als "Erholungsort" am Fuß des Kordigasts weiterentwickelt hat.
Der dritte Platz geht in dieser Runde an Mainroth. Bei der Präsentation konnte der Jury das große Potenzial, das in dieser Ortschaft steckt, dargelegt werden. Trotz schwieriger Ausgangssituation - Bundesstraße, Schulschließung, Sanierungsbedarf am Kirchplatz - ist ein starker Gestaltungswille und ein starker Zusammenhalt vorhanden, der sich auch an der Vielzahl an Vereinen, Gruppen und Initiativen ablesen lässt.
Insgesamt stellten sich heuer sieben Dörfer dem Wettbewerb. Kümmel kann sich als Kreissieger nun im nächsten Jahr am Bezirksentscheid auf oberfränkischer Ebene beteiligen.
Parallel zum Bundeswettbewerb wurde seitens des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege ein Themenwettbewerb zu "Grün im Dorf" ausgeschrieben. 17 Dörfer hatten sich über ihre Gartenbauvereine dazu angemeldet. Bei den Begehungen zeigte sich das oft langjährige große Engagement der Vereine für die Gestaltung der öffentlichen Grünflächen. Aber auch viele dorfgemäße Privatgärten konnten bestaunt werden, die die Jury als Beleg dafür wertete, dass aus der Tradition heraus oder durch positive Vorbilder und Vorträge ein Bewusstsein für eine dorfgemäße Gartenbewirtschaftung vorhanden ist. So war sich die Jury am Ende einig, dass hier kein Dorf besonders herausgehoben werden soll, sondern Platzierungen für mehrere Dörfer vergeben wurden: 1. Platz: Arnstein, Birkach, Gärtenroth, Görau, Grundfeld und Tauschendorf; 2. Platz: Kümmel, Pfaffendorf, Spiesberg, Zeublitz; 3. Platz: Mainklein, Mainroth; 4. Platz: Maineck, Modschiedel, Neudorf, Seubersdorf, Stublang.
Die Jury bestand aus folgenden Personen: Berthold Girschke (Bauabteilung im Landratsamt), Andrea Göldner (Kreisheimatpflegerin), Renate Holzmann, Maria Püls, Maria Will (alle Kreisverband für Gartenbau und Landespflege), Gerhard Popp (ehemaliger Kreisjugendpfleger), Christine Reininger (Amt für Landwirtschaft), Marion Warmuth (Kreisbäuerin), Martina Weiß (stellvertretende Kreisbäuerin); die Organisation lag in den Händen von Kreisfachberater Michael Stromer.