Erweiterung und Umbau. Diese beiden Wörter beschreiben die Schwerpunkte der Sitzung des Kreisausschusses wohl am besten. Es galt, der Haushaltssatzung des Zweckverbandes Thermalsolbad Bad Staffelstein für das Wirtschaftsjahr 2014 zuzustimmen. Die Satzung wird von der Erweiterung der Sauna dominiert. Um den Kreisräten einen Überblick über Ausgaben und Einnahmen des Zweckverbandes (jeweils 50 Prozent Landkreis Lichtenfels und Stadt Bad Staffelstein) zu geben, referierte Werkleiter Hans Josef Stich.

Den Haushalt stellte Stich unter das "kaufmännische Vorsichtsprinzip". Die Zahlen kalkuliert der Werkleiter traditionell vorsichtig. Insgesamt macht die Therme einen Jahresverlust von 921 000 Euro. Der größte Posten im Haushalt fällt mit rund 6,5 Millionen Euro auf die Saunaerweiterung. Dafür müsse der Zweckverband einen weiteren Kredit von knapp fünf Millionen Euro aufnehmen. Auch die zweite Generalsanierung der Badehalle schlage mit einer Million Euro zu Buche. Dies sei jedoch nötig, da die Therme bereits in ihr 28. Betriebsjahr gehe, sagte Stich.

Therme wichtig für Tourismus

Landrat Christian Meißner (CSU) unterstrich die Bedeutung der Therme für den Tourismus des Landkreises und der gesamten Region. Die Zahlen geben dem Landrat Recht: 735 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr zum Baden, Saunieren und Entspannen in die Therme. Langfristig wolle man mit der neuen Saunalandschaft zusätzliche Gäste gewinnen. "Wir schaffen etwas Einmaliges. Aus meiner Sicht wird es Spitze", sagte Meißner, der vor einer Woche die Baustelle besichtigt hatte.

Um die Spitzenposition am Saunamarkt zu verteidigen, wie es Meißner ausdrückte, müsse der Schuldenstand des Zweckverbandes auf rund 26,5 Millionen Euro erhöht werden. Damit sei der Schuldenabbau der vergangenen Jahre vorerst vorbei. Langfristig zahle sich das jedoch aus, sagte Stich. Alle Mitglieder stimmten der Satzung zu.

Umbau Gymnasium Burgkunstadt

Um eine Baumaßnahme ganz anderer Dimension geht es am Gymnasium in Burgkunstadt.
Die Schule soll behindertengerecht umgebaut werden. Konkret werden Fahrstühle und behindertengerechte Toiletten eingebaut. Öffentliche Gebäude müssen nach der bayerischen Bauordnung barrierefrei sein. Ein Anstoß für den Umbau sei der schwere Unfall eines Schüler gewesen. Dieser sitze nun im Rollstuhl und wolle zum nächsten Schuljahr zurückkommen, erklärte Landrat Meißner.

Zwei Fahrstühle geplant

Die baulichen Details erläuterte Kreisbaumeister Stefan Weisser. Durch die Lage am Hang sei es schwierig einen Fahrstuhl einzubauen. Da das Schulgebäude auf sieben Ebenen gebaut ist, plane man mit zwei Fahrstühlen. Dennoch werden nicht alle Ebenen mit den Aufzügen erreichbar sein. "Außer Ebene sechs und sieben wird alles erschlossen", sagte Weisser. Die Kabinen der Fahrstühle haben eine Größe von 1,10 mal 1,40 Meter. Deshalb ergebe sich ein positiver Nebeneffekt: die Nutzung als Lastenaufzüge. So könne das Personal damit Stühle oder Akten transportieren. "Im Vordergrund steht aber klar die barrierefreie Erschließung", betonte Meißner.

Außerdem werden behindertengerechte WC-Anlagen eingebaut. Für alles zusammen veranschlage der Landkreis 225 000 Euro. Das Projekt sei bereits zur Förderung bei der Regierung von Oberfranken eingereicht.
Maximal könne man mit 49 Prozent Kostenübernahme rechnen, sagte Weisser. Die restliche Summe werde über ein Darlehen der KfW-Bank finanziert. Ende des Jahres soll der Umbau fertig sein.