Solche Informationen bekommen Stadträte gern: Nur auf 500 Euro beläuft sich der Fehlbetrag im Haushaltsplan des Zweckverbandes Konventbau Klosterlangheim für das Jahr 2017. Und in der Rücklage stehen noch über 270 000 Euro, außerdem knapp 92 000 Euro in einer Sonderrücklage für Sanierungen. Dagegen erscheint ein zinsloses Darlehen von rund 54 000 Euro, das jährlich mit 7000 Euro getilgt wird, gering. Es dürfte also nichts zu mäkeln geben, wenn der Etatentwurf der Verbandsversammlung Anfang Mai vorgelegt wird. Der Stadtrat nahm die Zahlen in seiner jüngsten Sitzung schon wohlwollend zur Kenntnis. "Diese Einrichtung trägt sich!", konstatierte Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD).


"Super Auslastung"

Die Schule der Dorf- und Flurentwicklung, die seit ihrer Gründung 1993 ihren Sitz im einstigen Konventbau des Klosters hat, ist für die Stadt Lichtenfels ein Gewinn. Die Bildungsstätte, die Themen zur Gestaltung des ländlichen Raumes aufgreift, bringt Jahr für Jahr eine Vielzahl von Seminarteilnehmern in den Ort und damit auch in Geschäfte, Gaststätten und Hotels. "Die Auslastung ist super!", freut sich der Bürgermeister. Ob Kommunalpolitiker oder in Vereinen engagierte Leute - sie kommen aus weit über den Landkreis hinaus zu den Workshops nach Klosterlangheim.

Die erhaltenen Gebäude der ehemaligen Klosteranlage, das Erbe der Mönche und vor allem die Wunden der Säkularisation sollen aber auch anderen Gästen und den Einheimischen nähergebracht werden. Dass der geschichtsträchtige Ort ein Juwel ist, mit dem man kulturell und touristisch punkten kann, hat der Stadtrat längst erkannt. Mit dem 2013 geschaffenen Nothelferweg wird die Verbindung des Klosters Langheim zur Basilika Vierzehnheiligen bereits auf gelungene Weise hervorgehoben. Auch hier flossen - nach entsprechend langer Planungs- und Antragsphase - EU Fördergelder.

Schon Anfang vergangenen Jahres wurde ein Grobkonzept für die Nutzung des dortigen Heimatmuseums und der Katharinenkapelle vorgestellt, das in Zusammenarbeit mit dem rührigen Verein der Heimatfreunde erstellt worden war.

Doch um an Fördermittel heranzukommen, ist laut Bürgermeister weitere Detailarbeit vonnöten - und Geduld. Denn: Bevor man das Museum aufwerten kann, muss erst festgehalten werden, was genau drin ist. Bislang gibt es aber keine nach fachlichen Kriterien erstellte, dokumentierende Übersicht über sämtliche Stücke, das heißt, eine Inventarisierung muss vorgenommen werden. Die stellt man sich im Rahmen einer Studienarbeit vor. "Die Ausschreibung dazu läuft", berichtet Andreas Hügerich. Seiner Einschätzung nach müsse man allein dafür mit einem Zeitbedarf von einem Jahr rechnen. Bis zu einem neukonzipierten Museum in einem insgesamt aufgewerteten historischen Kontext wird es demnach in Langheim noch ein weiter Weg sein.