Im aktuellen Programmheft der VHS stehen sie verzeichnet: die Jugendgruppen der Obst- und Gartenbauvereine (OGV) im Landkreis. Über 50 an der Zahl sind es demnach. Wie viele von ihnen wirklich aktiv sind, steht auf einem anderen Blatt. Eine große Anzahl der Jugendgruppen, so hat eine Recherche des FT gezeigt, existiert gar nicht mehr oder hat ihre Aktivität vorübergehend eingestellt. Zu diesen gehört die Jugendgruppe des Obst- und Gartenbauvereins Strössendorf beileibe nicht. "Schloss-Kobolde" nennt sie sich und ist auch in die Ortspflege eingebunden.
Sina und Carla Schmidt lächeln. "Ich bin eh gern draußen und mir gefällt es, wenn wir das Dorf verschönern", sagt Carla (12). Ihr Zuhause ist im Schatten des Schlosses. Dort, an der Schlossmauer, haben die beiden Mädchen ein Beet, um das sie sich kümmern müssen; fünf Meter lang, eineinhalb Meter breit. In der Mitte des Beets steht ein Birnbaum, um ihn herum wachsen Zierpflanzen. Im gesamten Dorf verteilt gibt es zirka 15 solcher Beete. Marina Schmidt, Mutter von Sina und Carla und überdies eine von drei Jugendleiterinnen des Gartenbauvereins, kommt jedenfalls auf diese Summe, als sie in Gedanken die Standorte im unteren und oberen Dorf durchgeht. Die Beete wurden im Zuge der Dorferneuerung angelegt, also vor vier Jahren. Immer an der Pflege der Beete beteiligt sind die Anwohner, selbst zumeist Mitglied im Obst- und Gartenbauverein. In die Pflege bringen sich aber auch die "Schloss-Kobolde" ein. 17 soll es von ihnen geben. In ihrem Dorf teilen sich die Erwachsenen die Ortspflege. Die Gartenbauvereinsmitglieder, so Marina Schmidt, schneiden die Rosen des Schlossparks, die Gemeinde übernimmt im Gegenzug das Rasenmähen. "Wenn Kinder hier geboren werden, sind sie praktisch Mitglied", erzählt Marina Schmidt. Sie erzählt es im Scherz, denn ganz so resolut ist man hier natürlich nicht. Aber etwas ist schon dran, denn einmal war es wirklich so. Als die Tochter ihrer Bekannten Julia Sünkel im vergangenen Jahr zur Welt kam, wurde diese umgehend von ihrem Opa Wilfried Sünkel, dem Vereinsvorsitzenden des 125 Jahre alten OGV, angemeldet. Ihre Bekannte Julia, das ist die Zweite im Bunde der drei Jugendleiterinnen. Gemeinsam mit Andrea Kolbe bildet man die Führungsriege der "Schloss-Kobolde". Als solche kam man auch auf die Idee mit den lustigen T-Shirts. Auf ihnen prangt das Strössendorfer Schloss, aus dem heraus ein Gartenzwerg freudig die Arme hebt. "Schloss-Kobolde" steht darunter geschrieben. Die Kinder tragen die Shirts stets bei ihren Treffen.

Gegründet 2011

"Uns gibt es seit 2011", so Marina Schmidt. Eine sehr junge Jugendgruppe, wenn nicht sogar die jüngste im Landkreis. Einmal im Monat treffen sich die Kinder und Jugendlichen, von Frühling bis Herbst am Garten des alten Pfarrhauses, der ihnen von Pfarrer Jürgen Rix zur Verfügung gestellt wurde. Dafür pflegen die Kinder den Garten und jäten Unkraut. Einmal jährlich sammeln die "Kobolde" auch den Müll im Dorf zusammen.
Heute ist für die Gruppe ein großer Tag. Die aus Kürbiskernen vorgezogenen Pflänzchen sollen im Garten beim alten Pfarrhaus eingegraben werden. Sina hat gehört, dass es einen Preis für den geben soll, der den größten Kürbis ernten wird. Aber zunächst werden die "Kobolde" den Garten erst einmal umgraben und säubern.