Ein leises "Uff", war aus dem Munde von Bürgermeister Udo Dauer zu vernehmen, als auch der letzte Punkt zur Bauleitplanung abgehakt war. Für gewöhnlich sind Punkte zu diesem Thema schnell abgearbeitet, doch in diesem Fall waren sie eine schwere Geburt. Dafür sorgten die geplante Umgehung vom Modschiedel und Wunkendorf sowie grundsätzliche Bedenken gegen zwei geplante Einbeziehungssatzungen.

Wegen der Umfahrung wird in Modschiedel der Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet im Südwesten des Ortsteiles aufgehoben. Nicht jedem Ratsmitglied passte das Vorhaben in den Kragen. Deutliche Worte fand Julia Spörlein (CSU): "Ich habe keinen Bock darauf, dass 100 Meter neben Modschiedel eine Straße gebaut. Eine Umgehungsstraße baut man, um den Ort zu entlasten. Doch das ist keine Entlastung."

"Dann sind wir wieder beim Judenweg", kommentierte Bürgermeister Udo Dauer ihre Einlassung. Dieser Trasse hatte der Stadtrat bekanntlich eine Absage erteilt.

Dauer erinnerte daran, dass derzeit keine Nachfrage nach Gewerbeflächen bestehe. Sollte die Umgehungstrasse festgelegt sein, könne man die Planung neu überdenken und der Trassenführung der Umfahrung anpassen. Mit neun zu sieben Stimmen beschloss man die Aufhebung des Bauplanes.

Der Bebauungsplan für ein Neubaugebiet im Westen von Modschiedel wird der künftigen Trasse der geplanten Ortsumfahrung angepasst. Die bisherige Planung war zu großzügig gewesen. Zur Abrundung des Baugebietes wird im Westen des Areals ein mindestens zehn Meter breiter privater Grünstreifen festgesetzt. Der Bebauungsplan für das Neubaugebiet "Modschiedel I" in Richtung Seubersdorf wurde wegen fehlenden Bedarfs an Wohnraum ebenfalls aufgehoben.

Bauvorhaben schlägt Wellen

Zuvor hatten zwei Einbeziehungssatzungen hohe Wellen geschlagen. Der Stadelhofener Pfarrers Joseph Kunnathoor möchte südlich von Buckendorf ein Wohnhaus errichten. Ermöglicht werden sollte ihm das über eine Einbeziehungssatzung. Gegen die Satzung regte sich im Gremium Widerstand.

"Sollte dem angrenzenden Grundstückseigentümer, dessen Gelände zur Ortsabrundung ebenfalls in den Geltungsbereich der Satzung mit aufgenommen werden muss, eine Beitragspflicht für die Erschließung mit Kanal und Wasser entstehen, dann kann ich dem Vorhaben nicht zustimmen", machte Gabriele Huber von der Gemeindschaft Unabhängiger Bürger unmissverständlich klar.

Zunächst wollte man eine Einbeziehungssatzung unter dem Vorbehalt erlassen, dass das Nachbargrundstück nicht beitragspflichtig sein dürfe. Je länger sich die Diskussion hinzog, desto mehr gelangte Bürgermeister Udo Dauer zu der Erkenntnis, dass aus rechtlichen Gründen ein solcher Aufstellungsbeschluss vermutlich nicht haltbar sein werde.

So beschloss man mehrheitlich die Aufstellung einer Einbeziehungssatzung ohne Auflage. Die Planungs- und Verfahrenskosten trägt der Antragsteller. Für den Eigentümer des Nachbargrundstückes hat das Konsequenzen: Er wird beitragspflichtig. Da er sein Grundstück derzeit landwirtschaftlich nutzt, ist laut Dauer eine Stundung möglich. Huber, die die Diskussion angestoßen hatte, stellte aber auch klar: "Sollte die landwirtschaftliche Nutzung wegfallen, dann tritt Beitragspflicht ein."

Ebenso verfuhr man bei dem zweiten Bauantrag: Stefan Endres möchte westlich von Wohnsig ein Haus bauen. Mehrheitlich wurde eine Einbeziehungssatzung beschlossen. Der Bauherr trägt die anfallenden Kosten. Auch hier kann Beitragspflicht für ein Nachbargrundstück anfallen.

Die Bauarbeiten für die Kindertagesstätte in Modschiedel, die bereits begonnen haben, sollen zum Ende des Jahres abgeschlossen sein. Um etwas mehr Spielraum zu haben, hatte Dauer den Baubeginn im Rahmen einer Dringlichkeitsanordnung vorverlegt. Auf Nachfrage von Alexander Herold vom Bürgerblock teilte der Bürgermeister mit, dass die Maßnahme durch Haushaltsreste aus dem vorigen Jahr gedeckt sei.
Damit Bauaufträge möglichst zügig vergeben werden können, fasste das Gremium folgenden Beschluss: Aufträge mit einem Volumen von mehr als 60 000 Euro brutto für den Neubau der Kita werden vom Bauausschuss durchgeführt, sofern eine zeitnahe Behandlung im Stadtrat nicht möglich ist. Dem Stadtrat wird die Entscheidung in der nächstfolgenden Sitzung mitgeteilt. Zudem lud Dauer zum offiziellen Spatenstich am morgigen Donnerstag um 15 Uhr ein.