"An dieser Stelle eine Einkaufsmöglichkeit zu bieten ist Verpflichtung." So sah das nicht nur Winfred Bogdahn (SPD), sondern die große Mehrheit des Stadtrates. An dieser Stelle, damit ist der östliche Rand der Stadt in Richtung Mistelfeld gemeint, nahe auch am Klinikum. Wenn nun Kaufland mit dem bisherigen Gebäude nicht mehr glücklich werden kann, soll es dem Unternehmen ermöglicht werden, am Standort zu bleiben. Es erwägt nämlich den Umzug in einen Neubau auf dem direkt angrenzenden Grundstück Robert-Koch-Straße 5. Das Gebäude, bisher Sitz der Baukompetenz GdR, müsste weichen. Um dort einen eingeschossigen Lebensmittelmarkt mit Café und Frisör platzieren zu können, bedurfte es einer Änderung des Bebauungsplanes.

Planentwurf vorgelegt

Diese hat der Stadtrat am Montag (bei zwei Gegenstimmen) vorgenommen. Es wurde ein Sondergebiet Einzelhandel ausgewiesen. Eine Ausweitung der Verkaufsfläche ist dem vom Architekturbüro "Team 4" ausgearbeiteten Entwurf zufolge nicht beabsichtigt.

In der Diskussion in der Stadtratssitzung wurde auch der Aspekt Arbeitsplätze-Erhalt hervorgehoben. Kaufland hat in Lichtenfels nach eigenen Angaben über 60 Mitarbeiter.

Für das jetzige Kaufland-Gebäude, das sich in englischer Hand befindet, müsste der Eigentümer nach dem von Kaufland angedachten Auszug eine Folgenutzung finden. Nach der Änderung der Fläche im Bebauungsplan zu einem Gewerbegebiet (statt bisher Sondergebiet) dürfte es sich dabei aber nicht mehr um einen vergleichbar großen Supermarkt, sondern um kleinere Ladeneinheiten oder einen Baumarkt handeln.

Weil er befürchtete, dass der Eigentümer der Immobilie einen Wertverlust geltend machen könnte, stimmte Stadtrat Dietmar Heinkelmann (SPD) der Änderung nicht zu. Seitens der Stadtverwaltung wird indes betont, dass der Grundstückswert der gleiche bleibe.

Bei Kaufland äußert man sich auf Nachfrage zurückhaltend, denn Bauherr wäre nicht das Unternehmen selbst, sondern ein Investor. Die 1997 von der Firma Kathreiner übernommene Filiale entspreche nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Man plane, sie durch einen Neubau zu ersetzen, weil man den Kunden eine attraktive und zeitgemäße Einkaufsstätte anbieten wolle. "Wir erfüllen jedoch unsere bestehenden vertraglichen Verpflichtungen im Bestandsgebäude", betonte eine Kaufland-Sprecherin. Den geplanten Neubau wolle man in zeitlichen Einklang mit den gegebenen Vertragsverhältnissen bringen.