Zwischen Dienstag, 20, und Mittwoch, 7 Uhr, schnitt ein Unbekannter vom Hasen einer 30-Jährigen einen Teil des Ohres ab. Das Tier befand sich mit mehreren Artgenossen in einem Gehege im Garten eines Anwesens in der Rosengartenstraße in Michelau. Hinweise auf den Täter erbittet die Polizeiinspektion Lichtenfels unter der Telefonnummer 09571/95200.

Kaninchendame "Paula" saß abseits, als es am Mittwochfrüh Futter gab, sie hoppelte nicht wie gewohnt mit ihren Artgenossen he ran. Das war ihrer Besitzerin Melanie Wagner gleich aufgefallen. Dann bemerkte die Frau das Blut im Fell des Tieres, und musste schließlich feststellen, dass ein vier Zentimeter großes Stück vom Ohr fehlte. Die 30-jährige Tierfreundin dachte zunächst an den Angriff eines Raubtieres und suchte das Kaninchen der Rasse Deutscher Riese nach weiteren Verletzungen ab. Da war nichts. Bald wurde klar, dass hier kein anderes Tier, sondern offenbar ein Mensch am Werk war - mit einer Schere, einem Messer oder einer Zange. "Es war ein glatter Schnitt", berichtet die entsetzte Michelauerin, die das Tier sofort in eine Tierklinik brachte und überdies bei der Polizei Anzeige erstattete.

500 Euro

"Wie kann jemand so etwas tun?" fragt sich Melanie Wagner. Sie liebt Tiere. Die Stallhasen, die sie in einem 200-Quadratmeter-Gehege im Garten des Anwesens in der Rosengartenstraße hält, sollten bei ihr ein schönes Leben haben, wie ihre beiden Hunde und die anderen Haustiere auch. Viele Leute im Ort wüssten davon und brächten ihr ab und zu mal was zum Verfüttern, erzählt die 30-Jährige. Am Dienstagabend, um 20 Uhr, war noch alles in Ordnung draußen, am Mittwochmorgen dann die schlimme Entdeckung. Der Täter muss die Dunkelheit ausgenutzt haben, Melanie Wagner vermutet, dass er über den Zaun geklettert ist. Wer es gewesen sein könnte und warum er das getan hat - da hat sie keine Ahnung. Womöglich brüstet sich da noch jemand mit dem Ergebnis einer brutalen Mutprobe? Hier will die Michelauerin ansetzen und stellt 500 Euro in Aussicht für einen Hinweis, der zum Täter führt.

"Paula" geht es den Umständen entsprechend. Sie muss jetzt noch mehrere Tage Spitzen bekommen, die verhindern sollen, dass sich die Wunde entzündet. Ein Mittel gegen den Schmerz ist auch dabei.