In der Coburger Straße rumort es. Anlieger sehen einer Neugestaltung der Coburger Straße im Bereich Unterführung mit dem anschließenden Areal bis zum Schützenplatz skeptisch entgegen: Sie befürchten massive Beeinträchtigungen ihrer Bewegungsfreiheit und eine lange Vollsperrung der wichtigen Lebensader, die sie mit dem Stadtzentrum verbindet. Es wird bereits eine Unterschriftensammlung vorbereitet. Das alles erfuhren die Mitglieder des Bauausschusses bei ihrer gestrigen Sitzung.
"Wir verheimlichen den Bürgern nichts. Jeder kann sich bei mir und der Verwaltung informieren", erklärte Bürgermeisterin Bianca Fischer. Ob allerdings die Bürgersprechstunden im Rathaus ausreichen, wagte das Stadtoberhaupt zu bezweifeln. "Wir werden mit den Anliegern sprechen und Anfragen beantworten", unterstrich sie. Es gehe nicht nur um die Anlieger, sondern auch um Autofahrer und Fußgänger. Auch das Bauamt wolle sich mit den Betroffenen zusammensetzen.
Nachdem der Wettbewerb "Coburger Straße" entschieden war, hatte bereits am 1. Mai eine Ausstellung im Stadtschloss ausführlich über die geplanten Maßnahmen informiert. Auf zwei Etagen in den ehemaligen Zehnt böden wurden die gemeinsamen Arbeiten zweier Büros aus Bonn und Dippers bei Fulda, die das Preisgericht als Sieger des Wettbewerbs erkoren hatte, gezeigt. Der städtebauliche Wettbewerb beinhaltet nicht nur die Sanierung der Coburger Straße, sondern auch eine attraktive, bessere Anbindung des Fachmarktzentrums an die Innenstadt.
Stadtbaumeister Jürgen Graßinger teilte dem Gremium mit, dass bei der Stadtratssitzung am Montag, 11. November, der Architekt das Projekt vorstellen werde. Im Dezember und Januar könnten die Ausschreibungen für die Baumaßnahmen laufen. Je nach Wetter sei mit dem Baubeginn ab März zu rechnen.

Keine neunmonatige Vollsperrung

Eins sei jetzt schon sicher, sagte Graßinger: "Eine neunmonatige Vollsperrung der Coburger Straße, wie befürchtet, kommt überhaupt nicht in Frage." Nur die Bahnunterführung müsse in der Zeit der dortigen Bauarbeiten für Fahrzeuge und auch für Fußgänger in beide Richtungen gesperrt werden. "Wir können es nicht verantworten, dass Fußgänger von herabfallenden Teilen verletzt werden", machte Graßinger deutlich. Das sei nicht auszuschließen, wenn der Bagger mit Spezialwerkzeugen arbeitet.
Der Zugang zu den Häusern sei durch Stahlplanken immer möglich, versprach der Stadtbaumeister. Nur dürfe nicht verlangt werden, dass Autos vor den Häusern parken können, wenn davor die Straße aufgegraben ist.
Ehe die endgültige Vorgehensweise nicht geklärt ist, könne er nicht schon heute sagen, wie lange und wo Sperrungen erforderlich sind, so Graßinger. Mit Teilsperrungen oder halbseitigen Sperrungen müsse gerechnet werden.
Stadtrat Dietmar Heinkelmann (SPD) gab Befürchtungen der Anlieger der Coburger Straße wieder, die von einer neunmonatigen Vollsperrung ausgingen.
Neue große und auffallende Werbetafeln in der Kernstadt sind seit einiger Zeit einigen Bauausschussmitgliedern ein Dorn im Auge. Helmar Zipp (SPD) lehnt diese in Bausch und Bogen ab, während sich Harald Schramm (Bündnis 90/Die Grünen) kleine und nicht so dominierende Schilder wünscht. Auch bei der gestrigen Sitzung wollten die Stadträte einen Bauantrag der Deutschen Plakatwerbung GmbH nicht gleich zustimmen.
Bei einer vorausgegangenen Ortsbesichtigung in der Viktor-von-Scheffelstraße, an der Ecke Bamberger Straße, informierten sie sich über zwei Tafeln mit je 3,89 Meter Breite und 2,87 Meter Höhe, die auf einem 50 Zentimeter hohen Sockel errichtet werden sollen. Nach langer Diskussion fasste Bianca Fischer zusammen: "Wir wollen mit der Firma reden und sie bitten, die Maße zu verkleinern." Eine Gesamtbreite einer oder zwei Tafeln dürfe nicht 6,50 Meter überschreiten und nicht höher als 2,50 Meter mit Sockel sein.