Die Sensation flatterte in Form einer unscheinbaren Einladung auf den Tisch: Im Landkreis wird ein zweites Krankenhausprojekt entstehen, das den Plänen für das neue Klinikum in Lichtenfels nicht nachsteht. Für 100 Millionen Euro soll im Bezirksklinikum Kutzenberg ein Neubau entstehen, in dem die bisher in unterschiedlichen Gebäuden untergebrachten Kliniken zusammengefasst werden.

Wie das Konzept dafür aussieht, ist auch schon entschieden. Am Freitag werden in Kutzenberg die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs präsentiert. Dazu findet um 12 Uhr ein Pressetermin im Festsaal des Klinikums statt. Es sei ein "Jahrhundertprojekt", schreibt die Pressestelle in der Einladung.


Zweites Klinik-Großprojekt im Landkreis

Mit dem Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro ist es ähnlich dimensioniert wie das Lichtenfelser Klinikum. 16 000 Quadratmeter Fläche umfasst der Bau, der in mehreren Abschnitten entstehen wird. Sonst kann der laufende Betrieb nicht aufrecht erhalten werden.

Das Bezirksklinikum besitzt sechs Fachabteilungen: eine Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, eine Klinik für Internistische Rheumatologie, eine Klinik für Erkrankungen der Atmungsorgane, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin, eine Abteilung für Thorax- und Gefäßchirurgie, eine Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, eine Abteilung für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie.
Dazu kommen zwei fachabteilungsübergreifend arbeitende Einrichtungen: ein Interdisziplinäres Schmerzzentrum und ein Zertifiziertes Lungenzentrum.

1905 wurde die Einrichtung als Kreisirrenanstalt Kutzenberg in Betrieb genommen. 1946 kam ein Tuberkulosekrankenhaus mit einer ersten Abteilung für Knochen- und Gelenktuberkulose hinzu. Die steigende Zahl von Erkrankungen im Bereich des Bewegungsapparates führten dazu, dass sich daraus 1965 die Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie entwickelte.

Der Einzugsbereich umfasst Ober-, Mittel- und Unterfranken sowie Südthüringen und Sachsen. Überwiegend aus diesen Regionen werden Patienten in der Bezirksklinik Obermain in Kutzenberg stationär behandelt. In Kutzenberg stehen Gebäude aus der Gründerzeit sowie unterschiedliche Bauten aus den darauffolgenden Jahrzehnten weit verteilt auf dem Gelände. Das führt dazu, dass Patienten und Mitarbeiter weite Wege haben und die Zusammenarbeit einzelner Abteilungen erschwert wird. In den vergangenen Jahren war in Kutzenberg viel gebaut, umgebaut und saniert worden. 1998 hatte der Bezirk das Klinikum in einen Eigenbetrieb umgewandelt. Nun soll auch ein medizinisches Versorgungszentrum entstehen sowie sechs Ambulanzen.


Derzeit 337 Betten

Aktuell hat das Bezirksklinikum Obermain 337 stationäre Planbetten: internistische Rheumatologie 22, Pneumologie, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin 75, Orthopädie und Orthopädische Chirurgie 60, Thorax- und Gefäßchirurgie 22, Psychiatrie und Psychotherapie 126 und Psychosomatik 32 sowie zehn teilstationäre Betten. Erst vor kurzem erfolgte eine Erweiterung um eine Adoleszenten-Station für 20 stationäre und vier teilstationäre Betten im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie. red