Die etwas abenteuerliche Geschichte eines Hochlandrindes begann bereits Ende April dieses Jahres und hat bis heute noch zu keinem Happy-End geführt. Ein weibliches Hochlandrind sollte den Besitzer wechseln und wurde per Viehwagen von Siedamsdorf zum Käufer nach Kaspauer geschafft.

Mit diesem Handel war das Vieh anscheinend gar nicht einverstanden, denn beim Ausladen ergriff es plötzlich die Flucht und verschwand. Wochenlange Suche blieb erfolglos, bis es eines Tages im Waldgebiet nordöstlich von Kaspauer bei Weismain entdeckt wurde. Aber jedesmal wenn dem Tier ein Mensch zu nah kam, suchte es sofort das Weite. Hungrig blieb das Tier in der freien Natur keineswegs, denn es gab genügend Gras zu fressen oder es hielt sich an den Maisfeldern schadlos. Ein Einfangen war schier unmöglich und gegen einen Betäubungsschuss gab das Landratsamt keine Einwilligung, denn die Kuh war trächtig. Bürger aus Kaspauer sahen das Tier in den letzten Wochen des öfteren an einem Rapsacker. Einmal graste es dort friedlich inmitten einer Horde von Wildschweinen, sagte Jäger Josef Pachter.


Freilaufende Kuh bringt Nachwuchs zur Welt


Das Rind hällt sich sich nun allerdings seit Monaten in einem Gebiet mit wenig Wasserstellen auf. In der heißen Sommerzeit hatte Tierfreund Uwe Raub Mitleid und schaffte regelmäßig Wasser in großen Eimern in das Waldgebiet, damit das Tier nicht verdurstete. Vor ungefähr zwei Monaten passierte ein kleines Wunder, denn das Hochlandrind brachte ganz ohne fremde Hilfe ein Kalb zur Welt.


Ausgebüxte Hochrindmutterkuh bei Weismain wird zur Straßengefährdung


Seit der Geburt, berichten Augenzeugen, sei es noch scheuer geworden. Da die Mutterkuh nun auch manchmal ins Tal läuft und im Schöpfleisgrund aus dem Bach trinkt, muss das Tier eine belebte Kreisstraße überqueren. Da dies eine Gefährdung für die Verkehrsteilnehmer darstellt, gab das Landratsamt das Tier im September für wenige Tage zum Abschluss frei. Diese Genehmigung wurde aber wieder zurückgenommen.

Eine Entscheidung darüber, was mit den zwei Rindern und ihr Leben in der freien Natur passiert, ist bis heute noch nicht gefallen. Leichter wäre das Einfangen der beiden, wenn Schnee fallen würde, denn dann kann deren Spur leichter verfolgt werden. Andernfalls können die beiden ihre uneingeschränkte Freiheit in den Kaspauerer Bergen weiterhin in vollen Zügen genießen.