Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml, Landrat Christian Meißner, Klinik-Geschäftsführer Michael Jung und Architekt Roland Schmidt haben bei der Grundsteinlegung am Samstag eigenhändig zu Maurerkelle und Hammer gegriffen. Zuvor hatten die Gesundheitsministerin und der Landrat gemeinsam eine Kassette mit Zeitdokumenten in den Grundstein eingebracht.

Start im Jahr 2009

Zur Grundsteinlegung waren zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, beteiligte Firmen und die Geistlichkeit erschienen. Das Ereignis fand im Umfeld der Baugrube vor der Kulisse gigantischer Baumaschinen statt. Landrat Christian Meißner sprach von einem Meilenstein für die Region. Mit dem Beschluss zum Klinikneubau im Jahr 2009 habe der Kreistag ein wichtiges Zeichen gesetzt. "Wir bauen kein Denkmal, sondern ein hochmodernes Krankenhaus für die Bevölkerung", unterstrich Meißner. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung sei eine Pflichtaufgabe des Landkreises. Der Neubau diene auch der Stärkung des Standortes Lichtenfels als Medizin, Arbeits- und Wohnstandort. Er sei auch ein deutliches Zeichen dafür, den negativen Folgen des demografischen Wandels aktiv entgegenzuwirken. Meißner dankte allen, die das Jahrhundertprojekt aktiv und positiv begleitet haben.

Den Ersatzneubau bezeichnete Huml als wichtiges Signal für die Menschen in der Region, aber auch als Signal für die Mitarbeiter im Krankenhaus. Das Leuchtturmprojekt des Landkreises soll nicht nur die optimale medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen, sondern auch der Sicherung und dem Ausbau von hoch qualifizierten Arbeitsplätzen dienen. Der Neubau sei auch ein Vorbild für nachhaltiges Bauen, ein Leuchtturmprojekt für die "Green Hospital Initiative Bayern".

5000 Lastwagen voll Aushub

Noch ist vom neuen Krankenhaus nicht allzu viel zu sehen. Für die Baugrube allein wurden 100 000 Tonnen Aushubmaterial beiseite geschafft, das entspricht rund 5000 Laster-Ladungen voll. Davon lagern rund 12 000 Kubikmeter zum späteren Verfüllen auf der Baustelle. Für den Rohbau, der in den nächsten Monaten entstehen soll, werden rund 35000 Kubikmeter Beton benötigt, der allein 4400 Betonmischfahrzeuge füllt. Aneinandergereiht wurde dies einer Laster-Schlange von 35 Kilometer entsprechen. An Baustahl werden rund 3 700 Tonnen verbaut.

Die Baukosten für den Ersatzneubau werden mit knapp 117 Millionen Euro beziffert. Davon entfallen 98 Millionen Euro auf den Ersatzneubau, 3,4 Millionen auf zusätzliche Maßnahmen wie der Einrichtung eines Hubschrauberlandeplatzes auf dem Dach des Klinikums sowie eine notwendig gewordene Änderung der Verkehrswege. Hinzu kommen neun Millionen Euro für das Leuchtturmprojekt "Green Hospital", 4,1 Millionen für das Parkhaus und 2,2 Millionen Euro an Mehrkosten für den Baugrund. Gefördert wird das Projekt mit knapp 82 Millionen Euro.

Den verbleibenden Eigenanteil in Höhe von 34,67 Millionen Euro tragen der Landkreis Lichtenfels (17,68 Millionen Euro) und die Klinikum GmbH (16,99 Millionen Euro).

Auch die Geistlichkeit, vertreten durch Dekan Michael Schüpferling und Dekan Johannes Grünwald, unterstrich die Bedeutung des Neubaus. Er sei ein Jahrhundertbauwerk, das auch für die nächsten Generationen noch Bedeutung haben wird. Klinik-Geschäftsführer Michael Jung erinnerte an Altlandrat Reinhard Leutner, der mit seiner Vision, Tatkraft und unermüdlichen Einsatz mit zur Realisierung des Neubaus beigetragen habe.

Der im Grundstein eingelassene Behälter enthält eine Reihe von Zeitdokumenten. Darunter je eine aktuelle Ausgabe aller drei heimischen Tageszeitungen, ein Landkreis-Wimpel, ein Satz Euro-Münzen, eine Urkunde sowie aktuelle Luftbilder der Baustelle und ein Auszug aus dem Beschlussbuch des Kreistages zum Ersatzneubau.

Fest für die Bürger

Die Grundsteinlegung fand bei strahlendblauen Himmel statt. Damit war das Wetter deutlich besser als bei der Grundsteinlegung des Helmut-G.-Walther-Klinikums vor über 40 Jahren. "Damals war es nasskalt", erinnert sich Rechtsanwalt Rainer Taubert, der an einem derartigen Ereignis bereits zum zweiten Mal teilnahm. Am Samstag wurde der eigentliche Beginn des Großprojektes des Landkreises mit einem Bürgerfest gefeiert. "In einem Jahr werden wir mehr sehen", versprach Klinik-Geschäftsführer Michael Jung. Geht alles nach Plan, soll das neue Krankenhaus bis 2017 fertiggestellt sein. Der Umzug in das 276-Betten-Haus mit hochmoderner Ausstattung ist für 2018 geplant.