Für Michael Hanke hat die Freibadsaison schon begonnen. Er ist Fachangestellter für Bäderbetriebe und hat nach dem winterlichen Überstundenausgleich seinen Dienst am 14. März wieder angetreten. Man kann nicht sagen, dass es um diese Jahreszeit ruhig im Freibad zugeht. Es fehlt zwar der Geräuschpegel der Badegäste, dafür schnaubt der Hochdruckreiniger im leeren Becken und weiter drüben bessert ein Fliesenleger ebenfalls geräuschvoll aufgefrorene Kacheln im flachen Becken bei der Außendusche aus. Rasen mähen stand auch schon an auf dem 16 000-Quadratmeter-Gelände, und ein morscher Baum, den der Wind umgelegt hatte, wurde mit der Motorsäge zerkleinert. Allerdings kann das Team insofern derzeit tatsächlich in Ruhe arbeiten, als es sich nicht um die Sicherheit von Besuchern kümmern muss. Kassenhäuschen und Kiosk werden am 1. Mai um 9 Uhr aufgesperrt - erst oder schon. Denn bis dahin ist noch einiges zu tun.


Arbeitsbeginn um 7 Uhr

Morgens um sieben beginnt die Arbeit. Bei 5 Grad Außentemperatur mag um sie herum noch niemand ans Freibad denken, aber die Mitarbeiter dort sind schon mittendrin. Sie holen mit einer Schubkarre aus dem Becken, was sich den Winter über angesammelt hat: Schlamm, Algen, Sand, Blätter und manchmal auch eine Maus, die die glatten Wände nicht mehr erklimmen konnte, um dem Wasser zu entkommen. Das bleibt nämlich drin bis zum Frühjahr, dient - mit einem entsprechenden Mittel versetzt - als natürlicher Frostschutz. Sonst hätte der Fliesenleger hier viel mehr zu tun. Abgelassen wird es erst nach dem Winter. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass Michael Hanke beim Saubermachen Schnee vor sich hergeschoben hat. "Das beste Wetter dafür wäre eigentlich Regen", sagt er. Dann klebt der Schmutz nicht gleich wieder fest. Aber bei strahlend blauem Himmel an der frischen Luft zu sein, hat ja auch etwas. Die Mittagssonne erlaubt sogar das Arbeiten im T-Shirt und lässt den kalten Morgen vergessen. Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur falsche Kleidung - das ist die Devise für die Mitarbeiter. Sie sind bei der Gemeinde Redwitz angestellt, als potenzielle Lebensretter ausgebildet aber genauso fit im Technikbereich , wo vorschriftsgemäß dreimal am Tag die Wasserqualität kontrolliert wird. Nach dem letzten Heckenschnitt und Einwinterungsarbeiten im Spätherbst werden sie im Bauhof eingesetzt, zum Aufbau des Weihnachtsmarktes beispielsweise. Der Auszubildende tut derweil Dienst im Lichtenfelser Hallenbad, eine Kooperationsvereinbarung macht's möglich. Er soll bald den älteren Kollegen Bernhard Blüchel im Freibad ersetzen, der den Saisonwechsel schon Jahrzehnte mitgemacht hat.


Außenanlagen herrichten

Viel Zeit wird in die Pflege der Außenanlagen investiert. Teile des Pflasters hatten sich gewölbt und wurden neu gesetzt, um eine Stolperkante am Beckenrand zu vermeiden. Ein zweites Beachvolleyballfeld wird angelegt und der Sand durchgefräst, damit er locker ist. Im Kinderbereich ist noch der neue Spielzeug-Bagger zu montieren. Wenn das Becken blankgeputzt ist, darf das Wasser eingelassen werden. Drei Tage dauert es, bis die 1,5 Millionen Liter drin sind. Danach wird es zwar nicht mehr auf einmal abgelassen, aber quasi ständig teilerneuert. "Etwa 30 Liter rechnet man pro Badegast", weiß Azubi Oliver Fischer. Binnen drei Stunden hat der gesamte Beckeninhalt die beiden 12 000 Liter fassenden Filter im Technikraum passiert und fließt von Partikeln gereinigt und desinfiziert zurück. Für ein sauberes Badegefühl.