Ein Ehestreit in endete mit einem tragischen Unfall: Nach einer Auseinandersetzung mit ihrem 52-jährigen Ehemann verließ eine 50-jährige Frau Mittwochabend die Wohnung. Zu Fuß ging sie die Auwaldstraße entlang. Ihr Ehemann fuhr ihr mit dem Fahrzeug hinterher, hielt an und forderte seine Ehefrau durch das geöffnete Fenster auf, in den Wagen zu steigen. Doch: Die Frau lief weg, berichtet der Ehemann. Ihr Weg führte sie über die Bahngleise stadteinwärts. Sie übersah einen aus Bad Staffelstein in Richtung Ebensfeld fahrenden Zug und wurde gegen 18.45 Uhr von diesem erfasst.


Keine Lebensgefahr für die Frau

Die Frau wurde dabei schwer verletzt. Der Rettungsdienst brachte sie ins Lichtenfelser Klinikum. Nach Angaben der Polizei schwebte die Frau am Donnerstag nicht mehr in Lebensgefahr, war aber nicht bei Bewusstsein.

"Wir haben bisher nur die Auskunft des Mannes", sagt Gerald Storath, Polizeichef in Bad Staffelstein. Die Polizei habe, erklärt er, bei solch einem Vorfall von allen Beteiligten die einfachste Aufgabe: "Wir führen nur die Ermittlungen. Die Feuerwehr und andere müssen den Ort ausleuchten und Personen bergen."


Feuerwehr als Erste Hilfe gerufen

"Wir haben die Information bekommen: Person von Zug erfasst. Wir wurden als Erste Hilfe avanciert, weil in der Leitstelle bekannt ist, dass wir eine erweiterte medizinische Ausrüstung besitzen", erklärt Stefan Liebl, Kommandant der Feuerwehr Bad Staffelstein. Darunter sei einen Frühdefibrillator, der für die Wiederbelebung eingesetzt werde. "Wenn eine lebensbedrohliche Situation besteht, muss das Rettungsintervall verkürzt werden. Deshalb werden wir meistens hinzugerufen."
Aber auch andere Aufgaben mussten die 25 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr erfüllen. "Kurz nach der Versorgung der Patientin kamen Rettungsdienst und Notarzt. Danach haben wir alles ausgeleuchtet. Der Notfallmanager der Deutschen Bahn entschied, dass der Zug evakuiert wird. Er hat ein Busunternehmen beauftragt, und wir haben den 15 bis 25 Passagieren mit einer Arbeitsbühne aus dem Zug geholfen", erklärt Liebl den Vorgang.


Probleme werden besprochen

Der Einsatz habe zwei Stunden gedauert, so der Kommandant. Solche Vorfälle kommen in Lichtenfels etwa 15 Mal und in Bad Staffelstein etwa fünf Mal pro Jahr vor. Ein gutes Team sei da wichtig. "So etwas machen erfahrene Leute. Junge führen wir langsam ein. Als Rettungsassistent war ich bei etwa 1500 Einsätzen, irgendwann sind die Unfallbilder nichts Neues mehr." Manche Feuerwehrmänner hatten in ihrer Laufbahn noch nie mit Verletzten zu tun, sagt der Kommandant. Deshalb müsse bei größeren Unfällen mit Verletzen vorsichtig vorgegangen werden. "Wenn jemand ein Problem hat, wird das gemeinsam in der Gruppe besprochen." Auch ein Kriseninterventionsteam hilft uns, das Erlebte zu verarbeiten. "