Mit einem festlichen Konzert zum Jahresschluss in der Basilika Vierzehnheiligen erlebten die Zuhörer ein furioses Finale der zahlreichen Musikdarbietungen des vergangenen Jahres. Basilika-Organist Georg Hagel, zog alle Register der Riegerorgel mit Musik aus vier Jahrhunderten, beeindruckte aber auch an der Chororgel im Kirchenschiff.
Mächtige Klangfülle bot das "Consortium musicum" aus Holland unter der Leitung von Harry Ries. Acht Posaunen ein Alphorn und zwei Heertrommeln interpretierten weltbekannte Spirituals, Märsche oder Suiten bekannter Komponisten. Auch unbekannten Meistern mit unsterblichen Melodien widmeten die Musiker ihr vielseitiges Programm. "Izaro", das polnische Hirtenlied, erinnerte an die Begründung der Wallfahrt auf dem heiligen Berg, als der Klosterschäfer Hermann Leicht 1445 seine Erscheinung mit dem Christuskind und den 14 Nothelfern hatte.

Ständig den Standort gewechselt

Mit dem französisches Soldatenlied "L'Homme arme" eröffneten die Bläser das Konzert vor dem Hauptaltar. Die Gruppe wechselte ständig ihren Standort von der Vierung zum Gnadenaltar und dann zur Westrotunde. Schließlich ertönten die Posaunen von der Orgelempore, als ob sie die Mauern von Jericho zum Einsturz bringen wollten. Die Orgel übertrumpfte zuweilen mit kräftigen Pfeifen gleicher Klangfarbe das Kriegsgeschrei, das schließlich im mächtigen "Gloria Deo" mündete.
Die Bläser intonierten auch moderne Sätze wie Roger Chapmans "Suite of three cities" oder Melodien aus Georges Gershwins Musicals oder Spirituals. Das hochklassige Ensemble hatte mit Harry Ries einen außergewöhnlichen Soloposaunisten, der das Orchester des Westdeutschen Rundfunks bereichert. Der "Meister auf der Posaune" verlieh dem schönen Instrument bei schnellen Läufen Flügel. Eine überzeugende Atemtechnik zeigte er auf seiner Barockposaune und insbesondere auch am Alphorn beim "Izaro" eines unbekannten Meisters.
Dass die schlichte Chororgel auch ein reiches Klangspektrum zu bieten hat, bewies Organist Hagel mit Variationen über ein französisches Weihnachtslied von Louis Claude Daquin. Doch das Solo "Carillon de Westminster" übertraf alles bisher Dagewesene. Tiefste Oktaven konnten nicht mehr gehört, wohl aber als Vibration gefühlt werden. Die obere Hörgrenze mit reinen Quinten, sowie die ganze Klangfülle der Orgel erreichte er mit dem Hauptwerk und ergänzte sie durch das Schwell- und Bombardwerk. Die Zuhörer waren ergriffen und auf die Gesichter der Profis aus Holland zauberte der "Meister der Orgel" ein Lächeln.