Die mediterrane Küche genießt den Ruf abwechslungsreich und gesund zu sein. Dass sich auch heimische Zutaten mediterran zubereiten lassen, war bei einem Kochkurs unter dem Motto "Fränkische Toskana" zu erfahren. Zu Beginn der "Küchenschlacht" beherrschen heimische Zutaten das Bild in der Lehrküche des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Doch statt einer Dorade wartet eine Forelle auf ihre Verarbeitung. Aus einer Packung Löffelbiskuits soll diesmal kein klassisches Tiramisu werden, sondern ein Apfeltraum. Die Herstellung ähnelt dann schon sehr an das berühmte Dessert aus Venetien. Wie immer erklärt Ernährungsfachfreu Angelika Herbst zunächst die Zubereitung der Gerichte - und da steht einiges auf der Speisekarte.


15 Gerichte auf Karte

Insgesamt sind es 15 Gerichte, die einen Einblick vermitteln sollen, dass sich die mediterrane Küche auch mit dem umsetzen lässt, was gerade verfügbar ist. "Man muss schon ein bisschen Mut zum Experimentieren haben", erklärt Angelika Herbst. Die Idee entstand während ihrer Fortbildung zur Ernährungsfachfrau. Damals sollten sie Alternativen zu bestimmten Lebensmitteln finden. "Olivenöl lässt sich beispielsweise gut durch Rapsöl ersetzen", sagt Herbst. Ein Öl, welches von den Inhaltstoffen genauso gut sei, wie Olivenöl. "Da gibt es keinen Unterschied", erklärt die Ernährungsfachfrau.


Regelmäßige Treffen

Eine Gruppe von fünf Frauen aus Wiesen trifft sich regelmäßig zu Kochkursen in der Lehrküche in Bad Staffelstein. Dabei haben sie schon Brotaufstriche, Süßspeisen, Quarkspeisen und Gerichte mit Rindfleisch kennengelernt. Neben dem Spaß am gemeinsamen Kochen, wollen sie immer wieder auch etwas Neues kennenlernen, das dann auch auf dem heimischen Tisch kommt. Günter Eichenberg, der einzige Mann in der Frauenrunde, bezeichnet sich selbst als Fan der italienischen Küche. "Die mediterrane Zubereitung mit heimischen Produkten hat mich gereizt", erzählt der Michelauer. Sein Part besteht in der Zubereitung einer türkischen Käsecreme, die neben Feta auch Schichtkäse und Rapsöl aus heimischer Produktion enthält.
Neben "Tatar von der geräucherten Lachsforelle" gibt es Kalbsschnitzel auf römische Art, die unter der Bezeichnung "Saltimbocca alla romana" auch auf internationalen Speisekarten zu finden sind. Angebraten werden die dünnen mit Salbeiblättern und Parmaschinken gefüllten Kalbsschnitzel mit Rapsöl. "Wichtig ist, dass man sich gesund ernährt", lautet die Überzeugung von Melanie Zenk, eine der jüngsten Teilnehmerinnen des Kochkurses. Da sie ein Fan von Zucchini ist, bereitet ihr deren Zubereitung alla Scapece auch keine Mühe. Nach dem Ausbacken wird die Vorspeise mariniert.


Klöße und Gnocchi

Die Gemeinsamkeit von fränkischen Klößen und italienischen Kartoffelgnocchi liegt in der Hauptzutat, der Kartoffel. Das war's dann aber schon. In der Zubereitung und der Größe unterscheiden sich die beiden Spezialitäten dann doch erheblich voneinander. Ihr erster Versuch mit Kartoffelgnocchi entsprach nicht ganz dem gewünschten Ergebnis. Mit dem Probe-Gnocchi ist Katrin Wudy dagegen sehr zufrieden. "Die schmecken gut", lautet das Urteil der Zapfendorferin.
Nach nicht ganz zwei Stunden sind alle Gerichte fertig. Neben den bereits genannten, bereichern auch noch ein italienisches Mozzarella-Brot, eine Frühlingsquiche, ein Risotto, verschiedene Salate und Brotaufstriche das umfangreiche Büfett.