Der immense Aufwand, der mit einem Stand auf der internationalen Möbelmesse in Köln verbunden ist, scheint sich für Unternehmen aus dem Landkreis Lichtenfels gelohnt zu haben. In der Rückschau auf die am Wochenende zu Ende gegangene "imm cologne" sprechen alle Befragten von gestiegenem Interesse.

"Wir waren höchst zufrieden", sagt Carola Klimke, Prokuristin bei Signet, Hochstadt. Dieser Wohnmöbelhersteller ist nicht verbandsorientiert und spricht in erster Linie direkt den Fachhandel an. Dort werde gerade gut gekauft, Ausstellungen werden neu bestückt.

Der Messeauftritt will stets wohlüberlegt sein, um sich abzuheben: Man muss abwägen, was man mitnimmt - Sachen, die für die Kollektion wichtig sind. "Das Bett, das wir präsentiert haben, war ein Teil, das für Aufmerksamkeit sorgen sollte," sagt Klimke. "Wir sind ja kein Bettenhersteller und wollen auch nicht in die Branche einsteigen. Es hat meinem Mann - er ist ja der Designer - einfach Spaß gemacht, so einen Eyecatcher zu machen." Der Mut wurde belohnt: "Es kam unheimlich gut an." Das Bett sei sogar gleich einige Male verkauft worden. Signet besitzt mit der Schuhfabrik in Burgkunstadt in der Region einen eigenen Showroom, der auch dem Endverbraucher zugänglich ist. Regelmäßig lädt die Firma auch ihre Mitarbeiter zur Messe nach Köln ein: "Es ist wichtig, dass sie sich mit dem Unternehmen identifizieren", findet Klimke. Der Ausflug sei eine Anerkennung nach Stress und Überstunden im Vorfeld.
Thomas Machalke, Geschäftsführer von TM Collections Lichtenfels, zeigt sich sehr zufrieden, sowohl mit dem Besuch der Messe als auch mit dem Neukundengeschäft. Made in Germany hat immer noch einen guten Namen in der Welt. Die Wertschätzung habe nicht allein etwas mit der Qualität des Produkts zu tun, sondern auch mit den Tugenden, die man deutschen Geschäftspartnern zuschreibt, meint Machalke: Zuverlässigkeit, Seriosität, Termintreue. "Man muss sich aber extrem anstrengen, um dieses Made in Germany weiter garantieren zu können." Es werde aufgrund des gesamten Preisniveaus immer schwieriger, hier zu arbeiten.

Uwe Weibelzahl, Betriebsleiter von K+W Lichtenfels, zeigt sich positiv überrascht über viele neue Kunden, die man auf der Messe habe gewinnen können. Wegen des hohen Anteils an Importen auf dem deutschen Möbelmarkt sei es wichtig, sich insbesondere im Exportbereich besser aufzustellen. Die Niedrigzinsphase habe sich in den vergangenen drei Jahren positiv auf die Konsumlaune im Segment Speisezimmer und Polstermöbel ausgewirkt, aber: "Man muss immer wieder etwas Neues bringen."

Die Ludwig Gutmann GmbH in Redwitz ist ein reiner Importeur und bezieht aus Asien und Osteuropa nach eigenen Ideen produzierte Möbel. Katrin Fischer, Assistentin der Geschäftsleitung, spricht von einem generell schwierigen Markt mit starkem Wettbewerb, vor allem weil große Möbelverbände eine unheimliche Einkaufsmacht besäßen. Gutmann, 150 Jahre altes Familienunternehmen, könne sich abheben, weil man Gesamtkonzepte mit Polster- und Holzmöbeln sowie Accessoires anbiete. "Die Möbelmesse war für uns ein voller Erfolg", fasst Fischer zusammen. "Wir konnten sehr viele Neukunden generieren - aus Deutschland und weltweit - und haben auch bei unseren bisherigen Kunden tolle Aufträge schreiben dürfen."

Die Machalke-Polsterwerkstätten Hochstadt präsentierten sich erstmals zusammen mit der Essplatzmarke Wössner , die zur gleichen Gruppe - Prevent - gehört, auf einem über 500 m 2 großen Stand. Auch sie konnten das Messeergebnis steigern, wie Marketingleiter Thomas Schlosser feststellt.

Bei Koinor (Michelau) erlebte man eine sehr gute Resonanz von Handel und Fachmedien. Auf 2000 m 2 habe man ein Feuerwerk an Neuheiten gezündet, schildert Marketingleiterin Elke Berghäuser. Der Bereich Speisezimmer sei ein wichtiger neuer Sortimentsbaustein.

Eine zufriedene erste Einschätzung gibt es auch von Sebastian Pehle, dem Leiter Einkauf bei Mayer Sitzmöbel, Mannsgereuth. Auf 150 m 2 zeigte die Firma einen Querschnitt durch ihre Produktpalette. "Ich denke, unsere Neuheiten sind ganz gut angekommen. "